Einweihung des Gästehauses St. Georg am 24. Juni 2014

Das Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers wurde durch die Fes­tlichkeit­en zu10511315_854314974583207_5796389844794309004_nm Abschluss der dreiein­hal­b­jähri­gen Bauar­beit­en in der Benedik­tin­er­a­btei zu einem beson­deren Ereig­nis.  „Ein wichtiger Tag für Wel­tenburg und ein  Meilen­stein in der Geschichte des Klosters“, so begeis­terten sich Gäste und Fes­tred­ner. Durch die Fer­tig­stel­lung des Gäste­haus­es sei aber auch ein Grund­satz der Benedik­tin­er erfüllt, der da heißt: „Alle, die da kom­men, sollen aufgenom­men wer­den“. So betonte es Abt­präs­es Barn­abas Bögle, der Zel­e­brant des vor­mit­täglichen Pon­tif­ikalamtes in der Abteikirche und so betonte es Abt Thomas M. Frei­hart beim Fes­takt im großem Festsaal.

Alfred Böschl schuf Eingangsszenen

HCW-PHR-BEW-GSG_140624-071300Dazwis­chen aber lag die Seg­nung des Gäste­haus­es und der Gang durch alle nun fer­tiggestell­ten Räume. Den Ein­gangs­bere­ich in der neuen Pforte des Torhaus­es zieren zwei von Bild­hauer All­fred Böschl als Glas­bilder geschaf­fene Szenen aus dem Leben des Heili­gen Benedikt. Eben­falls von Böschl stam­men auch das Ein­gangskreuz und die Kreuze in den Zim­mern und den Sem­i­nar­räu­men. „Der heutige Tag erfüllt meine Mit­brüder, alle Mitar­beit­er und mich per­sön­lich mit großer Freude, weil das Werk nach inten­siv­en Pla­nun­gen und ein­er Bauzeit von dreiein­halb Jahren nun abgeschlossen ist und wir wieder Gäste in größer­er Zahl aufnehmen kön­nen“, betonte Abt Thomas M. Frei­hart beim nach­mit­täglichen Fes­takt. Ganz beson­ders begrüßte und dank­te er Abt Barn­abas, dem Präs­es der Bay­erischen Benedik­tin­erkon­gre­ga­tion sowie Abt Dr. Johannes Eck­ert von der Abtei St. Boni­faz in München, der seinen Festvor­trag unter das Mot­to; „Wohne bei Dir selb­st: Klöster­liche Gast­fre­und­schaft als pas­torale Her­aus­forderung“, stellte.

 Dank sagte der Abt allen am Bau beteiligten Fir­men sowie Architekt Arnulf Magerl. Dieser ging auf der Grund­lage eines, allen Anwe­senden über­re­icht­en alten Stich­es, auf die bauliche Entwick­lung der klöster­lichen Anla­gen ein. Zum Schluss sein­er Rede über­re­ichte er Abt Thomas M. Frei­hart sym­bol­isch einen riesi­gen Schlüssel.

Lan­drat sprach von Bereicherung

Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier nan­nte das Kloster und das nun geschaf­fene Gäste­haus einHCW-PHR-BEW-GSG_140624-071285e Bere­icherung für die Benedik­tin­er­a­btei und für den gesamten Land­kreis und darüber hin­aus. Bürg­er­meis­ter Horst Hart­mann sprach von ein­er Tra­di­tion, die bis ins frühe Mit­te­lal­ter hinein­re­iche und betonte, dass mit dem Gäste­haus Einzi­gar­tiges ent­standen sei. Als Fort­set­zung der Ren­ovierung der Klosterkirche und der Errich­tung des Hochwasser­schutzes war 2011 mit der heuer been­de­ten Gen­er­al­sanierung der Kloster­an­lage begonnen wor­den. Die aufwendi­ge Dachstuhlret­tung gehörte eben­so dazu wie die Gen­er­al­sanierung des Tor­baues und der Wirtschafts­ge­bäude, deren Herzstück das Gäste­haus ist.

Sigrid Manstor­fer

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Hochwasserschutz Kloster Weltenburg 2006

Ein­wei­hung des Hochwasser­schutzes 

hochwasserschutz01“Wenn wir heute den Hochwasser­schutz ein­wei­hen kön­nen, dann ist das ein geschichtlich­es Ereig­nis. Jede Gen­er­a­tion der Mönche in der 1400jährigen Geschichte des Klosters musste mit der Gefahr der Über­flu­tung durch die Donau leben und mit ihr zurecht kom­men Immer wieder wurde das Kloster wurde auch vom Hochwass­er heimge­sucht und hat­te Zer­störun­gen und Schä­den zu bekla­gen. Mit den im zurück­liegen­den Jahr aus­ge­führten Maß­nah­men ist eine ständi­ge Bedro­hung für die Kloster­an­lage geban­nt. Meine Mit­brüder und mich sowie alle, die hier leben und arbeit­en, die Kloster­schenke und die Kloster­brauerei, erfüllt darum an diesem Tag Freude und Dankbarkeit. Der errichtete Schutz gibt uns das Gefühl der Sicher­heit und lässt uns kün­ftig ruhiger schlafen.” meinte Abt Thomas M. Frei­hart, als er die Fest­gäste begrüßte, die zur Ein­wei­hung des Hochwasser­schutzes am 12. Okto­ber 2006 gekom­men waren. Unter ihnen waren Staatsmin­is­ter Dr. Wern­er Schnap­pauf, Bay­erisches Staatsmin­is­teri­um für Umwelt, Gesund­heit und Ver­brauch­er­schutz, Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier, Kel­heim, Bürg­er­meis­ter Fritz Math­es, Kel­heim, der Leit­er des Wasser­wirtschaft­samtes Land­shut, BD Johannes Schmuk­er, die Plan­er, Architekt Arnulf Magerl und Sta­tik­er Anton Land­graf, sowie die aus­führen­den Firmen. 

 

hochwasserschutz02Ein weit­er Weg, der nach dem Hochwass­er im August 2002 seinen Anfang genom­men hat­te, ist an sein Ziel gekom­men. Kaum waren die enor­men Schä­den des Pfin­gsthochwassers 1999 behoben, war dieses Ereig­nis eine “böse Über­raschung” und machte die ständi­ge Bedro­hung erneut bewusst. So begann man die Möglichkeit­en eines Hochwasser­schutzes für das Kloster näher zu prüfen. Einge­hende Unter­suchun­gen von Seit­en der Wasser­wirtschaft erbracht­en schließlich als Ergeb­nis die Durch­führbarkeit des Schutzes gegen ein hun­dertjähriges Hochwass­er. Pos­i­tiv kon­nte auch die Frage beant­wortet wer­den, dass die Aus­führung mit einem vertret­baren und ver­hält­nis­mäßigem finanziellem Aufwand geschehen kann. Gegen Ende 2005 wurde mit dem Bau­maß­nah­men begonnen, die zügig inner­halb eines knap­pen Jahres durchge­führt wurden. 
Nach der Fes­trede des Staatsmin­is­ters erfle­hte der Abt den Segen Gottes für die Hochwasser­schutzbaut­en. Gemein­sam mit dem Min­is­ter und dem Lan­drat legte er einige Damm­balken auf als Zeichen der offiziellen Inbe­trieb­nahme des Flutschutzes. 

Hochwasser­schutz 

hochwasserschutz05Das welt­berühmte Kloster Wel­tenburg liegt am Ein­gang der Wel­tenburg­er Enge — einem Durch­bruch durch den anste­hen­den Jurafelsen, den sich die Donau im Laufe der Jahrtausende geschaf­fen hat. 

 

Das Kloster Wel­tenburg wurde erst­mals um das Jahr 600 von den iroschot­tis­chen-kolum­ban­is­chen Wan­der­mönchen Eusta­sius und Agilus von Luxeuil gegrün­det, und ist somit die älteste klöster­liche Nieder­las­sung Bayerns. 
Das derzeit vorhan­dene Kloster mit der berühmten Asamkirche wurde vor 200 Jahren von den Gebrüdern Asam unter dem dama­li­gen Abt Mau­rus Bächl erbaut. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts ste­ht das Kloster unter Denkmalschutz. Auf­grund sein­er unmit­tel­baren Lage an der Donau lebte die Abtei Wel­tenburg schon immer mit Hochwässern. 

In den let­zten 6 Jahren war dieser Donauab­schnitt des öfteren von sel­te­nen Hochwasser­ereignis­sen betrof­fen. Am härtesten betrof­fen war das Kloster vom Pfin­gsthochwass­er 1999. 

Am Pegel Kel­heim wurde ein Hochwasser­stand von 8 Metern erre­icht. Das Wass­er drang im Mai 1999 durch alle Erdgeschoss­fen­ster in das Kloster ein. Der Innen­hof mit Brauerei und Kloster­schenke wurde kom­plett über­flutet — in der welt­berühmten Asamkirche stand das Wass­er ca. einen hal­ben Meter hoch. 

Der Schaden wurde auf ca. 1,5 Mio. € bez­if­fert. Vertei­di­gungs­maß­nah­men waren 1999 nicht mehr erfolgreich. 
Im August 2002 und 2005 kon­nten durch mas­siv­en logis­tis­chen Aufwand größer­er Schä­den abge­wandt wer­den. Das West- und das Nord­tor des Klosters, sowie die Fen­ster wur­den mit Sand­säck­en ver­bar­rikadiert. Unter Leitung der Feuer­wehr wur­den rund 80 000 Sand­säcke zum Schutz vor den Wasser­massen einge­set­zt. Das über den Unter­grund einge­drun­gene Wass­er im Innen­hof wurde von den Hil­f­skräften abgepumpt. 
Um solche Katas­tro­phen in Zukun­ft zu ver­mei­den, wurde das Wasser­wirtschaft­samt Land­shut beauf­tragt die Mach­barkeit eines Hochwasser­schutzes für dieses denkmalgeschützten Klein­od zu unter­suchen. Ein herkömm­lich­er Hochwasser­schutz mit Deichen und Mauern würde der Bedeu­tung dieses Ensem­bles in sein­er exponierten Lage nicht gerecht werden. 

Unter­suchun­gen zeigten, dass die meter­dick­en Mauern des Klosters dem Hochwass­er grund­sät­zlich stand­hal­ten kön­nen. Daher entschloss man sich in Abstim­mung mit der Abtei und dem Denkmalschutz lediglich die vorhan­de­nen oberirdis­chen und unterirdis­chen Öff­nun­gen zu verschließen. 
Dazu gehören die Fen­ster im Erdgeschoss, Türen und Zugangs­bere­iche des Klosters — sowie eine Abdich­tung des durch­läs­si­gen kiesi­gen Untergrundes. 

Für die Unter­suchung der Grund­wasserver­hält­nisse, dem möglichen Ein­fluss auf den Brauereibrun­nen, sowie Ermit­tlung der notwendi­gen Pumpleis­tung wurde ein Grund­wasser­mod­ell bei der Tech­nis­chen Uni­ver­sität München beauf­tragt. Eine Unter­grund­ab­dich­tung bis zum anste­hen­den Fels in bis zu 10 Metern Tiefe ver­hin­dert den Hochwasseran­drang der Donau über den Unter­grund. Für den ständi­gen Grund­wasser­aus­tausch wird ein etwa 150 qm großes Fen­ster in der Unter­grund­ab­dich­tung am Nord­tor ange­ord­net. Gewählt wurde eine Abdich­tung im Hochdruck­in­jek­tionsver­fahren um das ganze Kloster herum — anbindend an die Fun­da­mente Dabei wird ein Wass­er-Zement­gemisch unter Hochdruck, das heißt mit bis zu 400 bar, in den Unter­grund gepresst. Dort verbindet es sich mit dem anste­hen­den Kies und Sand zu ein­er durchge­hen­den etwa 1,50m starken säu­len­för­mi­gen Dicht­wand. Für das Ein­brin­gen der Dicht­wand war eine kom­plette Neuord­nung der Binnenen­twässerung und aller son­sti­gen Sparten notwendig. Für die Entlüf­tung der Fun­da­mente und des Mauer­w­erks wur­den spezielle Maß­nah­men gemäß den Erfordernissen des Denkmalschutzes ergrif­f­en. Die Binnenen­twässerung wurde gemäß den Ergeb­nis­sen des Grund­wasser­mod­ells an ein­er Stelle gesam­melt. Im Hochwasser­fall wird dann der freie Aus­fluss zur Donau abgeriegelt und das anfal­l­ende Nieder­schlags — und Grund­wass­er von einem zen­tralen Pump­schacht vor dem Nord­tor abgepumpt. Das Sys­tem ist auf eine Pumpleis­tung von max­i­mal 250 Liter pro Sekunde aus­gelegt. Durch zusät­zliche Ableitungs­gräben auf dem Frauen­berg soll ver­hin­dert wer­den, dass das dort anfal­l­ende Nieder­schlagswass­er in den Klosterin­nen­hof gelangt und eben­falls abgepumpt wer­den muss. 

 

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Oberirdisch ist es notwendig im Hochwasser­fall Damm­balken­ver­schlüsse an den Zugangs­bere­ichen zu mon­tieren. Am Nord­tor wurde die einge­baute Dicht­wand in das Fun­da­ment für den Damm­balken inte­gri­ert und mit Eisen­trägern verstärkt. 
Auf­grund der großen Höhe von 3,50 Metern des zu mon­tieren­den Damm­balkens und der damit ver­bun­de­nen Belas­tung von Hochwass­er wurde das Fun­da­ment zusät­zlich mit 15 Meter lan­gen Pfählen rück­ver­ankert — Hier der fer­tig betonierte Fun­da­ment­balken mit den einge­baut­en Anschlüssen für die Dammbalkenstützen! 

 

Bei Hochwasser­war­nung wird die mobile Schutzwand von der frei­willi­gen Feuer­wehr Kel­heim aufge­baut. Beim erst­ma­li­gen Probeauf­bau kon­nte dies in weniger als 2 Stun­den erledigt wer­den. Da die Kloster­mauern keine Las­ten aufnehmen dür­fen wurde in Absprache mit dem Denkmalschutz für die Ein­bindung der Rand­stützen eine beson­dere Kon­struk­tion gewählt. 

 

Über das West­tor läuft die Ver­sorgung des Klosters mit Strom, Wass­er und Gas. Deshalb waren hier beson­dere Vorkehrun­gen bei der Fun­da­men­tierung der mobilen Schutzwand zu tre­f­fen. Das Sys­tem mit den pass­ge­nau zur Ver­fü­gung ste­hen­den Damm­balken bedeutet bei zukün­fti­gen Ein­satzfällen eine erhe­bliche Arbeit­ser­le­ichterung für die Hilfskräfte. 
Zusät­zlich zu den Zugang­storen müssen bei dro­hen­dem Hochwass­er auch die 55 Fen­ster im Erdgeschoss von außen abgedichtet wer­den. Auch die 12 Keller­fen­ster wer­den mit einem Ver­schluss gesichert. 

 

hochwasserschutz04Im Zuge der Auss­chrei­bung ließ das Wasser­wirtschaft­samt Land­shut sich von ver­schiede­nen Her­stellern Pro­to­typen der Ver­schlüsse anfer­ti­gen. Diese Pro­to­typen wur­den an der Uni­ver­sität der Bun­deswehr in München unter Voll­be­las­tung getestet. Während des Ein­brin­gens der Dichtwände kam ein kleineres Hochwass­er die Donau herab und über­schwemmte kurzzeit­ig die Baustelle. Nen­nenswerte Schä­den ent­standen nicht. Auch in Zukun­ft wird die Zufahrtsstraße zum Kloster regelmäßig von Hochwassern betrof­fen sein. 
Ein Ein­drin­gen in die Gebäude wird zukün­ftig bis zum hun­dertjährlichen Hochwass­er verhindert. 

 

(mit fre­undlich­er Genehmi­gung des Wasser­wirtschaft­samtes Landshut) 

Jahresbericht 2013

Advent 2012 – Advent 2013

Jedes Jahr möcht­en wir Sie im Jahres­rück­blick teil­nehmen lassen an Freud und Leid unseres Kon­ventes. Nach altem klöster­lichen Brauch geschieht das in der Zeit des Advents, ein­er ruhi­gen Jahreszeit, in der man mit freudi­ger Erwartung auf das Wei­h­nachts­fest zuge­ht. In der Liturgie wird an die Wiederkun­ft Christi am Ende der Zeit­en gedacht. Bei­de Erwartun­gen wollen uns Chris­ten anre­gen, das eigene Leben in den Blick zu nehmen, um Chris­tus in der Ewigkeit begeg­nen zu können.

Diese Zeilen wer­den im Novem­ber abge­fasst, einem Monat, der in Kirche und Welt immer wieder das Gedenken an die Toten und den Tod wach hält. Schon im let­zten Jahres­rück­blick haben wir Ihnen berichtet, wie wir unseren jüng­sten und ältesten Mit­brud­er ver­loren haben. Wir dacht­en, vor­erst für eine gewisse Zeit von weit­eren Todes­fällen ver­schont zu bleiben.

Doch schon am Vor­abend des Festes der Darstel­lung des Her­rn, 1. Feb­ru­ar, ver­starb im nahen Car­i­tas-Senioren­heim St. Josef in Neustadt/Donau unser P. Raphael. Seit Novem­ber 2012 war er dort in Pflege. Am 5. Feb­ru­ar zele­bri­erte Abt Thomas das Pon­tif­ikalre­quiem für ihn, an dem auch Mit­brüder aus anderen Klöstern und dem Dekanat teil­nah­men sowie Priester, zahlre­iche Gläu­bige und Vere­ine aus Ober­ried im Bay­erischen Wald, wo er seit 1976 als Seel­sorg­er gewirkt hat­te und auch die Jahre seines Ruh­e­s­tandes seit 2002 im Pfar­rhof ver­brachte. Zunehmende Krankheit und Alters­ge­brechen zwan­gen ihn, von dort Abschied zu nehmen und in die Nähe seines Klosters zurück zu kehren.

Keine sechs Wochen später wurde P. Benedikt nach einem Schla­gan­fall ins Bezirk­sklinikum nach Regens­burg gebracht. Dort musste er eine Woche auf der Inten­sivs­ta­tion behan­delt wer­den. Die anschließende Reha wollte er in der Nähe sein­er Heimat ver­brin­gen. Im Pon­tif­ikalamt an seinem Namen­stag, dem Hochfest des Heim­gangs des hl. Benedikt, 21. März, hat­te Abt Thomas in den Für­bit­ten noch für seine Gene­sung gebetet. Nie­mand ahnte, dass unmit­tel­bar nach dem Gottes­di­enst ein Anruf sein­er Schwest­er seinen plöt­zlichen Tod mit­teilen würde. P. Benedikt hat­te erneut eine Gehirn­blu­tung erlit­ten, an der er gegen 6.30 Uhr im Alter von 52 Jahren gestor­ben ist. Am 25. März haben wir das Pon­tif­ikalre­quiem für ihn gefeiert. Außer seinem hochbe­tagten Vater, seinen Geschwis­tern, Ver­wandten und Fre­un­den aus der Heimat nah­men zahlre­iche Priester und Gläu­bige aus der Umge­bung daran teil. Män­ner der FFW Ein­muß und Ober­scham­bach, wo P. Benedikt jahre­lang als Exposi­tus gewirkt hat­te, tru­gen den Sarg in langer Prozes­sion in die Gruft.

Zur gle­ichen Zeit ver­starb, eben­falls in einem Regens­burg­er Klinikum, Herr Johann Brendl. Viele Jahrzehnte leit­ete er unser Klostergut Buch­hof, für das sich P. Benedikt als Ökonom mit Leib und Seele einge­set­zt hat­te. Er hat­te dort zunächst auch gewohnt, bis er im nahen Holzhar­lan­den ein Haus gebaut hat­te. Am 23. März wurde er dort zu Grabe getragen.

Am 15. Feb­ru­ar erhielt P. Gre­gor die Nachricht von der schw­eren Erkrankung sein­er Mut­ter. Noch während er auf dem Weg zu ihr ins Kranken­haus war, ver­starb sie. Wie schon zur Beerdi­gung seines Vaters herrschte extremes Win­ter­wet­ter, so dass nicht alle zur Beerdi­gung gelan­gen kon­nten, die ihr das let­zte Geleit geben wollten.

Alle unsere Ver­stor­be­nen und auch die vie­len, von deren Heim­gang wir eine Nachricht erhal­ten haben, schließen wir in die täglichen Für­bit­ten ein und wün­schen ihnen die ewige Ruhe bei Gott.

Got­t­lob wur­den uns auch viele freudi­ge Ereignisse geschenkt. Gle­ich zu Beginn des Kirchen­jahres durfte der Kloster­markt ein kleines Jubiläum feiern. Alle Klöster, die zehn Jahre hin­durch daran teilgenom­men hat­ten, wur­den geehrt und erhiel­ten ein Präsent. Da es nicht reg­nete und zeitweise sog­ar eine leichte Schneedecke für win­ter­liche Kulisse sorgte, waren die drei Mark­t­tage wieder ein Mag­net für etwa 20.000 Besuch­er. Beson­ders P. Benedikt hat­te sich inten­siv um diese adventlichen Märk­te geküm­mert. Da er dies­bezüglich uner­set­zbar ist, kön­nen wir diese Tra­di­tion nun nicht mehr fort­führen, Zum gle­ichen Ter­min wer­den wir aber im kleineren Rah­men erst­mals einen „Wel­tenburg­er Kloster­ad­vent“ veranstalten.

Für die Nach­folge von P. Benedikt im Amt des Zeller­ars haben wir uns entsch­ieden, einen weltlichen Ver­wal­ter einzustellen. Herr Hans Chris­t­ian Wag­n­er aus Schwan­dorf küm­mert sich um die wirtschaftlichen Belange und die Per­son­al­fra­gen der Kloster­be­triebe. In der Kloster­ver­wal­tung ste­ht ihm weit­er­hin Frau Johan­na Lehn als Sekretärin zur Seite, die schon viele Jahre zuvor „die rechte Hand“ von P. Benedikt war.

Das Hochfest des hl. Benedikt am 11. Juli feierten wir in bewährter Weise mit einem Pon­tif­ikalamt am Abend. Prälat Prof. Dr. Lud­wig Mödl aus München predigte über das Charis­ma des hl. Benedikt. Bei schönem Wet­ter genossen die Besuch­er nach dem Gottes­di­enst im Bier­garten Bier und Brezen.

Höhep­unkt der Feier­lichkeit­en dieses Jahres war am 1. Sep­tem­ber das 100jährige Jubiläum der Wieder­erhe­bung unseres Klosters zur Abtei im Jahre 1913. Bischof Dr. Rudolf Voder­holz­er zele­bri­erte das Pon­tif­ikalamt. Die Wel­tenburg­er Musikge­mein­schaft sang unter der Leitung von Prof. Josef Kohlhäu­fl die Krö­nungsmesse von W. A. Mozart. Nach dem Festessen fand im neu gestal­teten Fest­saal einen Fes­takt statt. Bischof Rudolf richtete nochmals sein Wort an die Gäste. Gruß­worte sprachen Staatssekretär Bernd Sibler als Vertreter des Bay­erischen Min­is­ter­präsi­den­ten, Abt­präs­es Barn­abas Bögle sowie Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier und der stel­lvertre­tende Bürg­er­meis­ter Peter Sich­ler. P. Dr. Michael Kauf­mann aus Met­ten hielt den Festvor­trag unter dem The­ma „ … vorhabend, dieses Pri­o­rat später zur Abtey zu erheben (Stiftungs­brief 22. März 1842) Wel­tenburg seit 100 Jahren wieder Abtei“. Mit feinsin­nigem Humor führte er die Zuhör­er durch die Klostergeschichte seit der Wieder­grün­dung 1842.

An den Jubiläums­feier­lichkeit­en hat­ten nahezu alle Äbte unser­er Kon­gre­ga­tion teilgenom­men. Am Abend waren aus allen elf Abteien der BBK die Äbte und Deputierten zur Eröff­nung des Gen­er­alka­pi­tels ver­sam­melt, das alle vier Jahre abwech­sel­nd in den einzel­nen Klöstern statt find­et. Nach Abschluss der Beratun­gen endete das Kapi­tel am frühen Nach­mit­tag des 5. Septembers.

Am 22. Juli begann Herr Philipp Risse aus Langquaid in unser­er Abtei das Pos­tu­lat und freut sich auf seine Ein­klei­dung und den Anfang seines Noviziates. Er ist schon seit vie­len Jahren unserem Kloster verbunden.

Seit Juni haben wir wieder einige Bienen­völk­er im Kloster­garten. Nach dem Tod von Fr. Rupert im Früh­jahr 2008 war dieses Auf­gaben­feld ver­waist. Fr. Simon hat sich in eini­gen Sem­i­naren in Landsberg/Lech in die Imk­erei ein­führen lassen und hat nun diesen Arbeits­bere­ich zu seinen son­sti­gen Verpflich­tun­gen übernommen.

Auch durften wir wieder viele Gäste begrüßen. Beson­ders haben wir uns gefreut über einen Besuch unseres Bischofs Dr. Rudolf Voder­holz­er Anfang August, als er mit sein­er Mut­ter und seinen Ver­wandten über­raschend in Wel­tenburg einkehrte.

Einige Monate hat P. Mar­i­an Leibl aus Plankstet­ten bei uns ver­bracht. Nach dem Aufen­thalt bei uns wech­selte er zu den Kapuzin­ern nach Altötting.

Aus der Benedik­tinis­chen Kon­föder­a­tion besuchte uns der neue Abt von Marien­berg in Südtirol Markus Spanier sowie Erz­abt Bischof Dr. Asztrik Varsze­gi aus Pan­non­hal­ma (Ungarn).

Zum vierten mal hielt uns ein Mit­brud­er aus der Abtei Ger­leve die Kon­ven­tex­erz­i­tien. P. Dr. Chris­t­ian Brün­ing nahm vom 1. — 5. Jan­u­ar 2013 für jede sein­er Ansprachen ein Kirchen­lied zur Grund­lage. Im Pon­tif­ikalamt am Hochfest der Erschei­n­ung des Her­rn erneuerten wir dann die Gelübde. Wegen Regens erfol­gte die Donau­seg­nung vom Por­tal der Kirche aus.

Am 15. und 16. Feb­ru­ar fand in unserem Gäste­haus die Früh­jahrsvol­lver­samm­lung der Arbeits­ge­mein­schaft der Ordens­män­ner (AGOM) unseres Bis­tums statt. Ref­er­entin war Freifrau Michaela von Heere­mann, die als eine der vier Autorin­nen über den You­cat sprach.

Am Hochfest unseres Kloster- und Pfar­rpa­trons St. Georg besucht­en uns vier Prä­mon­stratenser aus der Abtei Ham­born (Duis­burg), die an der Pon­tif­ikalves­per und am Aben­dessen teil­nah­men. Passend zum Fest­tag schenk­te uns Frau Anneliese Heinz, Nab­burg, aus dem Nach­lass ihres ver­stor­be­nen Pries­teronkels eine Reliquie des hl. Georg. Einen anderen Reliquien-Besuch hat­ten wir bere­its am 10. März. Ein Reliquiar der heili­gen Anna Schäf­fer bereiste das Bis­tum. Erste Sta­tion unseres Land­kreis­es Kel­heim waren Pfar­rei und Abtei Weltenburg.

Den Prim­izsegen spendete uns am 14. August nach der ersten Ves­per vom Hochfest der Auf­nahme Mariens in den Him­mel Neu­priester Stef­fen Brinkmann.

Unser Oblate Fr. Mater­nus (Lam­bert Hell­mann) über­gab am 11. Juni Abt Thomas die Lam­ber­tus-Plakette mit einem Begleitschreiben des Lüt­tich­er Bischofs.

Am 12. Juli kon­nte Abt Thomas einen promi­nen­ten Gast begrüßen, Berlins Regieren­den Bürg­er­meis­ter Klaus Wow­ere­it, der sich zu einem pri­vat­en Besuch in der Region aufhielt.

Ein eher unan­genehmer „Gast“ war in diesem Jahr die Donau. Wie in vie­len anderen Gegen­den Deutsch­lands und Europas wur­den wir von einem großen Hochwass­er heimge­sucht. Anfang Juni wur­den rechtzeit­ig die mobilen Ele­mente des Hochwasser­schutzes von der FFW Kel­heim aufge­baut. In Teilen des Land­kreis­es musste Katas­tro­phenalarm aus­gelöst wer­den. Auch die Bewohn­er der Asam­straße, die ent­lang der Donau vom Dorf zum Kloster führt, mussten nachts ihre Häuser ver­lassen, während mit Hil­fe der Bun­deswehr Schutz­maß­nah­men im Dorf errichtet wur­den. Der im Jahr 2006 gebaute Hochwasser­schutz hat sich bestens bewährt, so dass unser Kloster nahezu von den Wasser­massen ver­schont geblieben ist. Dankbar dür­fen wir fest­stellen, dass sich die Investi­tio­nen zum Hochwasser­schutz gelohnt haben.

Nach dem Abbau der mobilen Schutzele­mente fol­gte eine zweite Flutwelle, so dass sie nochmals antrans­portiert und instal­liert wer­den mussten. Ganz her­zlich danken wir an dieser Stelle der FFW Kel­heim für ihren stets treuen und hil­fs­bere­it­en Dienst zum Schutz des Klosters.

?Haup­tan­liegen ein­er solchen Chronik ist der Rück­blick. Wir blick­en aber auch schon voraus, beson­ders auf die Eröff­nung des neuen Gäste­haus­es am 1. März 2014. Es ste­hen dann wieder mehr Zim­mer zur Ver­fü­gung, die trotz klöster­lich­er Schlichtheit allen notwendi­gen Kom­fort bieten möcht­en. Bei unseren Umbau­maß­nah­men war uns eine behin­derten­fre­undlichere Gestal­tung wichtig, so dass wir mit einem größeren Aufzug auch gehbe­hin­derten Men­schen einen bar­ri­ere­freien Zugang zu den Zim­mern und Sem­i­nar­räu­men ermöglichen. Fern­er kön­nen wir unseren Gästen einige behin­derten­gerechte Zim­mer anbi­eten. Die Rezep­tion für unser Gäste­haus wird zukün­ftig im Ein­gangs­bere­ich der Kloster­an­lage, im Tor­bau, sein. Schon jet­zt heißen wir Sie im Haus St. Georg her­zlich willkommen.

Hier möcht­en wir auch auf unser Ange­bot an Kursen und Sem­i­naren im Jahr 2014 hin­weisen, die bere­its hier über unsere Home­page gebucht wer­den können:

Wir wün­schen Ihnen besinnliche Wochen des Advents, ein geseg­netes Wei­h­nachts­fest und Gottes Geleit im Jahr 2014,

Ihre Benedik­tin­er in Weltenburg

Jahresbericht 2012

Advent 2011– Advent 2012

Wieder lädt uns das zu Ende gehende Jahr zur Rückschau ein. Gemäß klöster­lich­er Tra­di­tion fol­gen wir dabei nicht dem bürg­er­lichen Kalen­der (1. Jan­u­ar — 31. Dezem­ber), son­dern dem kirch­lichen, der mit dem 1. Advent begin­nt und mit dem Sam­stag nach dem Christkönigs­fest schließt. Darum wer­den diese Zeilen im Novem­ber geschrieben, dem Monat, in dem wir beson­ders unser­er Ver­stor­be­nen gedenken. Dazu gehören heuer auch zwei Mit­brüder unseres Kon­ventes, der älteste, Altabt Dr. Thomas Nig­gl (89), der zu Beginn des Bericht­s­jahres ver­starb, und der jüng­ste, Fr. Petrus Maria Pirthauer (30), der erst vor weni­gen Wochen von uns ging.

Altabt Thomas starb am 10.12.2011, in der Nacht zum 3. Advent in Ettal. Mit ihm begann in unserem Kloster ein Neuauf­bruch, wen­ngle­ich viele zuvor schon das Ende des Klosters besiegelt sahen. Durch Ver­mit­tlung des dama­li­gen Diöze­san­bischofs Dr. Rudolf Graber wurde er 1975 nach Wel­tenburg pos­tuliert und nach drei­jährigem Wirken als Admin­is­tra­tor zum Abt gewählt. In den 80er Jahren des ver­gan­genen Jahrhun­derts trat­en dann zahlre­iche Män­ner aus nah und fern in das Kloster ein, das damals zeitweilig fast 30 Mönche zählte. Nach sein­er Res­ig­na­tion 1995 ging er nach Ettal zurück, wo er in den let­zten Jahren mit Opfern und Liebe von den dor­ti­gen Mit­brüdern in der Infirmerie betreut und gepflegt wurde, wofür wir ihnen ein her­zlich­es „Vergelt’s Gott“ sagen möcht­en. Am 15.12. zele­bri­erte Alt­bischof Dr. Vik­tor Josef Dammertz OSB von Augs­burg, der frühere Abt­pri­mas unseres Ordens, das Pon­tif­ikalre­quiem in der Klosterkirche, bei dem Wei­h­bischof Rein­hard Pap­pen­berg­er von Regens­burg, Abt­präs­es Barn­abas Bögle von Ettal und die meis­ten Äbte der Kon­gre­ga­tion sowie unser Kon­vent konzele­bri­erten. Es nah­men auch viele Priester, Ordensleute und Gläu­bige teil, darunter Ver­wandte und Bewohn­er sein­er Heimat Mur­nau. Eben­so waren Poli­tik­er aus Land­kreis und Stadt Kel­heim vertreten sowie die Fah­nen­abor­d­nun­gen aller Feuer­wehren der Klosterge­mein­den. Die musikalis­che Gestal­tung hat­te Prof. Josef Kohlhäu­fl mit ein­er Schola ehe­ma­liger Regens­burg­er Domspatzen über­nom­men. Ein langer Prozes­sion­szug begleit­ete den Sarg zur Gruft, wo er zur let­zten Ruhe gebet­tet wurde.

Fr. Petrus Maria Pirthauer hat­te nach ein­jähriger Probezeit am Hochfest der Auf­nahme Mariens in den Him­mel, dem 15.08., im Kreis zahlre­ich­er Ver­wandter und Fre­unde, darunter auch junge Ordensleute, Sem­i­nar­is­ten und Priester die ewige Pro­fess abgelegt. Bei schön­stem Wet­ter war es ein fro­hes Fest für alle. Nach dem feier­lichen Pon­tif­ikalamt in der Klosterkirche fol­gte das Festessen im Barock­saal. Im Okto­ber ver­brachte er seinen Urlaub bei sein­er Fam­i­lie in Wei­den und kehrte am 18.10. zurück. Am 19.10. wurde fr. Petrus in der Frühe, bevor dass Chorge­bet begann, tot in der Kirche aufge­fun­den. Schon bald bestätigte sich durch Abschieds­briefe die Befürch­tung, was sich Schreck­lich­es in der Nacht ereignet haben musste. Am 25.10. zele­bri­erte Abt Thomas das Pon­tif­ikalre­quiem, an dem auch viele Äbte und Mit­brüder aus anderen Klöstern teil­nah­men sowie seine Ver­wandten und zahlre­iche Fre­unde und Bekan­nte aus sein­er Heimat. In dieser schw­eren Stunde des Abschiedes gab uns in der Hom­i­lie ein Wort aus den Psalmen, das uns auch weit­er begleit­en und helfen kann, geistliche Weisung und Trost:

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder ste­he, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken.Du bist ver­traut mit all meinen Wegen. …

Würde ich sagen: „Fin­ster­n­is soll mich bedeck­en, statt Licht soll Nacht mich umgeben“, auch die Fin­ster­n­is wäre für dich nicht fin­ster, die Nacht würde leucht­en wie der Tag, die Fin­ster­n­is wäre wie Licht. (Psalm 139)

Wie auch für die anderen zulet­zt ver­stor­be­nen Mit­brüder zele­bri­erten wir 30 Tage lang die heilige Messe für ihn.

Wir begleit­eten auch drei weit­ere uns sehr Ver­bun­dene auf ihrem let­zten irdis­chen Weg. Kurz nach Altabt Thomas ver­starb in Abens­berg am Mor­gen des 19.12. Herr Anton Röhrl, langjähriger Pächter der Kloster­schenke. Ein halbes Jahr nach ihm ver­starb am 20.06. seine Frau Elfriede Röhrl, die mit ihm in all den Jahren gemein­sam die Kloster­schenke geführt und geprägt hat­te. Für bei­de zele­bri­erte Abt Thomas in der Abteikirche ein Pon­tif­ikalre­quiem, das von Prof. Kohlhäu­fl mit sein­er Schola musikalisch gestal­tet wurde. Die Beerdi­gun­gen waren dann im Anschluss auf dem Abens­berg­er Fried­hof. Nach ihrer Heirat 1954 über­nah­men die jun­gen Wirt­sleute die Kloster­schenke und investierten ihre jugendliche Kraft in den Auf­bau ein­er mod­er­nen Gast­wirtschaft. Denn ger­ade Ende der 50iger und in den 60iger Jahren ist der Besuch­er­strom in Wel­tenburg immer mehr angewach­sen. Vorauss­chauend und weit­blick­end hat die Kloster­schenke damals die Weichen gestellt durch Mod­ernisierun­gen und Erweiterun­gen und so auch Akzente für den Touris­mus in der gesamten Region geset­zt. Neben der Führung der Kloster­schenke waren die Eheleute Röhrl auch in zahlre­ichen Ehrenämtern engagiert wie etwa bei der Wel­tenburg­er Akademie und der Stiftung Aventinum. Ihr Ein­satz auf kul­tureller Ebene ragt aber beson­ders her­aus. Für vieles waren sie Ini­tia­toren und Motor. Beson­ders erwäh­nt seien die Wel­tenburg­er Musikge­mein­schaft und die „Gruppe Geschichte“ der Wel­tenburg­er Akademie.

Am 4.08. ver­starb nach langem Lei­den der emer­i­tierte Regens­burg­er Wei­h­bischof Vinzenz Guggen­berg­er. Er war viele Jahre für die Ordensleute des Bis­tums zuständig und nahm z. B. fast an jed­er Sitzung der AGOM teil, die auch immer wieder in unserem Gäste­haus tagten. Mehrere Mit­brüder wei­hte er in unser­er Klosterkirche zu Diako­nen. Abt Thomas nahm sowohl am Pon­tif­ikalre­quiem im Hohen Dom zu Regens­burg teil als auch an der Beiset­zung in der Pfar­rkirche sein­er Heimat Hofkirchen teil.

Nach so viel trau­ri­gen Anlässen kön­nen wir got­t­lob aber auch von fro­hen Stun­den und Tagen berichten:

So begann das Kirchen­jahr wieder mit dem Advents­markt, bei dem auch zwei neue Klöster vertreten waren, die Abteien Pan­non­hal­ma (Ungarn) und Mün­ster­schwarzach. Zur Freude der Kinder war wieder der Esel „Mimi“ dabei. Jeden Abend beschenk­te sie der Niko­laus, der in fes­tlich­er Prozes­sion in den Kloster­hof ein­zog. Trotz Niedrig­wass­er kon­nten die Schiffe zu den „Glüh­we­in­fahrten“ aus Kel­heim noch kom­men. Zahlre­iche Grup­pen aus ganz Deutsch­land waren dazu schon seit langem angemeldet. In diesen Tagen rüsten wir uns zum zehn­ten Klostermarkt.

Von den zahlre­ichen Besuch­ern, die uns das Jahr hin­durch beehrten, möcht­en wir einige beson­ders erwäh­nen. Bischof Gre­gor Maria Han­ke OSB von Eich­stätt kam am 29.04. mit dem ortho­dox­en Bischof Cor­neliu aus Rumänien und dessen Begleit­ern zu uns. Sie nah­men an der Ves­per, am Aben­dessen und an der anschließen­den Rekreation teil. Am 29.05. unter­nah­men die Delegierten der Liga-Bank einen Aus­flug zum Kloster. Prof. Kohlhäu­fl gestal­tete mit seinem Chor eine Marien-Ves­per. Er been­dete in diesem Jahr die musikalis­che Leitung der Wel­tenburg­er Musikge­mein­schaft, die er 30 Jahre lang mit großen Engage­ment und Kön­nen ausübte. Beim Som­merkonz­ert am 14.07. dirigierte erst­mals Herr Wolf­gang Hör­lin. Am 22.07. stat­tete uns Region­al­bischof Hein­rich Tim­mere­vers (Vech­ta / Mün­ster) einen Besuch ab. Er wurde u. a. vom Offizialat­srat Msgr. Bernd Win­ter begleit­et, der vor 25 Jahren in unser­er Abteikirche die Priester­wei­he emp­fan­gen hat­te. Am 5.08. begleit­ete Fürstin Glo­ria von Thurn und Taxis Kurien­bischof Giuseppe Sci­ac­cia nach Wel­tenburg. Am 30.08. fand zum drit­ten mal der Kon­ven­taus­flug des Holy Cross Monastery (Texas) zu uns statt. Vom 2.–4.11. nahm der Abt­präs­es der Ottil­ian­er Kon­gre­ga­tion, Erz­abt Jere­mias Schröder mit zwei Mit­brüdern an ein­er Tagung in unserem Gäste­haus teil.

Wir sel­ber durften beim Kon­ven­taus­flug am 20.11. die Gast­fre­und­schaft der Dillinger Franziskaner­in­nen im ehe­ma­li­gen Benedik­tin­erk­loster Michelfeld bei Auer­bach erfahren. Oberin Sr. Madlen empf­ing uns mit Kaf­fee und Gebäck. Anschließend hielt uns in der his­torischen Gewan­dung des hl. Stifer­bischofs Otto von Bam­berg Herr Dietl eine aus­führliche Führung in der Asamkirche und Sakris­tei. Um 12.00 Uhr waren wir bei den Schwest­ern im Refek­to­ri­um zum Mit­tagessen ein­ge­laden und haben im Anschluss im Herz-Jesu-Chor die Mit­tagshore gesun­gen. Dann unter­nah­men wir einen Spazier­gang zum Fried­hof, durch die Regens Wag­n­er Werk­stät­ten, den “Sinnesweg” und die Stick­erei. Vor der Rück­fahrt war mit den Schwest­ern gemein­samer Kaf­fee. Wir danken ihnen her­zlich für den schö­nen Tag!

Während es im Kon­vent keine Neuein­tritte gab, sind zwei fro­he Anlässe in der Oblatenge­mein­schaft zu nen­nen. Am 8.07. legte Herr Matthias Mitlöh­n­er in der Mit­tagshore die Obla­tion ab und erhielt den hl. Boni­fatius zu seinem Patron. Auch seine Fam­i­lie kon­nte dabei zuge­gen sein. Am 29.10. wurde Herr Peter Ehrlinger in das Probe­jahr der Oblat­en aufgenommen.

In diesem Jahr hat­ten wir auch meis­tens Glück mit dem Wet­ter. So kon­nte nach drei Jahren wieder die Fron­le­ich­nam­sprozes­sion von der Abteikirche ins Dorf stat­tfind­en. Am Hochfest St. Benedikt, Patron Europas, 11.7. kon­nten wir wie in den ver­gan­genen Jahren nach dem Pon­tif­ikalamt in den Bier­garten ein­laden. Die Fest­predigt hielt uns dieses mal Pfar­rer Dr. Clemens Her­gen­röder aus Ingolstadt.

Das bürg­er­liche Jahr began­nen wir tra­di­tionell zur gemein­samen geistlichen Stärkung in den Kon­ven­tex­erz­i­tien, zu denen uns der dama­lige Prov­inzial der Pas­sion­is­ten, P. Dr. Gre­gor Lenzen begleit­ete. Abt Thomas stärk­te seine Gesund­heit mit ein­er drei­wöchi­gen Kneipp­kur in Bad Wör­ishofen ab 17.07. In Rom nahm er vom 15. — 26.09. am Äbtekongress des Ordens in S. Ansel­mo teil. Dort wählten die Ver­sam­melten Abt Notk­er Wolf für weit­ere vier Jahre zum Abt­pri­mas unseres Ordens. Nach Rom zog zum Win­terse­mes­ter auch P. Lukas, um an der päp­stlichen Uni­ver­sität Gre­go­ri­ana Spir­i­tu­al­ität zu studieren. Er wohnt im Kol­leg S. Ansel­mo. Einen Tage­saus­flug nach Rom unter­nah­men am 21.10. P. Gre­gor und Fr. Simon. Sie nah­men dort an der Heiligsprechung der Anna Schäf­fer aus dem nahen Min­del­stet­ten teil.

Viele dieser Anlässe, Feste und Besuche kon­nten uns zu ein­er geistlichen „Rüstzeit“ dienen und stärken. Weniger angenehm war die äußere „Rüstzeit“. Über viele Monate hin­weg waren große Teile des Gäste­haus­es, der Kloster­schenke und des Torhaus­es eingerüstet, so dass unsere Gäste, Angestell­ten und wir mit aller­lei Ein­schränkun­gen leben mussten und teil­weise noch müssen. Inzwis­chen kon­nten aber die Sanierung der Däch­er und der Außen­fas­saden abgeschlossen wer­den, so dass nun mit dem Innenaus­bau des Gäste­haus­es begonnen wurde. Wir hof­fen, bis Ende kom­menden Jahres fer­tig zu wer­den, so dass dann wieder Einzel­gäste und Grup­pen in größer­er Zahl die neuen Zim­mer und Räum­lichkeit­en nutzen und genießen können.

Nicht nur an den Gebäu­den nagt der Zahn der Zeit, son­dern auch an unser­er Gesund­heit. P. Clemens musste sich mehrmals in die Gold­bergk­linik nach Kel­heim begeben und zog von seinem Zim­mer in der Klausur im Juni in die Infirmerie um. Nach einem Monat Kurzzeitpflege im Car­i­tas Altenheim St. Josef in Neustadt, kehrte er gut erholt zurück, so dass er nun wieder am Kon­ven­tamt und den Mahlzeit­en teil­nehmen kann. P. Raphael kon­nte nach sein­er Emer­i­tierung 2002 als Exposi­tus in Ober­ried am Arber weit­er­hin im dor­ti­gen Pfar­rhaus wohnen bleiben. Zunehmende Alterss­chwäche und Erkrankun­gen macht­en mehrmals Aufen­thalte im Kreiskranken­haus Viech­tach notwendig. Er ist nun auf Pflege angewiesen und über­siedelte in das Neustädter Altenheim.

Aus dem Kreis der Angestell­ten wurde am 26.04. Frau Stein­berg­er ver­ab­schiedet, die viele Jahre in unser­er Wäscherei gewirkt hatte.

Zwei ihrer Vorgän­gerin­nen, die Geschwis­ter Her­mine Fröh­ler und Ottilie Trüb­swet­ter aus Wel­tenburg, waren in den Monat­en zuvor ver­stor­ben und wur­den auf dem Fried­hof in Wel­tenburg bestat­tet. Ein­er tück­ischen Krankheit fiel auch unsere frühere Köchin Frau Maria Ober­maier zum Opfer.

Mit dem Tod haben wir diesen Jahres­bericht begonnen, mit dem Tod ihn auch abgeschlossen. So wenig angenehm dieses The­ma auch für uns alle ist, das Ster­ben gehört zum Leben dazu. Schon der heilige Benedikt mah­nt uns im IV. Kapi­tel sein­er Regel, „sich den dro­hen­den Tod täglich vor Augen zu hal­ten.“ Aber er ist nicht das Let­zte – son­dern Durch­gang zum Leben, zum ewigen Leben. Dass uns dieses in Chris­tus ent­ge­gen gekom­men ist, dür­fen wir bald wieder am Wei­h­nachts­fest feiern. Mit­ten in der Nacht ein­er todgewei­ht­en Welt wird im Gottes­sohn jen­er geboren, der von sich beken­nt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. So geht er mit uns durch so manch­es Dunkel unseres Lebens. Wir wün­schen Ihnen allen den Bei­s­tand dieses göt­tlichen Begleit­ers zu den kom­menden wei­h­nachtlichen Feierta­gen, dem Jahreswech­sel und dann auf all Ihren Wegen im ANNO DOMINI 2013,

Ihre Benedik­tin­er von Weltenburg