Kirchweihjubiläum

1718 — 2018 300 Jahre Kirchweihe

 

Vor 300 Jah­ren, am 9. Okto­ber 1718, weih­te der Frei­sin­ger Fürst­bis­chof Johann Franz Eckher von Kap­fing die Asam­kir­che St. Georg und St. Mar­tin ein.

Das Jubi­läum zum 300. Jah­res­tag begin­gen wir am 14. Okto­ber 2018. Bis­chof Rudolf Voderhol­zer zele­brier­te das Pon­ti­fi­ka­lamt. “Denn ich muss heu­te in dei­nem Haus zu Gast sein” (LK 19,5) Mit die­sen Wor­ten aus dem Evan­ge­lium begann Bis­chof Rudolf Voderhol­zer die Pre­digt und gab zu beden­ken, dass dies etwas beson­de­res sein müs­se, denn bis heu­te ist es unü­blich sich selbst einzuladen.

 

Am Nach­mit­tag hielt Prof. Dr. Lud­wig Mödl im Fes­tsaal unse­res Gäs­tehau­ses einen Fest­vor­trag mit dem Titel “Im Spie­gel des Hei­li­gen. Die Bots­chaft eines Sakralraumes”

 

Wei­te­re Bil­der zum Pon­ti­fi­ka­lamt und dem Fes­takt fol­gen unten

Con­ti­nuar leyen­do “Kirch­weih­ju­bi­läum”

1913 – 2013 Weltenburg 100 Jahre wieder Abtei

Im Zuge der Säku­la­ri­sa­tion 1803 wur­den nahe­zu aller Klös­ter und Stif­te in unse­rem Land auf­geho­ben. Durch die­ses Ereig­nis riss auch in Wel­ten­burg eine über 1000jährige Tra­di­tion klös­ter­li­chen Lebens ab. Die­se Unter­bre­chung währ­te glüc­kli­cher­wei­se nur 39 Jah­re. Con­ti­nuar leyen­do “1913 – 2013 Wel­ten­burg 100 Jah­re wie­der Abtei”

Gedenkstein für Abt Benedikt Werner in München 

Im Jahr 2003 wur­de in zahl­rei­chen Verans­tal­tun­gen und Publi­ka­tio­nen an die Säku­la­ri­sa­tion 1803 erin­nert. Die­ses Gedenk­jahr an die Aufhe­bung der Klös­ter und Stif­te vor 200 Jah­ren weck­te auch die Erin­ne­rung an den dama­li­gen letz­ten Abt von Wel­ten­burg, Bene­dikt Wer­ner, neu. Von 1786 ‑1803 stand der gebür­ti­ge Diet­fur­ter an der Spitze der Abtei St. Georg an der Donau. Er kann zu den großen Ges­tal­ten in der fast 1400jährigen Ges­chich­te des Klos­ters gezählt wer­den. Die Regie­rungs­zeit Wer­ners brach­te eine letz­te Blü­te, die sich im kul­tu­re­llem und wis­sens­chaftli­chem Schaf­fen und in seel­sor­gli­chem Wir­ken der Patres zeig­te. In die­ser leb­te und wirk­te auch der Wel­ten­bur­ger Klos­ter­kom­po­nist P. Benno Gru­ber (+1796). Nach­dem der Vor­gang der Aufhe­bung des Klos­ters durch einen Kelhei­mer Beam­ten abges­chlos­sen und der Besitz weit­gehend vers­tei­gert war, muß­te auch Abt Bene­dikt Wer­ner sich am 19. Okto­ber 1803 zur Abre­ise ents­chließen. Der Lokal­kom­mis­sär über­ließ ihm in einem letz­ten Freunds­chafts­dienst den Reise­wa­gen und die bei­den letz­ten noch nicht vers­tei­ger­ten Klos­terp­fer­de. Als vom Turm die mit­ter­nächtli­che Stun­de schlug, fuhr der Prä­lat aus dem verö­de­ten Klos­terhof. Er hat sein gelieb­tes Wel­ten­burg nie mehr gesehen. Spä­ter ges­tand er einem ver­trau­ten Freund in Mün­chen, daß er die­se Stun­de gewählt habe, um nie­man­den mehr zu sehen und von nie­man­den gesehen zu wer­den. Aber “als er allein ohne Zeu­gen das letz­te­mal bey den ihm so lan­ge bekann­ten Fel­sen vor­bey­fuhr, konn­te er sich der Trä­nen nicht enthal­ten” heißt es in einer bald nach sei­nem Tod, 1835 ers­chie­ne­nen kur­zen Lebens­bes­chrei­bung des letz­ten Wel­ten­bur­ger Abtes. Er leb­te von da an als Pri­vat­ge­lehr­ter in Mün­chen (Schön­fel­der Str. 107/2) und ver­fass­te umfan­grei­che his­to­ris­che Abhand­lun­gen über die Ges­chich­te Wel­ten­burgs, über Musik­ges­chich­te etc. Sie befin­den sich heu­te im Haupts­taatsar­chiv in Mün­chen. Durch sie sind vie­le Que­llen der Klos­ter­ges­chich­te in Abs­chrift erhal­ten geblie­ben, deren Ori­gi­nal längst ver­lo­ren ging. Abt Bene­dikt Wer­ner vers­tarb am 20. Okto­ber 1830 im Alter von 82 Jah­ren. Sein Grab fand er auf dem süd­li­chen Friedhof in Mün­chen. Die Nach­fors­chun­gen erga­ben als Begräb­nis­platz die Nr. 17/5/1. Der Friedhof an der Thal­kir­che­ner Straße wird seit etwa 60 Jah­ren nicht mehr belegt und steht unter Denkmalschutz . 

Lei­der war das Grab des letz­ten Wel­ten­bur­ger Abtes vor der Säku­la­ri­sa­tion durch kei­ner­lei Grab­denk­mal mehr kenntlich und droh­te in Ver­ges­senheit zu gera­ten. Den Mön­chen von Wel­ten­burg war es darum ein Anlie­gen, das Anden­ken an die­sen bedeu­ten­den Abt leben­dig zu hal­ten. Darum wur­de nun ein Lie­ges­tein an der Grabs­te­lle auf dem Alten Süd­friedhof in Mün­chen am 12. August 2004 ange­bracht. Er wur­de von dem Bildhauer Alfred Bös­chl, Adlhau­sen, ges­chaf­fen. Das Mate­rial des Gedenks­tei­nes ist der hei­mis­che “Kelhei­mer Mar­mor” (Auer Kalk — Mus­chel­kalk), was den Bezug zur eins­ti­gen klös­ter­li­chen Hei­mat des Abtes Bene­dikt Wer­ner wie­der hers­tellt. Die Ins­chrift des Grab­denk­mals, das mit dem Kreuz und dem Abts­wap­pen, im ges­pal­te­nen Schild Waa­ge und Ölz­weig, gesch­mückt ist, lautet: 

Abt Bene­dikt Wer­ner OSB 
18.12.1748 + 20.10.1830 
Abt des Klos­ters Weltenburg 
von 1786 bis zur Säku­la­ri­sa­tion 1803

Durch die Säku­la­ri­sa­tion im Jah­re 1803 war auch in Wel­ten­burg eine über 1000jährige Tra­di­tion klös­ter­li­chen Lebens abge­ris­sen. Die­se Unter­bre­chung währ­te glüc­kli­cher­wei­se nur 39 Jah­re. Dank der Bemühun­gen und der Großher­zig­keit des baye­ris­chen Königs Lud­wig I. ers­tand bereits 1842, also 12 Jah­re nach dem Tod des Abtes Bene­dikt Wer­ner, das Bene­dik­ti­ner­klos­ter an der Donau wie­der. Die Abtei­kir­che und die Klos­te­ran­la­ge, die erst zu Anfang des 18. Jahrhun­derts errich­tet wor­den waren, hat­ten sich in ihrer Gesamtheit erhal­ten. So konn­ten die ers­ten Mön­che, die zur Wie­der­grün­dung aus Met­ten kamen, in müh­se­li­gen und bes­chei­de­nen Anfän­gen an der Ges­chich­te der unter­ge­gan­ge­nen Abtei ank­nüp­fen. Inz­wis­chen wur­den wei­te­re 162 Jah­re Klos­ter­ges­chich­te den alten Anna­len hin­zu­ge­fügt, von denen 91 Jah­re seit der Erhe­bung zur Abtei durch den Prinz­re­gen­ten und nach­ma­li­gen König Lud­wig III. 1913 ver­gan­gen sind. So bewahrhei­tet sich auch für die Abtei Wel­ten­burg der Wap­pens­pruch Mon­te Cas­si­nos, des Mut­ter­klos­ters der Bene­dik­ti­ner: “Suc­ci­sa vires­cit — Abgehauen blüht es wie­der auf.” 

Abt Tho­mas M. Freihart OSB, Weltenburg