Traditionsbiermarken Schneider Weisse, Bischofshof und Weltenburger ab 2027 unter einem Dach

    • Fami­lien­braue­rei Schnei­der Weisse wird Mar­ken­rechte an „Bischof­shof“ und „Wel­ten­bur­ger“ von Braue­rei Bischof­shof erwerben
    • Älteste Klos­ter­braue­rei der Welt in Wel­ten­burg und Logis­tik von Bischof­shof sol­len eben­falls an Schnei­der Weisse übergehen
    • Unter­neh­men Bischof­shof mit Braue­reis­tan­dort Regens­burg soll Ende 2026 ges­chlos­sen werden

Kel­heim, Wel­ten­burg, Regens­burg, 16. Januar 2026. Vor dem Hin­ter­grund der unverän­dert anhal­ten­den Schwäche des deut­schen Bier­marktes pla­nen die baye­rische Tra­di­tions­braue­rei G. Schnei­der & Sohn GmbH („Schnei­der Weisse“) aus Kel­heim und die von einer Stif­tung des Bis­tums Regens­burg getra­gene Braue­rei Bischof­shof GmbH & Co. KG zum 1. Januar 2027 ihre Ges­chäft­sak­ti­vitä­ten neu zu ord­nen. Beide Braue­reien koo­pe­rie­ren bereits seit lan­gem im Rah­men einer Lohn­brau­ve­rein­ba­rung mitei­nan­der. Mit der Neuord­nung der Akti­vitä­ten sol­len drei Haupt­ziele erreicht werden :

    1. Die Nut­zung von Syner­gien und eine deut­liche Effi­zienzs­tei­ge­rung bei Pro­duk­tion, Ver­trieb sowie Orga­ni­sa­tion sol­len den bekann­ten Bier­mar­ken eine lang­fris­tig starke Posi­tion in ihren Absatzmärk­ten garantieren.
    2. Trotz des fort­schrei­ten­den Braue­reis­ter­bens in Deut­schland wird ein Kom­plett­ver­lust von Arbeits­plät­zen verhindert.
    3. Die Hers­tel­lung der bekann­ten Bier­mar­ken basiert auf jah­rhun­der­teal­ter Brauer­fah­rung und regio­na­len Tra­di­tio­nen. Sie sol­len auch künf­tig voll­stän­dig in baye­ri­scher Hand und unter baye­ri­schem Mana­ge­ment bleiben.

Um diese Ziele zu errei­chen, wird fol­gende Verein­ba­rung getrof­fen : Schnei­der Weisse soll ab dem 1. Januar 2027 von der Braue­rei Bischof­shof die Rechte an den Mar­ken „Bischof­shof“ und „Wel­ten­bur­ger“ erwer­ben. Über den Kauf­preis haben die Ver­trag­spart­ner Stil­l­sch­wei­gen verein­bart. Schnei­der Weisse wird mit der avi­sier­ten Über­nahme der bei­den Bier­mar­ken nach der­zei­ti­gem Stand auch die älteste Klos­ter­braue­rei der Welt, die 1050 gegrün­dete und seit 1973 zu Bischof­shof gehö­rende Klos­ter­braue­rei Wel­ten­burg, sowie das für die Logis­tik zustän­dige Unter­neh­men von Bischof­shof mit ins­ge­samt 21 Mitar­bei­tern fortfüh­ren. Die Pro­duk­tion aller Mar­ken soll mit­tel­fris­tig kom­plett am Stamm­sitz von Schnei­der Weisse in Kel­heim und in der Klos­ter­braue­rei Wel­ten­burg statt­fin­den, wofür die Voraus­set­zun­gen in Kel­heim in den nächs­ten Jah­ren ents­pre­chend ges­chaf­fen wer­den. Die Braue­rei Bischof­shof mit ihrem Stan­dort in Regens­burg, an dem der­zeit 56 Mitar­bei­ter bes­chäf­tigt sind, soll nach aktuel­len Pla­nun­gen zum 31. Dezem­ber 2026 ges­chlos­sen wer­den. Zur gemein­sa­men Fin­dung sozial­ver­trä­gli­cher Lösun­gen für die dor­ti­gen Mitar­bei­ter wer­den umge­hend Ges­präche mit dem Betriebs­rat aufgenommen.

Georg VII. Schnei­der, Ges­chäftsfüh­rer Schnei­der Weisse :

Mit Schnei­der Weisse, Bischof­shof und Wel­ten­bur­ger wol­len wir ein Port­fo­lio abso­lu­ter Tra­di­tions­mar­ken schaf­fen. Wir ver­bin­den damit unsere über 150-jäh­rige Weiß­bier­tra­di­tion mit fast 380 Jah­ren His­to­rie der Marke Bischof­shof und der bis ins Jahr 1050 zurü­ckrei­chen­den Brau­tra­di­tion der ältes­ten Klos­ter­braue­rei der Welt. So schaf­fen wir ein sich per­fekt ergän­zendes Bie­ran­ge­bot vol­ler Ges­chichte und Tra­di­tio­nen, das es welt­weit kein zweites Mal aus einer Hand gibt. Am Markt ist das ein echtes Alleins­tel­lung­smerk­mal und mit den ents­te­hen­den Syner­gien von Ein­kauf über Hers­tel­lung bis Ver­trieb sind wir für die aktuel­len Heraus­for­de­run­gen bes­tens aufgestellt.

Till Hedrich, Ges­chäftsfüh­rer von Bischof­shof und Weltenburger :

Mit Schnei­der Weisse sind wir seit vie­len Jah­ren durch ver­schie­dene Koo­pe­ra­tio­nen und auch über die Freien Brauer eng ver­bun­den. Wir ken­nen und schät­zen einan­der sowie die Beson­de­rhei­ten der jewei­li­gen Mar­ken und sind außer­dem in der­sel­ben Region zuhause. Deshalb war für uns rasch klar, dass Schnei­der Weisse unser bevor­zug­ter Ges­prächs­part­ner ist, als es darum ging, unsere Mar­ken trotz der anges­pann­ten Lage auf dem deut­schen Bier­markt gut in die Zukunft zu führen.

Hin­ter­grund sind die seit Jah­ren dras­tisch zurück­ge­hen­den Absätze deut­scher Braue­reien im In und Aus­land. Allein in den letz­ten zehn Jah­ren hat die Branche knapp 14 Mil­lio­nen Hek­to­li­ter und damit knapp 14 Prozent ihres Absatzes ver­lo­ren (2015 : 95,6 Mil­lio­nen Hek­to­li­ter ; 2025 : 82,6 Mil­lio­nen Hek­to­li­ter). Und der Trend ist unge­bro­chen : In den letz­ten 15 Mona­ten lagen die Absätze laut Sta­tis­ti­schem Bun­de­samt immer unter denen des Vor­jahres.1 „Fakt ist : Auf uns alleine ges­tellt, war ein wirt­schaft­li­cher Wei­ter­be­trieb der Mar­ken trotz aller Ans­tren­gun­gen und guten Wei­chens­tel­lun­gen der letz­ten Monate nicht mehr möglich. Dafür hat die Mark­tent­wi­ck­lung auch bei uns zu deut­liche Spu­ren hin­ter­las­sen. Die dro­hende kom­plette Ges­chäft­sauf­gabe oder die Zer­schla­gung durch einen Inves­tor ganz ohne Bezug zur Region und ihrer Ges­chichte kön­nen wir durch die jetzt gemein­sam mit Schnei­der Weisse zu ver­wirk­li­chende ‚baye­rische Lösung‘ aber abwen­den und damit auch ein wich­tiges Stück baye­ri­scher Brau­tra­di­tion daue­rhaft bewah­ren. Die Mitar­bei­ter am Stan­dort Regens­burg wer­den wir wo möglich an pas­sende Unter­neh­men aus dem Netz­werk in der Geträn­ke­branche und dem wei­te­ren Umfeld der Braue­rei ver­mit­teln. Wir möch­ten alle unsere Mitar­bei­ter so gut es geht unterstüt­zen“, so Hedrich weiter.

Dr. Rudolf Vode­rhol­zer, Bischof der Diö­zese Regens­burg und Vor­sit­zen­der der Trä­gers­tif­tung der Braue­rei Bischofshof :

Neben dem Tra­di­tion­sas­pekt ist für uns ganz zen­tral, dass wir durch den Erhalt der Braustätte im Klos­ter Wel­ten­burg sowie der Logis­ti­kab­tei­lung von Bischof­shof zumin­dest einen Teil der Arbeits­plätze direkt in der Region hal­ten kön­nen. Das ist aktuell lei­der keine Selbst­verständ­li­ch­keit, wenn man sich die Mel­dun­gen der letz­ten Wochen und Monate anschaut. Natür­lich wäre es uns allen noch lie­ber, wenn wir auch den Stan­dort Regens­burg wei­terfüh­ren könn­ten. Dafür fehlt jedoch jede wirt­schaft­liche Grund­lage. Wir haben aber großes Ver­trauen, dass wir für die dor­ti­gen Mitar­bei­ter gemein­sam mit dem Betriebs­rat trotz­dem gute sozial­ver­trä­gliche Lösun­gen fin­den wer­den. Klar ist zudem, dass durch die ‚baye­rische Lösung‘ die Marke Bischof­shof wei­ter prä­gend in Regens­burg bleibt. Denn für Schnei­der Weisse als neuem Mar­ke­nin­ha­ber hat auch das lokale Enga­ge­ment rings um die Stadt wei­ter hohen Stel­len­wert. Auch in die­ser Hin­sicht kommt die jetzt gefun­dene Lösung unse­rer Ideal­vors­tel­lung am nächsten.

Tho­mas Maria Frei­hart, Abt des Bene­dik­ti­ner Klos­ters Weltenburg :

Wir sind sehr froh, dass mit der jetzt gefun­de­nen ‚baye­ri­schen Lösung‘ auch der Wei­ter­be­trieb der ältes­ten Klos­ter­braue­rei der Welt für die Zukunft gut abge­si­chert ist. So konn­ten wir den dro­hen­den unwie­der­brin­gli­chen Ver­lust eines ganz wich­ti­gen Teils der baye­ri­schen und klös­ter­li­chen Brau­tra­di­tion abwen­den. Im Klos­ter Wel­ten­burg schauen wir zurück auf fast 1000 Jahre Brau­ges­chichte. Das gibt es sonst nir­gends. Und diese Ges­chichte wer­den wir jetzt gemein­sam mit unse­ren direk­ten Nach­barn aus Kel­heim wei­ter fortschreiben.

Wei­tere Infos unter https://haussmann-strategic-advisory.de/

1Sta­tis­tisches Bun­de­samt : Sta­tis­ti­scher Bericht Absatz Bier“, Novem­ber 2025 ; abzu­ru­fen unter : https://www.desta-tis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/Verbrauchsteuern/Publikationen/Downloads-Verbrauchsteuern/statistischer-bericht-absatz-bier-2140921251105.html?templateQueryString=bierabsatz