Einweihung des Gästehauses St. Georg am 24. Juni 2014

Das Hoch­fest der Geburt des Hl. Johannes des Täu­fers wurde durch die Fest­li­ch­kei­ten zu10511315_854314974583207_5796389844794309004_nm Abschluss der dreiein­halb­jäh­ri­gen Bauar­bei­ten in der Bene­dik­ti­ne­rab­tei zu einem beson­de­ren Erei­gnis.  „Ein wich­ti­ger Tag für Wel­ten­burg und ein  Mei­len­stein in der Ges­chichte des Klos­ters“, so begeis­ter­ten sich Gäste und Fes­tred­ner. Durch die Fer­tig­stel­lung des Gäs­te­hauses sei aber auch ein Grund­satz der Bene­dik­ti­ner erfüllt, der da heißt : „Alle, die da kom­men, sol­len auf­ge­nom­men wer­den“. So betonte es Abt­präses Bar­na­bas Bögle, der Zele­brant des vor­mittä­gli­chen Pon­ti­fi­ka­lamtes in der Abtei­kirche und so betonte es Abt Tho­mas M. Frei­hart beim Fes­takt im großem Festsaal.

Alfred Böschl schuf Eingangsszenen

HCW-PHR-BEW-GSG_140624-071300Daz­wi­schen aber lag die Segnung des Gäs­te­hauses und der Gang durch alle nun fer­tig­ges­tell­ten Räume. Den Ein­gang­sbe­reich in der neuen Pforte des Torhauses zie­ren zwei von Bild­hauer All­fred Böschl als Glas­bil­der ges­chaf­fene Sze­nen aus dem Leben des Hei­li­gen Bene­dikt. Eben­falls von Böschl stam­men auch das Ein­gang­skreuz und die Kreuze in den Zim­mern und den Semi­narräu­men. „Der heu­tige Tag erfüllt meine Mit­brü­der, alle Mitar­bei­ter und mich persön­lich mit großer Freude, weil das Werk nach inten­si­ven Pla­nun­gen und einer Bau­zeit von dreiein­halb Jah­ren nun abges­chlos­sen ist und wir wie­der Gäste in größe­rer Zahl auf­neh­men kön­nen“, betonte Abt Tho­mas M. Frei­hart beim nach­mittä­gli­chen Fes­takt. Ganz beson­ders begrüßte und dankte er Abt Bar­na­bas, dem Präses der Baye­ri­schen Bene­dik­ti­ner­kon­gre­ga­tion sowie Abt Dr. Johannes Eckert von der Abtei St. Boni­faz in Mün­chen, der sei­nen Fest­vor­trag unter das Mot­to ; „Wohne bei Dir selbst : Klös­ter­liche Gast­freund­schaft als pas­to­rale Heraus­for­de­rung“, stellte.

 Dank sagte der Abt allen am Bau betei­lig­ten Fir­men sowie Archi­tekt Arnulf Magerl. Die­ser ging auf der Grund­lage eines, allen Anwe­sen­den über­reich­ten alten Stiches, auf die bau­liche Ent­wi­ck­lung der klös­ter­li­chen Anla­gen ein. Zum Schluss sei­ner Rede über­reichte er Abt Tho­mas M. Frei­hart sym­bo­lisch einen rie­si­gen Schlüssel.

Lan­drat sprach von Bereicherung

Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier nannte das Klos­ter und das nun ges­chaf­fene Gäs­te­haus einHCW-PHR-BEW-GSG_140624-071285e Berei­che­rung für die Bene­dik­ti­ne­rab­tei und für den gesam­ten Land­kreis und darü­ber hinaus. Bür­ger­meis­ter Horst Hart­mann sprach von einer Tra­di­tion, die bis ins frühe Mit­te­lal­ter hinein­reiche und betonte, dass mit dem Gäs­te­haus Ein­zi­gar­tiges ents­tan­den sei. Als Fort­set­zung der Reno­vie­rung der Klos­ter­kirche und der Errich­tung des Hoch­was­ser­schutzes war 2011 mit der heuer been­de­ten Gene­ral­sa­nie­rung der Klos­te­ran­lage begon­nen wor­den. Die auf­wen­dige Dachs­tuhl­ret­tung gehörte eben­so dazu wie die Gene­ral­sa­nie­rung des Tor­baues und der Wirt­schafts­gebäude, deren Herzstück das Gäs­te­haus ist.

Sigrid Mans­tor­fer

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Hochwasserschutz Kloster Weltenburg 2006

Ein­wei­hung des Hoch­was­ser­schutzes 

hochwasserschutz01« Wenn wir heute den Hoch­was­ser­schutz ein­wei­hen kön­nen, dann ist das ein ges­chicht­liches Erei­gnis. Jede Gene­ra­tion der Mönche in der 1400jährigen Ges­chichte des Klos­ters musste mit der Gefahr der Über­flu­tung durch die Donau leben und mit ihr zurecht kom­men Immer wie­der wurde das Klos­ter wurde auch vom Hoch­was­ser heim­ge­sucht und hatte Zerstö­run­gen und Schä­den zu bek­la­gen. Mit den im zurü­ck­lie­gen­den Jahr aus­geführ­ten Maß­nah­men ist eine stän­dige Bedro­hung für die Klos­te­ran­lage gebannt. Meine Mit­brü­der und mich sowie alle, die hier leben und arbei­ten, die Klos­ter­schenke und die Klos­ter­braue­rei, erfüllt darum an die­sem Tag Freude und Dank­bar­keit. Der errich­tete Schutz gibt uns das Gefühl der Siche­rheit und lässt uns künf­tig ruhi­ger schla­fen. » meinte Abt Tho­mas M. Frei­hart, als er die Festgäste begrüßte, die zur Ein­wei­hung des Hoch­was­ser­schutzes am 12. Okto­ber 2006 gekom­men waren. Unter ihnen waren Staats­mi­nis­ter Dr. Wer­ner Schnap­pauf, Baye­risches Staats­mi­nis­te­rium für Umwelt, Gesund­heit und Ver­brau­cher­schutz, Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier, Kel­heim, Bür­ger­meis­ter Fritz Mathes, Kel­heim, der Lei­ter des Was­ser­wirt­schaft­samtes Land­shut, BD Johannes Schmu­ker, die Pla­ner, Archi­tekt Arnulf Magerl und Sta­ti­ker Anton Land­graf, sowie die ausfüh­ren­den Firmen. 

 

hochwasserschutz02Ein wei­ter Weg, der nach dem Hoch­was­ser im August 2002 sei­nen Anfang genom­men hatte, ist an sein Ziel gekom­men. Kaum waren die enor­men Schä­den des Pfing­sthoch­was­sers 1999 beho­ben, war dieses Erei­gnis eine « böse Über­ra­schung » und machte die stän­dige Bedro­hung erneut bewusst. So begann man die Mögli­ch­kei­ten eines Hoch­was­ser­schutzes für das Klos­ter näher zu prü­fen. Ein­ge­hende Unter­su­chun­gen von Sei­ten der Was­ser­wirt­schaft erbrach­ten schließ­lich als Ergeb­nis die Dur­chführ­bar­keit des Schutzes gegen ein hun­dert­jäh­riges Hoch­was­ser. Posi­tiv konnte auch die Frage beant­wor­tet wer­den, dass die Ausfüh­rung mit einem ver­tret­ba­ren und verhält­nismäßi­gem finan­ziel­lem Auf­wand ges­che­hen kann. Gegen Ende 2005 wurde mit dem Bau­maß­nah­men begon­nen, die zügig inne­rhalb eines knap­pen Jahres durch­geführt wurden. 
Nach der Fes­trede des Staats­mi­nis­ters erflehte der Abt den Segen Gottes für die Hoch­was­ser­schutz­bau­ten. Gemein­sam mit dem Minis­ter und dem Lan­drat legte er einige Damm­bal­ken auf als Zei­chen der offi­ziel­len Inbe­trieb­nahme des Flutschutzes. 

Hoch­was­ser­schutz 

hochwasserschutz05Das welt­berühmte Klos­ter Wel­ten­burg liegt am Ein­gang der Wel­ten­bur­ger Enge – einem Durch­bruch durch den ans­te­hen­den Jura­fel­sen, den sich die Donau im Laufe der Jahr­tau­sende ges­chaf­fen hat. 

 

Das Klos­ter Wel­ten­burg wurde erst­mals um das Jahr 600 von den iro­schot­ti­schen-kolum­ba­ni­schen Wan­dermön­chen Eus­ta­sius und Agi­lus von Luxeuil gegrün­det, und ist somit die älteste klös­ter­liche Nie­der­las­sung Bayerns. 
Das der­zeit vorhan­dene Klos­ter mit der berühm­ten Asam­kirche wurde vor 200 Jah­ren von den Gebrü­dern Asam unter dem dama­li­gen Abt Mau­rus Bächl erbaut. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts steht das Klos­ter unter Denk­mal­schutz. Auf­grund sei­ner unmit­tel­ba­ren Lage an der Donau lebte die Abtei Wel­ten­burg schon immer mit Hochwässern. 

In den letz­ten 6 Jah­ren war die­ser Donauab­sch­nitt des öfte­ren von sel­te­nen Hoch­was­se­re­rei­gnis­sen betrof­fen. Am här­tes­ten betrof­fen war das Klos­ter vom Pfing­sthoch­was­ser 1999. 

Am Pegel Kel­heim wurde ein Hoch­was­sers­tand von 8 Metern erreicht. Das Was­ser drang im Mai 1999 durch alle Erd­ges­choss­fens­ter in das Klos­ter ein. Der Innen­hof mit Braue­rei und Klos­ter­schenke wurde kom­plett über­flu­tet – in der welt­berühm­ten Asam­kirche stand das Was­ser ca. einen hal­ben Meter hoch. 

Der Scha­den wurde auf ca. 1,5 Mio. € bezif­fert. Ver­tei­di­gung­smaß­nah­men waren 1999 nicht mehr erfolgreich. 
Im August 2002 und 2005 konn­ten durch mas­si­ven logis­ti­schen Auf­wand größe­rer Schä­den abge­wandt wer­den. Das West- und das Nord­tor des Klos­ters, sowie die Fens­ter wur­den mit Sand­sä­cken ver­bar­ri­ka­diert. Unter Lei­tung der Feuer­wehr wur­den rund 80 000 Sand­säcke zum Schutz vor den Was­ser­mas­sen ein­ge­setzt. Das über den Unter­grund ein­ge­drun­gene Was­ser im Innen­hof wurde von den Hilf­skräf­ten abgepumpt. 
Um solche Katas­tro­phen in Zukunft zu ver­mei­den, wurde das Was­ser­wirt­schaft­samt Land­shut beauf­tragt die Mach­bar­keit eines Hoch­was­ser­schutzes für dieses denk­mal­ges­chütz­ten Klei­nod zu unter­su­chen. Ein herkömm­li­cher Hoch­was­ser­schutz mit Dei­chen und Mauern würde der Bedeu­tung dieses Ensembles in sei­ner expo­nier­ten Lage nicht gerecht werden. 

Unter­su­chun­gen zeig­ten, dass die meter­di­cken Mauern des Klos­ters dem Hoch­was­ser grund­sätz­lich stan­dhal­ten kön­nen. Daher ent­schloss man sich in Abs­tim­mung mit der Abtei und dem Denk­mal­schutz ledi­glich die vorhan­de­nen obe­rir­di­schen und unte­rir­di­schen Öff­nun­gen zu verschließen. 
Dazu gehö­ren die Fens­ter im Erd­ges­choss, Türen und Zugang­sbe­reiche des Klos­ters – sowie eine Abdich­tung des dur­chläs­si­gen kie­si­gen Untergrundes. 

Für die Unter­su­chung der Grund­was­ser­ve­rhält­nisse, dem mögli­chen Ein­fluss auf den Braue­rei­brun­nen, sowie Ermit­tlung der not­wen­di­gen Pum­pleis­tung wurde ein Grund­was­ser­mo­dell bei der Tech­ni­schen Uni­ver­sität Mün­chen beauf­tragt. Eine Unter­grun­dab­dich­tung bis zum ans­te­hen­den Fels in bis zu 10 Metern Tiefe verhin­dert den Hoch­was­se­ran­drang der Donau über den Unter­grund. Für den stän­di­gen Grund­was­se­raus­tausch wird ein etwa 150 qm großes Fens­ter in der Unter­grun­dab­dich­tung am Nord­tor angeord­net. Gewählt wurde eine Abdich­tung im Hoch­dru­ckin­jek­tions­ver­fah­ren um das ganze Klos­ter herum – anbin­dend an die Fun­da­mente Dabei wird ein Was­ser-Zement­ge­misch unter Hoch­druck, das heißt mit bis zu 400 bar, in den Unter­grund gepresst. Dort ver­bin­det es sich mit dem ans­te­hen­den Kies und Sand zu einer durch­ge­hen­den etwa 1,50m star­ken säu­lenför­mi­gen Dicht­wand. Für das Ein­brin­gen der Dicht­wand war eine kom­plette Neuord­nung der Bin­ne­nentwäs­se­rung und aller sons­ti­gen Spar­ten not­wen­dig. Für die Entlüf­tung der Fun­da­mente und des Mauer­werks wur­den spe­zielle Maß­nah­men gemäß den Erfor­der­nis­sen des Denk­mal­schutzes ergrif­fen. Die Bin­ne­nentwäs­se­rung wurde gemäß den Ergeb­nis­sen des Grund­was­ser­mo­dells an einer Stelle gesam­melt. Im Hoch­was­ser­fall wird dann der freie Aus­fluss zur Donau abge­rie­gelt und das anfal­lende Nie­der­schlags – und Grund­was­ser von einem zen­tra­len Pump­schacht vor dem Nord­tor abge­pumpt. Das Sys­tem ist auf eine Pum­pleis­tung von maxi­mal 250 Liter pro Sekunde aus­ge­legt. Durch zusätz­liche Ablei­tungs­grä­ben auf dem Frauen­berg soll verhin­dert wer­den, dass das dort anfal­lende Nie­der­schlag­swas­ser in den Klos­te­rin­nen­hof gelangt und eben­falls abge­pumpt wer­den muss. 

 

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Obe­rir­disch ist es not­wen­dig im Hoch­was­ser­fall Damm­bal­ken­ver­schlüsse an den Zugang­sbe­rei­chen zu mon­tie­ren. Am Nord­tor wurde die ein­ge­baute Dicht­wand in das Fun­dament für den Damm­bal­ken inte­griert und mit Eisen­trä­gern verstärkt. 
Auf­grund der großen Höhe von 3,50 Metern des zu mon­tie­ren­den Damm­bal­kens und der damit ver­bun­de­nen Belas­tung von Hoch­was­ser wurde das Fun­dament zusätz­lich mit 15 Meter lan­gen Pfäh­len rück­ve­ran­kert – Hier der fer­tig beto­nierte Fun­da­ment­bal­ken mit den ein­ge­bau­ten Anschlüs­sen für die Dammbalkenstützen ! 

 

Bei Hoch­was­ser­war­nung wird die mobile Schutz­wand von der frei­willi­gen Feuer­wehr Kel­heim auf­ge­baut. Beim erst­ma­li­gen Pro­beauf­bau konnte dies in weni­ger als 2 Stun­den erle­digt wer­den. Da die Klos­ter­mauern keine Las­ten auf­neh­men dür­fen wurde in Abs­prache mit dem Denk­mal­schutz für die Ein­bin­dung der Rand­stüt­zen eine beson­dere Kons­truk­tion gewählt. 

 

Über das West­tor läuft die Ver­sor­gung des Klos­ters mit Strom, Was­ser und Gas. Deshalb waren hier beson­dere Vor­keh­run­gen bei der Fun­da­men­tie­rung der mobi­len Schutz­wand zu tref­fen. Das Sys­tem mit den pass­ge­nau zur Verfü­gung ste­hen­den Damm­bal­ken bedeu­tet bei zukünf­ti­gen Ein­satzfäl­len eine erhe­bliche Arbeit­ser­leich­te­rung für die Hilfskräfte. 
Zusätz­lich zu den Zugang­sto­ren müs­sen bei dro­hen­dem Hoch­was­ser auch die 55 Fens­ter im Erd­ges­choss von außen abge­dich­tet wer­den. Auch die 12 Kel­ler­fens­ter wer­den mit einem Ver­schluss gesichert. 

 

hochwasserschutz04Im Zuge der Aus­schrei­bung ließ das Was­ser­wirt­schaft­samt Land­shut sich von ver­schie­de­nen Hers­tel­lern Pro­to­ty­pen der Ver­schlüsse anfer­ti­gen. Diese Pro­to­ty­pen wur­den an der Uni­ver­sität der Bun­des­wehr in Mün­chen unter Voll­be­las­tung getes­tet. Wäh­rend des Ein­brin­gens der Dichtwände kam ein klei­neres Hoch­was­ser die Donau herab und über­sch­wemmte kurz­zei­tig die Baus­telle. Nen­nens­werte Schä­den ents­tan­den nicht. Auch in Zukunft wird die Zufahrtss­traße zum Klos­ter regelmäßig von Hoch­was­sern betrof­fen sein. 
Ein Ein­drin­gen in die Gebäude wird zukünf­tig bis zum hun­dert­jähr­li­chen Hoch­was­ser verhindert. 

 

(mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Was­ser­wirt­schaft­samtes Landshut) 

Jahresbericht 2013

Advent 2012 – Advent 2013

Jedes Jahr möch­ten wir Sie im Jah­resrück­blick teil­neh­men las­sen an Freud und Leid unseres Kon­ventes. Nach altem klös­ter­li­chen Brauch ges­chieht das in der Zeit des Advents, einer ruhi­gen Jah­res­zeit, in der man mit freu­di­ger Erwar­tung auf das Weih­nachts­fest zugeht. In der Litur­gie wird an die Wie­der­kunft Chris­ti am Ende der Zei­ten gedacht. Beide Erwar­tun­gen wol­len uns Chris­ten anre­gen, das eigene Leben in den Blick zu neh­men, um Chris­tus in der Ewig­keit bege­gnen zu können.

Diese Zei­len wer­den im Novem­ber abge­fasst, einem Monat, der in Kirche und Welt immer wie­der das Geden­ken an die Toten und den Tod wach hält. Schon im letz­ten Jah­resrück­blick haben wir Ihnen berich­tet, wie wir unse­ren jüng­sten und ältes­ten Mit­bru­der ver­lo­ren haben. Wir dach­ten, vorerst für eine gewisse Zeit von wei­te­ren Todesfäl­len ver­schont zu bleiben.

Doch schon am Vora­bend des Festes der Dars­tel­lung des Herrn, 1. Februar, vers­tarb im nahen Cari­tas-Senio­ren­heim St. Josef in Neustadt/Donau unser P. Raphael. Seit Novem­ber 2012 war er dort in Pflege. Am 5. Februar zele­brierte Abt Tho­mas das Pon­ti­fi­kal­re­quiem für ihn, an dem auch Mit­brü­der aus ande­ren Klös­tern und dem Deka­nat teil­nah­men sowie Pries­ter, zahl­reiche Gläu­bige und Vereine aus Ober­ried im Baye­ri­schen Wald, wo er seit 1976 als Seel­sor­ger gewirkt hatte und auch die Jahre seines Ruhes­tandes seit 2002 im Pfar­rhof ver­brachte. Zuneh­mende Kran­kheit und Alters­ge­bre­chen zwan­gen ihn, von dort Abschied zu neh­men und in die Nähe seines Klos­ters zurück zu kehren.

Keine sechs Wochen spä­ter wurde P. Bene­dikt nach einem Schla­gan­fall ins Bezirksk­li­ni­kum nach Regens­burg gebracht. Dort musste er eine Woche auf der Inten­sivs­ta­tion behan­delt wer­den. Die anschließende Reha wollte er in der Nähe sei­ner Hei­mat ver­brin­gen. Im Pon­ti­fi­ka­lamt an sei­nem Namens­tag, dem Hoch­fest des Heim­gangs des hl. Bene­dikt, 21. März, hatte Abt Tho­mas in den Für­bit­ten noch für seine Gene­sung gebe­tet. Nie­mand ahnte, dass unmit­tel­bar nach dem Got­tes­dienst ein Anruf sei­ner Schwes­ter sei­nen plötz­li­chen Tod mit­tei­len würde. P. Bene­dikt hatte erneut eine Gehirn­blu­tung erlit­ten, an der er gegen 6.30 Uhr im Alter von 52 Jah­ren ges­tor­ben ist. Am 25. März haben wir das Pon­ti­fi­kal­re­quiem für ihn gefeiert. Außer sei­nem hoch­be­tag­ten Vater, sei­nen Ges­ch­wis­tern, Ver­wand­ten und Freun­den aus der Hei­mat nah­men zahl­reiche Pries­ter und Gläu­bige aus der Umge­bung daran teil. Män­ner der FFW Ein­muß und Ober­scham­bach, wo P. Bene­dikt jah­re­lang als Expo­si­tus gewirkt hatte, tru­gen den Sarg in lan­ger Pro­zes­sion in die Gruft.

Zur glei­chen Zeit vers­tarb, eben­falls in einem Regens­bur­ger Kli­ni­kum, Herr Johann Brendl. Viele Jahr­zehnte lei­tete er unser Klos­ter­gut Buch­hof, für das sich P. Bene­dikt als Öko­nom mit Leib und Seele ein­ge­setzt hatte. Er hatte dort zunächst auch gewohnt, bis er im nahen Holz­har­lan­den ein Haus gebaut hatte. Am 23. März wurde er dort zu Grabe getragen.

Am 15. Februar erhielt P. Gre­gor die Nachricht von der schwe­ren Erkran­kung sei­ner Mut­ter. Noch wäh­rend er auf dem Weg zu ihr ins Kran­ken­haus war, vers­tarb sie. Wie schon zur Beer­di­gung seines Vaters herr­schte extremes Win­ter­wet­ter, so dass nicht alle zur Beer­di­gung gelan­gen konn­ten, die ihr das letzte Geleit geben wollten.

Alle unsere Vers­tor­be­nen und auch die vie­len, von deren Heim­gang wir eine Nachricht erhal­ten haben, schließen wir in die tägli­chen Für­bit­ten ein und wün­schen ihnen die ewige Ruhe bei Gott.

Got­tlob wur­den uns auch viele freu­dige Erei­gnisse ges­chenkt. Gleich zu Beginn des Kir­chen­jahres durfte der Klos­ter­markt ein kleines Jubiläum feiern. Alle Klös­ter, die zehn Jahre hin­durch daran teil­ge­nom­men hat­ten, wur­den geehrt und erhiel­ten ein Präsent. Da es nicht regnete und zeit­weise sogar eine leichte Schnee­decke für win­ter­liche Kulisse sorgte, waren die drei Markt­tage wie­der ein Magnet für etwa 20.000 Besu­cher. Beson­ders P. Bene­dikt hatte sich inten­siv um diese advent­li­chen Märkte geküm­mert. Da er dies­bezü­glich uner­setz­bar ist, kön­nen wir diese Tra­di­tion nun nicht mehr fortfüh­ren, Zum glei­chen Ter­min wer­den wir aber im klei­ne­ren Rah­men erst­mals einen „Wel­ten­bur­ger Klos­te­radvent“ veranstalten.

Für die Nach­folge von P. Bene­dikt im Amt des Zel­le­rars haben wir uns ent­schie­den, einen welt­li­chen Ver­wal­ter ein­zus­tel­len. Herr Hans Chris­tian Wag­ner aus Schwan­dorf küm­mert sich um die wirt­schaft­li­chen Belange und die Per­so­nal­fra­gen der Klos­ter­be­triebe. In der Klos­ter­ver­wal­tung steht ihm wei­te­rhin Frau Johan­na Lehn als Sekretä­rin zur Seite, die schon viele Jahre zuvor „die rechte Hand“ von P. Bene­dikt war.

Das Hoch­fest des hl. Bene­dikt am 11. Juli feier­ten wir in bewähr­ter Weise mit einem Pon­ti­fi­ka­lamt am Abend. Prä­lat Prof. Dr. Lud­wig Mödl aus Mün­chen pre­digte über das Cha­ris­ma des hl. Bene­dikt. Bei schö­nem Wet­ter genos­sen die Besu­cher nach dem Got­tes­dienst im Bier­gar­ten Bier und Brezen.

Höhe­punkt der Feier­li­ch­kei­ten dieses Jahres war am 1. Sep­tem­ber das 100jährige Jubiläum der Wie­de­re­rhe­bung unseres Klos­ters zur Abtei im Jahre 1913. Bischof Dr. Rudolf Vode­rhol­zer zele­brierte das Pon­ti­fi­ka­lamt. Die Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft sang unter der Lei­tung von Prof. Josef Kohlhäu­fl die Krö­nung­smesse von W. A. Mozart. Nach dem Fes­tes­sen fand im neu ges­tal­te­ten Fest­saal einen Fes­takt statt. Bischof Rudolf rich­tete noch­mals sein Wort an die Gäste. Gruß­worte spra­chen Staats­se­kretär Bernd Sibler als Ver­tre­ter des Baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten, Abt­präses Bar­na­bas Bögle sowie Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier und der stell­ver­tre­tende Bür­ger­meis­ter Peter Sichler. P. Dr. Michael Kauf­mann aus Met­ten hielt den Fest­vor­trag unter dem The­ma „ … vorha­bend, dieses Prio­rat spä­ter zur Abtey zu erhe­ben (Stif­tungs­brief 22. März 1842) Wel­ten­burg seit 100 Jah­ren wie­der Abtei“. Mit fein­sin­ni­gem Humor führte er die Zuhö­rer durch die Klos­ter­ges­chichte seit der Wie­der­grün­dung 1842.

An den Jubiläum­sfeier­li­ch­kei­ten hat­ten nahe­zu alle Äbte unse­rer Kon­gre­ga­tion teil­ge­nom­men. Am Abend waren aus allen elf Abteien der BBK die Äbte und Depu­tier­ten zur Eröff­nung des Gene­ral­ka­pi­tels ver­sam­melt, das alle vier Jahre abwech­selnd in den ein­zel­nen Klös­tern statt fin­det. Nach Abschluss der Bera­tun­gen endete das Kapi­tel am frü­hen Nach­mit­tag des 5. Septembers.

Am 22. Juli begann Herr Phi­lipp Risse aus Lang­quaid in unse­rer Abtei das Pos­tu­lat und freut sich auf seine Eink­lei­dung und den Anfang seines Novi­ziates. Er ist schon seit vie­len Jah­ren unse­rem Klos­ter verbunden.

Seit Juni haben wir wie­der einige Bie­nenvöl­ker im Klos­ter­gar­ten. Nach dem Tod von Fr. Rupert im Früh­jahr 2008 war dieses Auf­ga­ben­feld ver­waist. Fr. Simon hat sich in eini­gen Semi­na­ren in Landsberg/Lech in die Imke­rei einfüh­ren las­sen und hat nun die­sen Arbeits­be­reich zu sei­nen sons­ti­gen Verp­flich­tun­gen übernommen.

Auch durf­ten wir wie­der viele Gäste begrüßen. Beson­ders haben wir uns gefreut über einen Besuch unseres Bischofs Dr. Rudolf Vode­rhol­zer Anfang August, als er mit sei­ner Mut­ter und sei­nen Ver­wand­ten über­ra­schend in Wel­ten­burg einkehrte.

Einige Monate hat P. Marian Lei­bl aus Planks­tet­ten bei uns ver­bracht. Nach dem Aufen­thalt bei uns wech­selte er zu den Kapu­zi­nern nach Altötting.

Aus der Bene­dik­ti­ni­schen Konfö­de­ra­tion besuchte uns der neue Abt von Marien­berg in Süd­ti­rol Mar­kus Spa­nier sowie Erzabt Bischof Dr. Asz­trik Vars­ze­gi aus Pan­non­hal­ma (Ungarn).

Zum vier­ten mal hielt uns ein Mit­bru­der aus der Abtei Ger­leve die Kon­ven­texer­zi­tien. P. Dr. Chris­tian Brü­ning nahm vom 1. – 5. Januar 2013 für jede sei­ner Ans­pra­chen ein Kir­chen­lied zur Grund­lage. Im Pon­ti­fi­ka­lamt am Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn erneuer­ten wir dann die Gelübde. Wegen Regens erfolgte die Donau­se­gnung vom Por­tal der Kirche aus.

Am 15. und 16. Februar fand in unse­rem Gäs­te­haus die Früh­jahrs­voll­ver­samm­lung der Arbeits­ge­mein­schaft der Ordensmän­ner (AGOM) unseres Bis­tums statt. Refe­ren­tin war Frei­frau Michae­la von Hee­re­mann, die als eine der vier Auto­rin­nen über den You­cat sprach.

Am Hoch­fest unseres Klos­ter- und Pfarr­pa­trons St. Georg besuch­ten uns vier Prä­mons­tra­ten­ser aus der Abtei Ham­born (Duis­burg), die an der Pon­ti­fi­kal­ves­per und am Aben­des­sen teil­nah­men. Pas­send zum Fest­tag schenkte uns Frau Anne­liese Heinz, Nab­burg, aus dem Nachlass ihres vers­tor­be­nen Pries­te­ron­kels eine Reli­quie des hl. Georg. Einen ande­ren Reli­quien-Besuch hat­ten wir bereits am 10. März. Ein Reli­quiar der hei­li­gen Anna Schäf­fer bereiste das Bis­tum. Erste Sta­tion unseres Land­kreises Kel­heim waren Pfar­rei und Abtei Weltenburg.

Den Pri­miz­se­gen spen­dete uns am 14. August nach der ers­ten Ves­per vom Hoch­fest der Auf­nahme Mariens in den Him­mel Neu­pries­ter Stef­fen Brinkmann.

Unser Oblate Fr. Mater­nus (Lam­bert Hell­mann) über­gab am 11. Juni Abt Tho­mas die Lam­ber­tus-Pla­kette mit einem Begleit­schrei­ben des Lüt­ti­cher Bischofs.

Am 12. Juli konnte Abt Tho­mas einen pro­mi­nen­ten Gast begrüßen, Ber­lins Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter Klaus Wowe­reit, der sich zu einem pri­va­ten Besuch in der Region aufhielt.

Ein eher unan­ge­neh­mer „Gast“ war in die­sem Jahr die Donau. Wie in vie­len ande­ren Gegen­den Deut­schlands und Euro­pas wur­den wir von einem großen Hoch­was­ser heim­ge­sucht. Anfang Juni wur­den recht­zei­tig die mobi­len Ele­mente des Hoch­was­ser­schutzes von der FFW Kel­heim auf­ge­baut. In Tei­len des Land­kreises musste Katas­tro­phe­na­larm aus­gelöst wer­den. Auch die Bewoh­ner der Asam­straße, die ent­lang der Donau vom Dorf zum Klos­ter führt, muss­ten nachts ihre Häu­ser ver­las­sen, wäh­rend mit Hilfe der Bun­des­wehr Schutz­maß­nah­men im Dorf errich­tet wur­den. Der im Jahr 2006 gebaute Hoch­was­ser­schutz hat sich bes­tens bewährt, so dass unser Klos­ter nahe­zu von den Was­ser­mas­sen ver­schont geblie­ben ist. Dank­bar dür­fen wir fests­tel­len, dass sich die Inves­ti­tio­nen zum Hoch­was­ser­schutz gelohnt haben.

Nach dem Abbau der mobi­len Schut­ze­le­mente folgte eine zweite Flut­welle, so dass sie noch­mals antrans­por­tiert und ins­tal­liert wer­den muss­ten. Ganz herz­lich dan­ken wir an die­ser Stelle der FFW Kel­heim für ihren stets treuen und hilf­sbe­rei­ten Dienst zum Schutz des Klosters.

?Haup­tan­lie­gen einer sol­chen Chro­nik ist der Rück­blick. Wir bli­cken aber auch schon voraus, beson­ders auf die Eröff­nung des neuen Gäs­te­hauses am 1. März 2014. Es ste­hen dann wie­der mehr Zim­mer zur Verfü­gung, die trotz klös­ter­li­cher Schlich­theit allen not­wen­di­gen Kom­fort bie­ten möch­ten. Bei unse­ren Umbau­maß­nah­men war uns eine behin­der­ten­freund­li­chere Ges­tal­tung wich­tig, so dass wir mit einem größe­ren Auf­zug auch geh­be­hin­der­ten Men­schen einen bar­rie­re­freien Zugang zu den Zim­mern und Semi­narräu­men ermö­gli­chen. Fer­ner kön­nen wir unse­ren Gäs­ten einige behin­der­ten­ge­rechte Zim­mer anbie­ten. Die Rezep­tion für unser Gäs­te­haus wird zukünf­tig im Ein­gang­sbe­reich der Klos­te­ran­lage, im Tor­bau, sein. Schon jetzt heißen wir Sie im Haus St. Georg herz­lich willkommen.

Hier möch­ten wir auch auf unser Ange­bot an Kur­sen und Semi­na­ren im Jahr 2014 hin­wei­sen, die bereits hier über unsere Home­page gebucht wer­den können :

Wir wün­schen Ihnen besinn­liche Wochen des Advents, ein gese­gnetes Weih­nachts­fest und Gottes Geleit im Jahr 2014,

Ihre Bene­dik­ti­ner in Weltenburg

Jahresbericht 2012

Advent 2011– Advent 2012

Wie­der lädt uns das zu Ende gehende Jahr zur Rück­schau ein. Gemäß klös­ter­li­cher Tra­di­tion fol­gen wir dabei nicht dem bür­ger­li­chen Kalen­der (1. Januar – 31. Dezem­ber), son­dern dem kir­chli­chen, der mit dem 1. Advent beginnt und mit dem Sam­stag nach dem Christkö­nig­sfest schließt. Darum wer­den diese Zei­len im Novem­ber ges­chrie­ben, dem Monat, in dem wir beson­ders unse­rer Vers­tor­be­nen geden­ken. Dazu gehö­ren heuer auch zwei Mit­brü­der unseres Kon­ventes, der älteste, Altabt Dr. Tho­mas Nig­gl (89), der zu Beginn des Berichts­jahres vers­tarb, und der jüng­ste, Fr. Petrus Maria Pir­thauer (30), der erst vor weni­gen Wochen von uns ging.

Altabt Tho­mas starb am 10.12.2011, in der Nacht zum 3. Advent in Ettal. Mit ihm begann in unse­rem Klos­ter ein Neuauf­bruch, wenn­gleich viele zuvor schon das Ende des Klos­ters besie­gelt sahen. Durch Ver­mit­tlung des dama­li­gen Diö­ze­san­bi­schofs Dr. Rudolf Gra­ber wurde er 1975 nach Wel­ten­burg pos­tu­liert und nach drei­jäh­ri­gem Wir­ken als Admi­nis­tra­tor zum Abt gewählt. In den 80er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jah­rhun­derts tra­ten dann zahl­reiche Män­ner aus nah und fern in das Klos­ter ein, das damals zeit­wei­lig fast 30 Mönche zählte. Nach sei­ner Resi­gna­tion 1995 ging er nach Ettal zurück, wo er in den letz­ten Jah­ren mit Opfern und Liebe von den dor­ti­gen Mit­brü­dern in der Infir­me­rie betreut und gep­flegt wurde, wofür wir ihnen ein herz­liches „Ver­gelt’s Gott“ sagen möch­ten. Am 15.12. zele­brierte Alt­bi­schof Dr. Vik­tor Josef Dam­mertz OSB von Aug­sburg, der frü­here Abt­pri­mas unseres Ordens, das Pon­ti­fi­kal­re­quiem in der Klos­ter­kirche, bei dem Weih­bi­schof Rein­hard Pap­pen­ber­ger von Regens­burg, Abt­präses Bar­na­bas Bögle von Ettal und die meis­ten Äbte der Kon­gre­ga­tion sowie unser Konvent kon­ze­le­brier­ten. Es nah­men auch viele Pries­ter, Ordens­leute und Gläu­bige teil, darun­ter Ver­wandte und Bewoh­ner sei­ner Hei­mat Mur­nau. Eben­so waren Poli­ti­ker aus Land­kreis und Stadt Kel­heim ver­tre­ten sowie die Fah­ne­na­bord­nun­gen aller Feuer­weh­ren der Klos­ter­ge­mein­den. Die musi­ka­lische Ges­tal­tung hatte Prof. Josef Kohlhäu­fl mit einer Scho­la ehe­ma­li­ger Regens­bur­ger Dom­spat­zen über­nom­men. Ein lan­ger Pro­zes­sions­zug beglei­tete den Sarg zur Gruft, wo er zur letz­ten Ruhe gebet­tet wurde.

Fr. Petrus Maria Pir­thauer hatte nach ein­jäh­ri­ger Pro­be­zeit am Hoch­fest der Auf­nahme Mariens in den Him­mel, dem 15.08., im Kreis zahl­rei­cher Ver­wand­ter und Freunde, darun­ter auch junge Ordens­leute, Semi­na­ris­ten und Pries­ter die ewige Pro­fess abge­legt. Bei schöns­tem Wet­ter war es ein frohes Fest für alle. Nach dem feier­li­chen Pon­ti­fi­ka­lamt in der Klos­ter­kirche folgte das Fes­tes­sen im Barock­saal. Im Okto­ber ver­brachte er sei­nen Urlaub bei sei­ner Fami­lie in Wei­den und kehrte am 18.10. zurück. Am 19.10. wurde fr. Petrus in der Frühe, bevor dass Chor­ge­bet begann, tot in der Kirche auf­ge­fun­den. Schon bald bestä­tigte sich durch Abschied­sbriefe die Befürch­tung, was sich Schre­ck­liches in der Nacht erei­gnet haben musste. Am 25.10. zele­brierte Abt Tho­mas das Pon­ti­fi­kal­re­quiem, an dem auch viele Äbte und Mit­brü­der aus ande­ren Klös­tern teil­nah­men sowie seine Ver­wand­ten und zahl­reiche Freunde und Bekannte aus sei­ner Hei­mat. In die­ser schwe­ren Stunde des Abschiedes gab uns in der Homi­lie ein Wort aus den Psal­men, das uns auch wei­ter beglei­ten und hel­fen kann, geist­liche Wei­sung und Trost :

Herr, du hast mich erfor­scht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken.Du bist ver­traut mit all mei­nen Wegen. …

Würde ich sagen : „Fins­ter­nis soll mich bede­cken, statt Licht soll Nacht mich umge­ben“, auch die Fins­ter­nis wäre für dich nicht fins­ter, die Nacht würde leuch­ten wie der Tag, die Fins­ter­nis wäre wie Licht. (Psalm 139)

Wie auch für die ande­ren zuletzt vers­tor­be­nen Mit­brü­der zele­brier­ten wir 30 Tage lang die hei­lige Messe für ihn.

Wir beglei­te­ten auch drei wei­tere uns sehr Ver­bun­dene auf ihrem letz­ten irdi­schen Weg. Kurz nach Altabt Tho­mas vers­tarb in Abens­berg am Mor­gen des 19.12. Herr Anton Röhrl, lang­jäh­ri­ger Päch­ter der Klos­ter­schenke. Ein halbes Jahr nach ihm vers­tarb am 20.06. seine Frau Elfriede Röhrl, die mit ihm in all den Jah­ren gemein­sam die Klos­ter­schenke geführt und geprägt hatte. Für beide zele­brierte Abt Tho­mas in der Abtei­kirche ein Pon­ti­fi­kal­re­quiem, das von Prof. Kohlhäu­fl mit sei­ner Scho­la musi­ka­lisch ges­tal­tet wurde. Die Beer­di­gun­gen waren dann im Anschluss auf dem Abens­ber­ger Fried­hof. Nach ihrer Hei­rat 1954 über­nah­men die jun­gen Wirts­leute die Klos­ter­schenke und inves­tier­ten ihre jugend­liche Kraft in den Auf­bau einer moder­nen Gast­wirt­schaft. Denn gerade Ende der 50iger und in den 60iger Jah­ren ist der Besu­chers­trom in Wel­ten­burg immer mehr ange­wach­sen. Voraus­schauend und weit­bli­ckend hat die Klos­ter­schenke damals die Wei­chen ges­tellt durch Moder­ni­sie­run­gen und Erwei­te­run­gen und so auch Akzente für den Tou­ris­mus in der gesam­ten Region gesetzt. Neben der Füh­rung der Klos­ter­schenke waren die Ehe­leute Röhrl auch in zahl­rei­chen Ehrenäm­tern enga­giert wie etwa bei der Wel­ten­bur­ger Aka­de­mie und der Stif­tung Aven­ti­num. Ihr Ein­satz auf kul­tu­rel­ler Ebene ragt aber beson­ders heraus. Für vieles waren sie Ini­tia­to­ren und Motor. Beson­ders erwähnt seien die Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft und die „Gruppe Ges­chichte“ der Wel­ten­bur­ger Akademie.

Am 4.08. vers­tarb nach lan­gem Lei­den der eme­ri­tierte Regens­bur­ger Weih­bi­schof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger. Er war viele Jahre für die Ordens­leute des Bis­tums zustän­dig und nahm z. B. fast an jeder Sit­zung der AGOM teil, die auch immer wie­der in unse­rem Gäs­te­haus tag­ten. Meh­rere Mit­brü­der weihte er in unse­rer Klos­ter­kirche zu Dia­ko­nen. Abt Tho­mas nahm sowohl am Pon­ti­fi­kal­re­quiem im Hohen Dom zu Regens­burg teil als auch an der Bei­set­zung in der Pfarr­kirche sei­ner Hei­mat Hof­kir­chen teil.

Nach so viel trau­ri­gen Anläs­sen kön­nen wir got­tlob aber auch von fro­hen Stun­den und Tagen berichten :

So begann das Kir­chen­jahr wie­der mit dem Advents­markt, bei dem auch zwei neue Klös­ter ver­tre­ten waren, die Abteien Pan­non­hal­ma (Ungarn) und Müns­ter­sch­war­zach. Zur Freude der Kin­der war wie­der der Esel „Mimi“ dabei. Jeden Abend bes­chenkte sie der Niko­laus, der in fest­li­cher Pro­zes­sion in den Klos­te­rhof ein­zog. Trotz Nie­drig­was­ser konn­ten die Schiffe zu den „Glüh­wein­fahr­ten“ aus Kel­heim noch kom­men. Zahl­reiche Grup­pen aus ganz Deut­schland waren dazu schon seit lan­gem ange­mel­det. In die­sen Tagen rüs­ten wir uns zum zehn­ten Klostermarkt.

Von den zahl­rei­chen Besu­chern, die uns das Jahr hin­durch beehr­ten, möch­ten wir einige beson­ders erwäh­nen. Bischof Gre­gor Maria Hanke OSB von Eichstätt kam am 29.04. mit dem ortho­doxen Bischof Cor­ne­liu aus Rumä­nien und des­sen Beglei­tern zu uns. Sie nah­men an der Ves­per, am Aben­des­sen und an der anschließen­den Rekrea­tion teil. Am 29.05. unter­nah­men die Dele­gier­ten der Liga-Bank einen Aus­flug zum Klos­ter. Prof. Kohlhäu­fl ges­tal­tete mit sei­nem Chor eine Marien-Ves­per. Er been­dete in die­sem Jahr die musi­ka­lische Lei­tung der Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft, die er 30 Jahre lang mit großen Enga­ge­ment und Kön­nen ausübte. Beim Som­mer­kon­zert am 14.07. diri­gierte erst­mals Herr Wolf­gang Hör­lin. Am 22.07. stat­tete uns Regio­nal­bi­schof Hein­rich Tim­me­re­vers (Vech­ta / Müns­ter) einen Besuch ab. Er wurde u. a. vom Offi­zia­lats­rat Msgr. Bernd Win­ter beglei­tet, der vor 25 Jah­ren in unse­rer Abtei­kirche die Pries­ter­weihe emp­fan­gen hatte. Am 5.08. beglei­tete Fürs­tin Glo­ria von Thurn und Taxis Kurien­bi­schof Giu­seppe Sciac­cia nach Wel­ten­burg. Am 30.08. fand zum drit­ten mal der Kon­ven­taus­flug des Holy Cross Monas­te­ry (Texas) zu uns statt. Vom 2.–4.11. nahm der Abt­präses der Otti­lia­ner Kon­gre­ga­tion, Erzabt Jere­mias Schrö­der mit zwei Mit­brü­dern an einer Tagung in unse­rem Gäs­te­haus teil.

Wir sel­ber durf­ten beim Kon­ven­taus­flug am 20.11. die Gast­freund­schaft der Dillin­ger Fran­zis­ka­ne­rin­nen im ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­nerk­los­ter Michel­feld bei Auer­bach erfah­ren. Obe­rin Sr. Mad­len emp­fing uns mit Kaf­fee und Gebäck. Anschließend hielt uns in der his­to­ri­schen Gewan­dung des hl. Sti­fer­bi­schofs Otto von Bam­berg Herr Dietl eine ausführ­liche Füh­rung in der Asam­kirche und Sakris­tei. Um 12.00 Uhr waren wir bei den Schwes­tern im Refek­to­rium zum Mit­ta­ges­sen ein­ge­la­den und haben im Anschluss im Herz-Jesu-Chor die Mit­tag­shore gesun­gen. Dann unter­nah­men wir einen Spa­zier­gang zum Fried­hof, durch die Regens Wag­ner Werkstät­ten, den « Sin­nes­weg » und die Sti­cke­rei. Vor der Rück­fahrt war mit den Schwes­tern gemein­sa­mer Kaf­fee. Wir dan­ken ihnen herz­lich für den schö­nen Tag !

Wäh­rend es im Konvent keine Neuein­tritte gab, sind zwei frohe Anlässe in der Obla­ten­ge­mein­schaft zu nen­nen. Am 8.07. legte Herr Mat­thias Mitlöh­ner in der Mit­tag­shore die Obla­tion ab und erhielt den hl. Boni­fa­tius zu sei­nem Patron. Auch seine Fami­lie konnte dabei zuge­gen sein. Am 29.10. wurde Herr Peter Ehr­lin­ger in das Pro­be­jahr der Obla­ten aufgenommen.

In die­sem Jahr hat­ten wir auch meis­tens Glück mit dem Wet­ter. So konnte nach drei Jah­ren wie­der die Fron­leich­nam­spro­zes­sion von der Abtei­kirche ins Dorf statt­fin­den. Am Hoch­fest St. Bene­dikt, Patron Euro­pas, 11.7. konn­ten wir wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nach dem Pon­ti­fi­ka­lamt in den Bier­gar­ten ein­la­den. Die Fest­pre­digt hielt uns dieses mal Pfar­rer Dr. Cle­mens Her­genrö­der aus Ingolstadt.

Das bür­ger­liche Jahr began­nen wir tra­di­tio­nell zur gemein­sa­men geist­li­chen Stär­kung in den Kon­ven­texer­zi­tien, zu denen uns der dama­lige Pro­vin­zial der Pas­sio­nis­ten, P. Dr. Gre­gor Len­zen beglei­tete. Abt Tho­mas stärkte seine Gesund­heit mit einer dreiwö­chi­gen Kneipp­kur in Bad Wöri­sho­fen ab 17.07. In Rom nahm er vom 15. – 26.09. am Äbte­kon­gress des Ordens in S. Ansel­mo teil. Dort wähl­ten die Ver­sam­mel­ten Abt Not­ker Wolf für wei­tere vier Jahre zum Abt­pri­mas unseres Ordens. Nach Rom zog zum Win­ter­se­mes­ter auch P. Lukas, um an der päpst­li­chen Uni­ver­sität Gre­go­ria­na Spi­ri­tua­lität zu stu­die­ren. Er wohnt im Kol­leg S. Ansel­mo. Einen Tage­saus­flug nach Rom unter­nah­men am 21.10. P. Gre­gor und Fr. Simon. Sie nah­men dort an der Hei­lig­spre­chung der Anna Schäf­fer aus dem nahen Min­del­stet­ten teil.

Viele die­ser Anlässe, Feste und Besuche konn­ten uns zu einer geist­li­chen „Rüst­zeit“ dienen und stär­ken. Weni­ger ange­nehm war die äußere „Rüst­zeit“. Über viele Monate hin­weg waren große Teile des Gäs­te­hauses, der Klos­ter­schenke und des Torhauses ein­gerüs­tet, so dass unsere Gäste, Anges­tell­ten und wir mit aller­lei Ein­schrän­kun­gen leben muss­ten und teil­weise noch müs­sen. Inz­wi­schen konn­ten aber die Sanie­rung der Dächer und der Außen­fas­sa­den abges­chlos­sen wer­den, so dass nun mit dem Inne­naus­bau des Gäs­te­hauses begon­nen wurde. Wir hof­fen, bis Ende kom­men­den Jahres fer­tig zu wer­den, so dass dann wie­der Ein­zelgäste und Grup­pen in größe­rer Zahl die neuen Zim­mer und Räum­li­ch­kei­ten nut­zen und genießen können.

Nicht nur an den Gebäu­den nagt der Zahn der Zeit, son­dern auch an unse­rer Gesund­heit. P. Cle­mens musste sich mehr­mals in die Gold­bergk­li­nik nach Kel­heim bege­ben und zog von sei­nem Zim­mer in der Klau­sur im Juni in die Infir­me­rie um. Nach einem Monat Kurz­zeitp­flege im Cari­tas Alten­heim St. Josef in Neus­tadt, kehrte er gut erholt zurück, so dass er nun wie­der am Kon­ven­tamt und den Mahl­zei­ten teil­neh­men kann. P. Raphael konnte nach sei­ner Eme­ri­tie­rung 2002 als Expo­si­tus in Ober­ried am Arber wei­te­rhin im dor­ti­gen Pfar­rhaus woh­nen blei­ben. Zuneh­mende Alters­schwäche und Erkran­kun­gen mach­ten mehr­mals Aufen­thalte im Kreis­kran­ken­haus Viech­tach not­wen­dig. Er ist nun auf Pflege ange­wie­sen und über­sie­delte in das Neustäd­ter Altenheim.

Aus dem Kreis der Anges­tell­ten wurde am 26.04. Frau Stein­ber­ger verab­schie­det, die viele Jahre in unse­rer Wäsche­rei gewirkt hatte.

Zwei ihrer Vorgän­ge­rin­nen, die Ges­ch­wis­ter Her­mine Fröh­ler und Otti­lie Trübs­wet­ter aus Wel­ten­burg, waren in den Mona­ten zuvor vers­tor­ben und wur­den auf dem Fried­hof in Wel­ten­burg bes­tat­tet. Einer tücki­schen Kran­kheit fiel auch unsere frü­here Köchin Frau Maria Ober­maier zum Opfer.

Mit dem Tod haben wir die­sen Jah­res­be­richt begon­nen, mit dem Tod ihn auch abges­chlos­sen. So wenig ange­nehm dieses The­ma auch für uns alle ist, das Ster­ben gehört zum Leben dazu. Schon der hei­lige Bene­dikt mahnt uns im IV. Kapi­tel sei­ner Regel, „sich den dro­hen­den Tod täglich vor Augen zu hal­ten.“ Aber er ist nicht das Letzte – son­dern Durch­gang zum Leben, zum ewi­gen Leben. Dass uns dieses in Chris­tus ent­ge­gen gekom­men ist, dür­fen wir bald wie­der am Weih­nachts­fest feiern. Mit­ten in der Nacht einer tod­ge­weih­ten Welt wird im Got­tes­sohn jener gebo­ren, der von sich bekennt : „Ich bin der Weg, die Wah­rheit und das Leben“. So geht er mit uns durch so manches Dun­kel unseres Lebens. Wir wün­schen Ihnen allen den Beis­tand dieses göt­tli­chen Beglei­ters zu den kom­men­den weih­nacht­li­chen Feier­ta­gen, dem Jah­res­wech­sel und dann auf all Ihren Wegen im ANNO DOMINI 2013,

Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg