Die Kirche

Der Außenbau

Das Äuße­re der Kir­che ist schlicht und ein­fach und läßt nicht den inne­ren Reich­tum, ja nicht ein­mal die inne­re Raum­ge­stal­tung ahnen.
Nur die alles über­ra­gen­de Kup­pel deu­tet auf eine Zen­tral­an­la­ge hin. Die­se ist glatt ver­putzt und durch zwölf Fens­ter, abwech­selnd oval und geschweift umrahmt, gegliedert.

Die West­fas­sa­de aus Hau­stein ist etwas rei­cher gestal­tet und absicht­lich nur ein­ge­schos­sig gehal­ten mit zwei über­ein­an­der­ge­setz­ten Fenstern.
Ver­kröpf­te Pilas­ter tra­gen ein abge­stuf­tes Kranz­ge­sims, das einen Drei­ecks­gie­bel trägt.

Auf dem Gie­bel­dach steht St. Benedikt.

Das Por­tal ist von Säu­len flan­kiert. Dar­über durch­bricht ein log­gi­en­ar­ti­ges Rund­bo­gen­fens­ter das Gesims.

Der Innenraum

Überblick

Das Inne­re ist klar in drei Räu­me auf­ge­glie­dert: die Vor­hal­le, den Haupt­raum und das Presbyterium. 

Die Vor­hal­le weist als Grund­riß eine Ellip­se auf. Sie ist durch ioni­sche Pilas­ter geglie­dert. Ihre Decke ist flach. Dar­über liegt der Psal­lier­chor der Mön­che und die Orgel­em­po­re mit einem Ton­nen­ge­wöl­be. Vor­hal­le und Psal­lier­chor wer­den durch Fas­sa­den­fens­ter ausgelichtet. 

Der Haupt­raum ist 19,5 m lang und 14,5 m bereit und stellt im Grund­riß eben­falls eine Ellip­se dar. Über einer offe­nen Kup­pel in 20 m Höhe ist er flach abge­deckt. Acht Säu­len aus Wel­ten­bur­ger Mar­mor tra­gen die ein­ge­häng­te, vor­ge­wölb­te Kup­pel­kon­struk­ti­on mit ihrem Schei­tel­aus­schnitt und zwölf Fens­tern an der Außen­wand der Kup­pel. An das Oval des Haupt­rau­mes sind rechts und links zwei 11,10 m hoche Flach­ni­schen ange­setzt. Eine wei­te­re Auf­glie­de­rung bedeu­ten die vier über­eck gestell­ten Altar­ni­schen. Die­ser bedeu­ten­de Grund- und Auf­riß (Kup­pel­kon­struk­ti­on) steht nach Bern­hard Ker­ber unter dem Ein­fluß von Berni­nis S. Andrea al Qui­ri­na­le in Rom und den von ihm ver­öf­fent­lich­ten Plä­nen von Andrea Poz­zo als Vor­stu­fe für Weltenburg. 

Das Pres­by­te­ri­um ist ein Recht­eck mit ange­schlos­se­ner halb­run­der Apsis. Der Raum wird nach oben abge­schlos­sen durch ein Ton­ne- bzw. Lat­ten­ge­wöl­be. Nord- und Süd­wand sind durch ein auf zwei Säu­len ruhen­des Ora­to­ri­um mit vor­kra­gen­dem Bal­kon unter­bro­chen. Durch drei rück­wärts ange­brach­te Fens­ter wird die­ser Raum beson­ders von der Mor­gen­son­ne herr­lich verklärt.

Die Vorhalle

Die­se wur­de 1751 von Anton Neu aus Prü­fe­ning, wohl nach den Ideen der Brü­der Asam, so gestal­tet, daß sie ihrer Auf­ga­be gerecht wer­den kann: den Besu­cher beim Betre­ten des Got­tes­hau­ses in die ent­spre­chen­de inne­re Hal­tung zu ver­set­zen. Durch drei Moti­ve sucht sie die­ses zu erreichen. 

1. Motiv 
Die vier Jah­res­zei­ten in den Ecken kreuz­wei­se sprin­gend: der Früh­ling mit sei­nen knos­pen­den Zwei­gen, gegen­über der Som­mer mit fei­nem Blu­men­ge­bin­de, der Herbst mit sei­nen Früch­ten und der Win­ter mit einem qual­men­den Ofen. Das Gan­ze will sym­bo­lisch den Erden­weg des Men­schen andeu­ten mit sei­ner Kind­heit, sei­ner Jugend­zeit, den Jah­ren sicht­ba­ren Erfol­ges und den Tagen des Alters. 

2. Motiv 
Die Beicht­stüh­le mit den Brust­bil­dern der Buß­hei­li­gen Petrus und Mag­da­le­na. Sie wei­sen hin auf die Tat­sa­che der Sün­de und auf die Mög­lich­keit, dafür Süh­ne zu leis­ten und in der sakra­men­ta­len Beich­te Ver­zei­hung erlan­gen zu können. 

3. Motiv 
In vier Kar­tu­schen am Decken­rand behan­deln Stuck­ge­bil­de die vier letz­ten Dinge: 
Tod, dem nie­mand ent­rinnt, ange­deu­tet durch die Zei­chen der geist­li­chen und welt­li­chen Macht; 
Gericht über dem Fens­ter des Por­tals, mit den Sym­bo­len der Gerech­tig­keit Got­tes: Waa­ge, Schwert und Buch mit Richterspruch; 
Höl­le, deren Dar­stel­lung von tie­fer Sym­bo­lik ist: eine Schlan­ge, die einen Kreis bil­det, um die End­lo­sig­keit anzu­deu­ten, Feu­er­flam­men, Fackel, lee­res Gefäß als Bil­der für die Qual einer unstill­ba­ren Gottessehnsucht;
Him­mel als Schau­en­dür­fen ins Ant­litz des Drei­fal­ti­gen Got­tes (gleich­sei­ti­ges Drei­eck mit dem Auge der All­wis­sen­heit und ein ver­klär­tes Men­schen­herz). Das Gemäl­de an der Decke 1745 von Franz Asam (Sohn des Cos­mas Dami­an Asam) stellt das jüngs­te Gericht dar. 

Der Raum der Vor­hal­le ist vom Archi­tek­ten bewußt nied­rig gewählt und besinn­lich in sei­ner Aus­stat­tung, um dem Besu­cher das Geschöpf­sein ins Gedächt­nis zurück­zu­ru­fen und sei­ne Klein­heit vor dem unend­li­chen Gott, zu dem er „Du“ und „Vater“ sagen darf. Um so befrei­en­der wirkt dann der Ein­tritt in das Kuppeloval.

Der Hauptraum

ist gekenn­zeich­net durch eine har­mo­ni­sche Glie­de­rung sei­ner Wän­de in vier gro­ße und vier klei­ne Nischen, durch sei­nen gold­glän­zen­den Stuck und sei­ne far­ben­fro­hen Fres­ken an Decke und Wänden.

Die vier großen Nischen

Die ers­te befin­det sich rück­wärts und ver­bin­det Vor­hal­le mit Haupt­raum. Ihre obe­re Hälf­te ist aus­ge­füllt durch die Orgel, die in ihren fein­ge­schweif­ten Lini­en sehr wir­kungs­voll die west­li­che Innen­wand schmückt. Die unte­re Hälf­te ist durch zwei Säu­len noch ein­mal unterteilt. 

Die zwei­te gro­ße Nische an der Süd­sei­te ist durch ein Fres­ko aus­ge­füllt. Es zeigt die Ankunft von Bene­dik­ti­nern in Ame­ri­ka mit dem Schiff „San­ta Maria“ des Chris­toph Colum­bus 1492. Das Fels­ge­stein will auf die Land­schafts­ver­bun­den­heit der Kir­che hinweisen. 

Die drit­te Nische ist die gro­ße Tor­öff­nung zum Presbyterium. 

Die vier­te ist wie­der eine Flach­ni­sche, in die sehr geschickt die Kan­zel aus Wel­ten­bur­ger Mar­mor hin­ein­kom­po­niert wur­de. Die bei­den Gemäl­de­hälf­ten neh­men Bezug auf den das Evan­ge­li­um pre­di­gen­den St. Bene­dikt über dem Schall­de­ckel und hal­ten das Echo sei­ner Wor­te fest: die lin­ke Sei­te die Zustim­mung, erläu­tert an Hand von Per­sön­lich­kei­ten aus der Geschich­te, die rech­te Hälf­te die Ableh­nung in Alle­go­rien (Stolz, Ver­göt­zung irdi­scher Werte).

Auf den Haupt­bö­gen der gro­ßen Nischen sit­zen die beweg­ten Figu­ren der 4 Evan­ge­lis­ten Johan­nes, Mat­thä­us, Mar­kus und Lukas mit ihren Attri­bu­ten Adler, Engel, Löwe, Stier. Die gro­ße Hohl­keh­le der Kup­pel ist durch 8 ver­zier­te Gur­te in 4 schma­le und 4 brei­te Fel­der ein­ge­teilt. In den schma­len über den 4 Altä­ren schwe­ben auf edlem Bro­ka­thin­ter­grund die Erz­engel Micha­el, Gabri­el, Rapha­el und Uri­el. Die brei­ten schmü­cken 4 reich umrahm­te, ver­gol­de­te Sze­nen­bil­der. Über dem Evan­ge­lis­ten Johan­nes der Tod St. Bene­dikt, über dem Evan­ge­lis­ten Mat­thä­us die Begeg­nung des Goten­fürs­ten Toti­la mit St. Bene­dikt, über dem Evan­ge­lis­ten Mar­kus der Tod sei­ner Schwes­ter Scho­las­ti­ka, über dem Evan­ge­lis­ten Lukas der Bau des Klos­ters Mon­te Cas­si­no. Der Rah­men des Kup­pel­aus­schnit­tes ist mit Orna­men­tik, Wol­ken­ge­bil­den und Engel­grup­pen belebt, die den Ster­nen­rei­fen tra­gen. Zwi­schen die­sem und der Brüs­tung schaut an der Süd­sei­te der Archi­tekt und Maler her­ab: Cos­mas Dami­an Asam in Künst­ler­klei­dung sei­ner Zeit, im Decken­fres­ko schräg über ihm als Geni­us sein Bru­der Egid Quirin.

Die vier kleinen Nischen

Sie sind durch Altä­re aus­ge­füllt, die von Egid Qui­rin Asam stam­men. In ihrem Auf­bau sind sie alle gleich. Der Altar­tisch ist vor­ne mit Orna­men­ten reich geziert und ver­gol­det. Der Stuck­mar­mor setzt sich fort in den gewun­de­nen Säu­len, die ein ova­les Reli­ef und ein recht­eckig umrahm­tes Bild flan­kie­ren und in einen Bal­da­chin aus feins­tem Stuck einmünden. 

  • Der vor­de­re Altar auf der Süd­sei­te hat im Reli­ef St. Josef und auf dem Bild die Hlst. Drei­fal­tig­keit mit der Krö­nung Mariens; 
  • der vor­de­re Altar der Nord­sei­te Schutz­en­gel und ein ergrei­fen­des Kreuzigungsbild; 
  • der rück­wär­ti­ge Altar der Süd­sei­te: im Reli­ef Johan­nes Nepo­muk, im Bild Mau­rus, den Pla­zi­dus rettend; 
  • der rück­wär­ti­ge Altar der Nord­sei­te: St. Scho­las­ti­ka, im Bild eine Visi­on St. Benedikts. 

Die drei letz­te­ren stam­men von Cos­mas Dami­an Asam. 

Das Deckenfresko

des Haupt­rau­mes stellt in gemal­ter Archi­tek­tur mit Säu­len, Gesims und Täfe­lung die ver­klär­te Kir­che dar. In der Kup­pel der Hl. Geist als die Herz­mit­te der Kir­che, vor­ne Gott­va­ter und Gott­sohn, wie sie Maria krö­nen. Dar­un­ter schließt sich die Auf­nah­me des Kir­chen­pa­trons St. Georg an. Rechts davon die Alle­go­rie „Tri­um­phie­ren­de Kir­che“, Bene­dikt und Scho­las­ti­ka; dann an der Spit­ze des Kon­ven­tes Abt Mau­rus Bächl mit Rauch­man­tel, dane­ben der Stuk­ka­tor der Kir­che Egid Qui­rin Asam als Geni­us gezeich­net, anschlie­ßend der hl. Mar­tin und die bei­den Regens­bur­ger Bischö­fe Wolf­gang und Emmer­am und die hll. Frau­en und Jung­frau­en Hele­na, Ursu­la, Bar­ba­ra, Katha­ri­na, an der Orgel Cäci­lia, neben ihr König David und Ver­tre­ter des Alten Bun­des; über der Kan­zel die 12 Apos­tel und der Bay­ern­apos­tel St. Rupert. 

Zusam­men­fas­send kann gesagt wer­den, daß für Cos­mas Dami­an Asam auch für die­sen Raum eine tie­fe theo­lo­gi­sche Kon­zep­ti­on bestim­mend war. Er woll­te den Kon­trast her­aus­ge­stellt wis­sen zwi­schen Licht und Dun­kel als den Sym­bo­len für mensch­li­ches Suchen, Tas­ten und Fra­gen nach Sinn und Wesen sei­ner selbst und der lie­ben­den Ant­wort Got­tes in sei­ner Offen­ba­rung. Die Wucht der Mate­rie, wie sie sich in den Säu­len und Lise­nen der unte­ren Par­tien zeigt und die nach oben hin mehr und mehr abnimmt und schließ­lich gänz­lich sich auf­löst, dies darf wohl sinn­bild­haft als Andeu­tung der Ver­klä­rung alles geschaf­fe­nen Seins gewer­tet wer­den. Der gan­ze Raum – eine nicht zu über­hö­ren­de Auf­for­de­rung: „Empor die Herzen“!

Das Presbyterium

Den Mit­tel­punkt des Pres­by­te­ri­ums bil­det der Haupt­al­tar, ein aus­ge­spro­che­ner Büh­nen­al­tar. Die Kulis­sen bil­den je ein Paar gewun­de­ner Säu­len, die für den in Rom geschul­ten Asam typisch sind. Belebt wer­den die Kulis­sen durch St. Mar­tin links und St. Mau­rus mit den Zügen des Bau­herrn rechts. Über dem Halb­rund­bo­gen eine reich­ge­zier­te Kar­tu­sche mit dem kur­fürst­li­chen baye­ri­schen Wap­pen; zwi­schen den Gie­bel­stü­cken Auf­nah­me Mari­ens in den Him­mel. Der dreh­ba­re Taber­na­kel­auf­satz weist drei­mal 3 Nischen auf, ist aus Holz und ver­gol­det. Die Haupt­grup­pe in der Mit­te stellt den Kir­chen­pa­tron St. Georg dar, im Begriff, den Dra­chen zu töten und die von ihm bedroh­te Königs­toch­ter zu befrei­en: ein Meis­ter­werk von Egid Qui­rin Asam. Hin­ter St. Georg in Fres­ko­aus­füh­rung an der Rück­wand die Imma­ku­la­ta. Der Belich­tungs­ef­fekt für die gan­ze Kom­po­si­ti­on wird durch 3 Fens­ter erreicht, die hin­ter den Kulis­sen und dem Gie­bel ein­ge­baut sind. Die Sei­ten­wän­de des Pres­by­te­ri­ums erfah­ren durch Ora­to­ri­en eine leb­haf­te Glie­de­rung. Ver­sil­ber­te Engel raf­fen über die­sen mäch­ti­ge rote Stuck­dra­pe­ri­en. Das Decken­bild im Ton­nen­ge­wöl­be schil­dert die Stif­tung des Klos­ters durch Tas­si­lo III. und die Über­nah­me des­sel­ben durch St. Benedikt. 

St. Georg ist ein Mär­ty­rer aus dem römi­schen Heer. Er ist eine his­to­ri­sche Per­sön­lich­keit, wenn auch das Dun­kel, das über sei­nen nähe­ren Lebens­um­stän­den liegt, nicht völ­lig erhellt wer­den kann. Der Dar­stel­lung auf dem Altar liegt eine Legen­de zugrun­de, die erst im 12./13. Jahr­hun­dert in Lite­ra­tur und Kunst erscheint. Sie knüpft an das uralte Motiv des Kamp­fes zwi­schen Gutem und Bösem an, das im Kampf mit dem Dra­chen in zahl­rei­chen Hei­li­gen­le­ben sei­nen Aus­druck fand.

Die Orgel

„Die Geschich­te der Bran­den­stein-Orgel von 1729 beginnt mit dem Ver­trag vom 22. Mai 1728, den Abt Mau­rus Bächel OSB mit dem Bür­ger und Orgel­ma­cher zu Stadt­am­hof Johann Kon­rad Bran­den­stein (1695 – 1757) abschloß. Der Ver­trag sah fol­gen­de Dis­po­si­ti­on vor: 

 

 

 

Manu­al
Princi­pal (8′ fei­nes Zinn) 
Octav (4′ Zinn) 
Quint (3′ Zinn) 
Mix­tur 3fach (Zinn) 
Wald­flau­ten (2′ Zinn) 
Copel (8′ Holz (gedeckt) ) 
Flau­ten (4′ Holz) 
Viol di Gam­ba (8′ Zinn) 
Echo (8′ Zinn) 

Pedal 
Nono Baß (Zinn) 
Octav ( (8′ Holz) 
Sub Baß (16′ Holz gedeckt) 

Hör­bei­spiel: Pas­to­ra­le F‑Dur, BWV 590 aus der CD Donau­klös­ter Wel­ten­burg, Met­ten, Nie­der­al­taich, erhält­lich im Klosterladen.

Bran­den­stein erwei­ter­te die Manu­al­dis­po­si­ti­on um zwei Regis­ter; außer­dem teil­te er die Gam­ba in Baß und Dis­kant. Bei dem Regis­ter Echo han­delt es sich um ein schwach koni­sches Sali­cio­nal. Der „Nono Baß“ soll­te – wie aus einem Ange­bot Bran­den­stein von 1729 für Klos­ter Rott am Inn her­vor­geht – ein 2′ ‑Regis­ter sein. Ob die­ses Regis­ter je ein­ge­baut wur­de, erscheint frag­lich. Das Gehäu­se wur­de von Johann Cas­par Mayr, Bür­ger und Schrei­ner­meis­ter zu Stadt­am­hof, gefertigt. 

Zusam­men mit der hoch­ge­zo­ge­nen Empo­ren­brüs­tung trennt die­ses Gehäu­se den dahin­ter­lie­gen­den Psal­lier­chor optisch vom Kir­chen­raum ab … Die Spiel­an­la­ge der Orgel befin­det sich an der Rück­sei­te. Da das Instru­ment eine Dop­pel­funk­ti­on zu erfül­len hat – es ist einer­seits dem Kir­chen­raum, ande­rer­seits dem Psal­lier­chor zuge­ord­net -, weist es auch zwei Schau­sei­ten auf. Die Bran­den­stein-Orgel blieb im Lau­fe der Zeit nicht unan­ge­tas­tet. 1792 führ­te Lud­wig Ehr­lich aus Lau­in­gen offen­bar grö­ße­re Arbei­ten aus. Wei­te­re Repa­ra­tu­ren fie­len lt. Inschrift in die Jah­re 1823, 1859 und 1896 … 
In den Jah­ren 1992 – 1995 wur­de die Orgel durch die Fir­ma Georg Jann in Laber­wein­ting-All­k­ofen restau­riert. Der Restau­rie­rung gin­gen in mehr­jäh­ri­ger Arbeit umfang­rei­che Unter­su­chun­gen des vor­han­de­nen Bestands, Archiv­stu­di­en sowie die Aus­wer­tung von Daten, die an den Res­ten von Bran­den­stein-Orgeln in ande­ren Orten gewon­nen wer­den konn­ten, vor­aus. Im Lau­fe der Restau­rie­rungs­ar­beit konn­te schließ­lich auch das Regis­ter Wald­flau­ten 2′ mit Hil­fe von zehn Pfei­fen, die sich im Dis­kant der Copel erhal­ten hat­ten, durch Teil­re­kon­struk­ti­on zurück­ge­won­nen wer­den. Quint 1 1/3′, ein neue­res, unein­heit­lich zusam­men­ge­setz­tes Regis­ter, ver­schwand nun aus der Dis­po­si­ti­on. Gänz­lich neu gefer­tigt wur­den Gam­ba 8′, Gem­s­horn 4′ und die Mixtur … 
Cha­rak­te­ris­tisch ist der hel­le, prin­zi­pa­li­sche Klang des Ple­nums, der ergänzt wird durch die diver­sen farb­li­chen Val­eurs im 8′ – und 4′ – Bereich, wodurch die Orgel sich auch für die Wie­der­ga­be von Kom­po­si­tio­nen aus jün­ge­rer Zeit gut eig­net.“ (Leicht gekürz­te Wie­der­ga­be einer Beschrei­bung der Orgel von Pro­fes­sor Alfred Reich­ling, Würzburg). 

Dis­po­si­ti­on
Manu­al 
Princi­pal (8′) 
Gam­ba-Bas­so (8′) 
Gam­ba-Disk. (8′) 
Echo (8′) 
Copel (8′) 
Flau­ten (4′) 
Gembs­horn (4′) 
Qint (3′) 
Wald­flau­ten (2′) 
Superoc­tav (2′) 
Mix­tur 3fach (1′) 
Octav (4′) 

Pedal 
Sub­bass (16′) 
Octav­bass (8′) 

Manu­al­um­fang: C, D, E. F, G, A – c‘ 
Pedal­um­fang: C, D, E, F, G, A – a°. Über das Pedal erklin­gen auch die Manu­al­re­gis­ter, es ist also „ange­hängt“ und hat zwei Pedal­re­gis­ter zusätzlich. 
Mecha­ni­sche Trak­tu­ren, die in ihrem his­to­ri­schen Zustand belas­sen wurden. 
Die Wind­an­la­ge arbei­tet mit Ven­ti­la­tor und Maga­zin­balg oder nach Wahl mit drei rekon­stru­ier­ten Keil­bäl­gen, wie sie 1729 üblich waren; sie wer­den wahl­wei­se wie frü­her mit den Hän­den oder durch Elek­tro­mo­to­ren auf­ge­zo­gen, so auch bei unse­rer Aufnahme. 

Die Glocken

Hör­pro­be der Glo­cken, CD Donau­klös­ter Wel­ten­burg, Met­ten, Nie­der­al­taich, erhält­lich im Klosterladen.

Die Glo­cken I – III stam­men aus der Glo­cken­gie­ße­rei Otto, Heme­lin­gen bei Bre­men, 1948. Ihre Patro­ne sind St. Bene­dikt, St. Geor­gius und Hl. Schutzengel. 

I.g‘ + 2. „Die für Glo­cken typi­schen Abwei­chun­gen von den Tönen der tem­pe­rier­ten Stim­mung wer­den in Sech­zehn­teln eines Halb­to­nes ange­ge­ben. Bezug­s­ton ist a‘ = 435 Hz.“ (Kurt Kra­mer in „Die Glo­cke und ihr Geläu­te“), Ø 102 cm, ca. 650 kg, Holz­joch, Stun­den­schlag der Uhr. 
Inschrift: 547 PAX 1947 JUBILATE DEO, Bild­nis: „St. Benedictus“. 

II.a‘ + 4, Ø 90,5 cm, ca. 500 kg Inschrift; ESTOTE FORTES IN BELLO – Seid stand­haft im Kampf, Bild­nis: ST. Georg. 

III. h‘ + 4, Ø 80 cm, ca. 320 kg. Inschrift: ANGELUS DEI VOBISCUM EST – Der Engel Got­tes ist mit Euch. Bild­nis: Ein Schutzengel. 

IV. Gegos­sen 1642 von Georg Schelch­shorn in Regens­burg, d“ – 3, Ø 71,5 cm, ca. 250 kg. Vier­tel­stun­den­schlag der Uhr. Inschrif­ten: An der Schul­ter zwei­zei­lig: CAMPANAM ISTAM FIERI CVRAVIT MATTHIAS ABBAS IN WELTENBVRG ANNO MDCXLII ( Dass die­se Glo­cke gegos­sen wur­de ver­an­lass­te Abt Mat­thi­as in Wel­ten­burg im Jah­re 1642). GEORG SCHELCHSHORN VON REGENSBVRG GOS MICH – AVS DEM FEVER FLOS ICH 
(In einem Kunst­füh­rer 1986 wird die Glo­cke unter den Künst­ler- und Hand­wer­ker­na­men – Schelch­shorn – irr­tüm­li­cher­wei­se als „nicht mehr vor­han­den“ aufgeführt.) 

Bedeutung

Die Wel­ten­bur­ger Kir­che ist räum­lich die kleins­te Abtei­kir­che, aber künst­le­risch eine der aller­bes­ten. Die Roman­tik ihrer Land­schaft und die Fröm­mig­keit ihrer Zeit wir­ken zusam­men, um durch Archi­tek­tur, Deko­ra­ti­on, Far­ben­spiel und Licht­wir­kung ein Haupt­werk des gro­ßen süd­deut­schen Barocks ent­ste­hen zu lassen.

Der Baustil

Hin­sicht­lich ihres Bau­stils und ihrer Aus­schmü­ckung steht die Kir­che zwi­schen Barock und Roko­ko; ins­be­son­de­re weist die Vor­hal­le, die zuletzt fer­tig­ge­stellt wur­de, Roko­ko­mo­ti­ve auf.

Im gan­zen betrach­tet ist sie ein Werk des baye­ri­schen Hochbarocks.