Ausstellung: Weltenburger Spuren 2002

Die Aus­s­tel­lung dau­ert vom 20. Juli 2002 — 2003

Aus­s­tel­ler
Alo­is Achatz 
Lepo­rel­lo (Aus­s­tel­lungs­sa­al)

Ludwig Bäuml
Schre­in (Fra­u­en­berg­ka­pel­le)

Alfred Bösc­hl
Hom­ma­ge an M.B. (vor der Asamkirche)

Kla­us Caspers 
TURM (auf dem Frauenberg)

Peter Dorn
Lic­ht­s­pur (im rec­hten Apsi­s­be­re­ich der Asam­kirc­he, nur am 19. Juli 2002)

Gau­tam, Lajos Golan (Bild­ha­u­er­gru­ppe lamo­er)
Die Säule der Tugen­den (vor dem Ein­gang­s­tor des Klosterhofes)

Rei­ner John 
Raum­te­xt (übe­rall auf der Klosteranlage)

Her­bert Karl 
Donau-Durc­hblick (Auf dem Weg vom Klo­s­ter Wel­ten­burg bis zur Schiffsanlegestelle)

Anton Kirc­hma­ir
Ohne Titel (Fra­u­en­berg­ka­pel­le)

Mer­ve
Fest­tag­s­ge­wand für Maria 2001, genäht im Ste­in­bruch, Gefäs­se und Pflug­sc­har 2002 (Fra­u­en­berg­ka­pel­le)

Anja Mül­ler
“You can go to a bea­u­ti­ful tem­ple…” (nach dem Auf­gang zum Frauenberg)

Ruth Oswald
Pol­len­brett (Fra­u­en­berg­ka­pel­le)

Ste­fan Pietryga 
der bla­ue Rei­ter — eine Sze­ne in Wel­ten­burg (Klo­s­ter­gar­ten)

Hei­ner Riepl 
ora et labo­ra (rec­hts neben dem Eingangstor)

Chri­s­ti­an Schnurer 
Die Pfor­te zur Selig­ke­it (Aus­s­tel­lungs­sa­al)

Jür­gen Winderl 
Gra­nu­lat und Gran Tou­r­ismo (Klo­s­ter­hof, Ausstellungssaal)

Zie­gler, Vie­big, Sako­ws­ki, Lunz = Krunk 
Bil­d­ende Kunst und Musik der Kün­stler­gru­ppe Krunk (INTERAKTIONS-PROJEKT, Klo­s­ter­hof, nur am 19. Juli 2002)

Veran­stal­ter
Klo­s­ter Weltenburg 
Abt Tho­mas Fre­i­hart OSB

Idee, Kon­ze­pt und Orga­ni­sa­ti­on
Alfred Böschl

Betre­u­ung und Gast­ge­ber
Anton Röhrl 
Wirt der Klo­s­ter­sc­hän­ke Weltenburg

Spon­so­ren
BMW AG, Werk Regensburg 
Vere­in Aus­s­tel­lungs­ha­us für Chri­s­tlic­he Kunst E.V., München

Ein gro­ßfor­ma­ti­ger Kata­log infor­mi­ert aus­führ­lich über die Kün­stler und ihre Wer­ke (in S/W‑Fotos). Er ist im Klo­s­ter­la­den in zwei Aus­führun­gen erhäl­tlich: mit bzw. ohne 2 Audio-CDs mit Musik der Band Krunk und der Klang­kol­la­ge “Kie­sel­ste­i­ne” von Jür­gen Win­derl. Der Kata­log kos­tet mit den bei­den CDs 15,- Euro, ohne CDs 11,- Euro. Er kann auch durch Ein­sen­dung von 18,- Euro bzw. 14,- Euro (inkl. 3,- Euro Porto/Verpackung) in bar oder Scheck per Post bezo­gen werden:

Bene­dik­ti­ne­rab­tei Weltenburg 
Klosterladen 
Asam­s­tra­ße 32 
93309 Kelheim

Bit­te ver­ges­sen Sie nic­ht, Ihre gena­ue Ansc­hri­ft anzugeben.

Jahresbericht 2001

Advent 2000 — Advent 2001

“Die Hei­li­gen kom­men wie­der.” Unter die­sem Titel wur­de vor über 25 Jahren ein Buch über die Hei­li­gen und ihre Vere­hrung veröf­fen­tlic­ht. In die­sem Jahr kön­nen wir die­sen Buc­hti­tel sehr wör­tlich nehmen und ihn über den Hoc­hal­tar unse­rer Kirc­he schre­i­ben. Fast drei Jahre zeig­ten sich zahl­re­ic­he Besuc­her der Abte­i­kirc­he ent­täu­sc­ht, als sie bei ihrem Betre­ten den gesam­ten Hoc­hal­tar ein­ge­rüs­tet fan­den. Ledi­glich ein rie­si­ges Foto deu­t­ete an, was sonst hin­ter den Abdec­kun­gen zu sehen war. Im Okt­ober war es nach fast drei Jahre dau­ern­den Arbe­i­ten so weit. Die Vor­hän­ge konn­ten abge­nom­men und dann auch das Gerüst abge­ba­ut wer­den. St. Georg, der Drac­he und die Prin­zes­sin ers­tra­hlen in neu­em Glanz. Auf­merk­sa­me Beo­bac­hter kön­nen auch gle­ich Verän­de­run­gen gege­nüber dem frühe­ren Aus­se­hen fest­s­tel­len. Man hat bei der jet­zi­gen Res­ta­u­ri­e­rung die Ori­gi­nal­fas­sung von Egid Qui­rin Asam wie­der her­ge­s­tellt. Am auf­fäl­lig­s­ten ist das bei den bei­den Assi­s­tenz­fi­gu­ren St. Mar­tin und St. Mau­rus zu beo­bac­hten. Die früher Gold gefas­s­ten Figu­ren ersc­he­i­nen nun in elfen­be­in­far­be­nem Weiß. Die Lei­tung der Maßna­hme lag in der Hand des Sta­a­tlic­hen Hoc­hba­u­am­tes Lands­hut unter fac­hlic­her Bera­tung durch das Baye­ri­sc­he Lan­de­samt für Denk­mal­p­fl­ege. Die Arbe­i­ten führ­te die Fir­ma Pre­is et Pre­is aus Par­s­berg aus. Feder­führend vor Ort war vor allem Herr Res­ta­u­ra­tor Karl Men­ner. Die Häl­f­te der Kos­ten wur­de von der PRO­JU­VIS-Sti­f­tung über­nom­men, wofür Herrn Dic­ker und den Mit­gli­e­dern sei­nes Sti­f­tung­s­ra­tes unser aufric­hti­ger und tief emp­fun­de­ner Dank gilt. Die ande­re Häl­f­te wur­de durch den Fre­i­s­ta­at Bayern finan­zi­ert. Lei­der wird die Fre­u­de über den fre­i­en Blick nic­ht lan­ge währen. Für den näc­hs­ten Res­ta­u­ri­e­rung­sab­sc­hnitt wird Anfang des neu­en Jahres 2002 der Alta­rra­um bald ein­ge­rüs­tet. Vora­us­sic­htlich wer­den sich die Arbe­i­ten bis zum Jahre 2007 in mehre­ren Bau­ab­sc­hnit­ten von vor­ne nach hin­ten im Kirc­hen­ra­um hin­zi­e­hen. Eben­so beginnt im kom­men­den Jahr die Sani­e­rung der Dac­hkon­struk­ti­on ein­sc­hli­e­ßlich der Dac­hdec­kung sowie der Fas­sa­den der Abteikirche.

Die Sub­s­tanz­sic­he­rung und Res­ta­u­ri­e­rung des Kon­vent­ge­bäu­des geht zügig voran. An den Außen­fas­sa­den und den Däc­hern zeig­ten sich umfan­gre­ic­he Schäden. Der Ost­flügel und ein Drit­tel des Nord­flügels sind nun fer­tig. Für den Ost­flügel bes­te­ht eine sta­a­tlic­he Bau­last, da er nach der Säku­la­ri­sa­ti­on als Pfa­rr­hof dien­te. Mit der Arc­hi­tek­ten­le­i­s­tung und der Bau­le­i­tung wur­de sowo­hl vom Sta­a­tlic­hen Hoc­hba­u­amt als auch von der Abtei Herr Arnulf Magerl, Ober­tra­u­bing, bea­u­f­tragt. So wis­sen wir die Bewäl­ti­gung die­ser umfan­gre­ic­hen Maßna­hme wie­der in kom­pe­ten­ten Hän­den, die sich bei frühe­ren Pro­jek­ten schon bewährt haben. Weit­ge­hend konn­ten die Arbe­i­ten an hei­mi­sc­he Fir­men aus unse­rer Umge­bung ver­g­eben wer­den. Im April began­nen die Vorar­be­i­ten im Klo­s­ter­gar­ten. Anfang Mai mus­s­ten die­se vorüber­ge­hend kurz ein­ge­s­tellt wer­den, da beim Erric­hten der Bau­s­tra­ße Ske­let­tre­s­te gefun­den wur­den. An die­ser Stel­le östlich der Apsis der Kirc­he befand sich früher der Klo­s­ter­fri­ed­hof. Die Gebe­i­ne wur­den nach einer Prüfung durch Arc­häo­lo­gen in der Gru­ft an der Süd­se­ite der Kirc­he bei­ge­setzt. Eine wei­te­re Ver­zöge­rung gab es im Juli. Ein schwe­rer Sturm, der in Kel­he­im ein Tode­so­p­fer for­der­te, zog eine Spur der Verwüs­tung durch ganz Süd­de­ut­sc­hland; dabei wur­den die Pla­nen des Schutz­dac­hes weg­ge­ris­sen, so daß Rege­nwas­ser durch die Stuck­dec­ke in die Bibli­ot­hek ein­drang. Ange­sic­hts solc­her Was­ser­sc­häden von oben sind wir froh, dass nun end­lich die gro­ßen Hoc­hwas­ser­sc­häden des Jahres 1999 fast vollstän­dig beh­oben sind. In die­sem Zusam­men­hang ist auch die Sakri­s­tei kom­plett reno­vi­ert wor­den. Die Stuc­ka­tur und die gro­ßen Gemäl­de leuc­hten in neu­em Glanz. Nach einem etwa zwe­i­jähr­ig­em Pro­vi­so­ri­um im Kla­u­sur­gang der ers­ten Eta­ge sind wir mit dem Sakr­istan, P. Josef, froh, wie­der die Sakri­s­tei nut­zen zu können.

Auch die Dorf­kirc­he konn­te inzwi­sc­hen wie­der­her­ge­s­tellt wer­den. Am Pfings­mon­tag wei­hte Abt Tho­mas den neu­en Volk­sal­tar aus Kel­he­i­mer Mar­mor, der vom Bild­ha­u­er Mar­kus Wur­mer aus Hau­sen gefer­tigt wor­den war. Seit die­sem Tag kön­nen P. Josef, P. Gre­gor und P. Step­han dort wie­der Got­tes­di­en­ste fei­ern. Aller­dings mus­s­ten die Auße­nar­be­i­ten am Turm noch fort­ge­setzt wer­den, so dass erst zum Kirc­hwe­i­hfest im Okt­ober der Absc­hluss der Reno­vi­e­run­gen gefe­i­ert wer­den konn­te. Eine wei­te­re Altar­kon­se­kra­ti­on nahm Abt Tho­mas nach Ende der mehr­jähri­gen Reno­vi­e­run­gen am Chri­st­königs­sonn­tag, 25.XI., in der Fili­al­kirc­he Ober­sc­ham­bach vor, die von P. Tho­mas und P. Eus­ta­si­us betre­ut wird. Beide arbe­i­ten daran, die Seel­sor­ge der bis­her unab­hän­gig exi­s­ti­e­ren­den Pfa­rrei Teu­er­ting und der Expo­si­tur Ein­muß (jewe­ils mit ihren Fili­al­ge­me­in­den) stär­ker zusam­men­zu­führen. Für die­se war es eben­falls schon die zwe­ite Alta­rwe­i­he in die­sem Jahr. Wei­hbi­sc­hof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger hat­te den neu­en Volk­sal­tar in der Fili­al­kirc­he Unte­rwend­ling gewe­i­ht. Wei­te­re Res­ta­u­ri­e­rung­sar­be­i­ten gibt es der­ze­it in der Fili­al­kirc­he Reis­sing sowie in Thal­dorf, wo P. Pri­or Bene­dikt regel­mäßig die Sonn­tag­s­got­tes­di­en­ste hält. Ange­sic­hts so vie­ler Bau­ma­ßna­hmen spöt­teln manc­he und deu­ten die Orden­sab­kür­zung “OSB” mit “Oh, sie bauen.”

Wic­hti­ger sind aber die “Arbe­i­ten” am Geme­in­sc­ha­fts­l­eben. Wir began­nen das neue Jahr 2001 wie­der mit der gei­s­tlic­hen Zurüs­tung in den Kon­ven­te­xer­zi­ti­en. Darin begle­i­t­ete uns der Altabt von Ger­le­ve, Dr. Cle­mens Schme­ing, der jetzt Spi­ri­tu­al bei den Mit­sc­hwe­s­tern in Eibin­gen ist. Den Absc­hluss bil­d­ete die Gelüb­de­er­ne­u­e­rung in der ers­ten Ves­per vom Hoc­hfest der Ersc­he­i­nung des Herrn. Nach die­ser konn­ten wir unse­ren Kan­di­da­ten Neven Grgic ein­kle­i­den. Er wähl­te sich den in sei­ner Hei­mat Kro­a­ti­en sehr vere­hr­ten hl. Anto­ni­us von Padua zum neu­en Namen­s­pa­tron. Am 18.IV. starb nach schwe­rer Krank­he­it sei­ne Mut­ter, Wil­ma Tro­gr­lic; Fr. Rupert begle­i­t­ete ihn zur Beerdigung.

Nic­ht nur im Novi­zi­at gab es Zuwac­hs, son­dern auch in der Geme­in­sc­ha­ft der Wel­to­bla­ten. Am 22.IX. wur­de nach Been­di­gung des Probe­ja­hres Frau Mar­ga­r­ete Sta­u­di­gl, Würz­burg, end­gül­tig auf­ge­nom­men. Als Patro­nin wähl­te sie sich die hl. Maria Magdalena.

Zum Tag des gott­ge­we­i­hten Lebens waren am 4.II. alle Ordens­le­u­te des Bis­tums zu einer fei­er­lic­hen Ves­per mit Pre­digt des Diöze­san­bi­sc­hofs in den Dom ein­ge­la­den. Als Vor­sän­ger fun­gi­er­te eine zu die­sem Anlass gebil­d­ete Scho­la von Mönc­hen unse­res Klo­s­ters und der Nac­hba­rab­tei Rohr. Der Dom war gut gefüllt und alle waren ansc­hli­e­ßend zu einem Imbiss bei den Schul­sc­hwe­s­tern ein­ge­la­den, um die Möglic­hke­it der Bege­g­nung zu haben.

Am 5.III. konn­ten wir den 75. Geburt­s­tag von P. Cle­mens geme­in­sam mit einer Abord­nung sei­ner frühe­ren Pfa­rrei Teu­er­ting bege­hen. Von den dre­i­ze­hn Mönc­hen im Haus ist er unser Sen­i­or. Er über­nimmt noch Seel­sorg­sa­us­hil­fen und arbe­i­tet außer­halb der Tou­ri­s­ten-Sai­son im Klo­s­ter­la­den mit.

Am Bene­dik­tus-Fest, dem 11.VII. fei­er­ten wir das Sil­ber­ne Abts­ju­bi­läum von Altabt Tho­mas. Im abend­lic­hen Pon­tifi­ka­lamt hielt Abt­präses Dr. Gre­gor Zasc­he die Fest­pre­digt. Ansc­hli­e­ßend war ein gemütlic­hes Bei­sam­men­se­in mit den zahl­re­ic­hen Gäs­ten und den Gläu­bi­gen aus den vom Klo­s­ter betre­u­ten Geme­in­den im Klo­s­ter­hof bei Bier und Brezen.

Von den Gäs­ten, die im Lau­fe des Jahres unser Klo­s­ter besuc­hten, sei­en ein­ige beson­ders genannt. Am 5.IV. traf sich Diöze­san­bi­sc­hof Man­fred Mül­ler mit dem Baye­ri­sc­hen Pres­sec­lub in Wel­ten­burg. An der Fei­er sei­nes 75. Geburt­s­ta­ges am 15.XI. nahm Abt Tho­mas am Pon­tifi­ka­lamt im Hohen Dom in Regen­s­burg teil. Am 3.V. besuc­hte uns Wei­hbi­sc­hof Cor­ne­liu Onila aus Rumäni­en. Drei mal kamen Bisc­höfe aus Süda­fri­ka zu Besuch, die aus dem Bis­tum Regen­s­burg stam­men­den Oswald Hir­mer (Umt­ata) und Hubert Buc­her (Bet­hle­hem) sowie der Fran­zi­s­ka­ner Mic­ha­el Rowland (Dun­dec). An den Pri­e­s­te­re­xer­zi­ti­en im Novem­ber nahm Bisc­hof Vik­tor von Aug­s­burg teil. Es war seit sei­nem Besuch als Abt­pri­mas am 2.X.1986 sein ers­ter Besuch in Wel­ten­burg. Aus dem Kre­is der Äbte weil­te über die bewähr­ten Refe­ren­ten beim Kom­mun­no­vi­zi­at und dem “Kle­i­nen Äbte­tref­fen” hina­us Abt Lawren­ce aus Ram­s­g­ate (England) ein­ige Tage bei uns. Zwei mal spen­de­ten uns Neu­pri­e­s­ter den Pri­miz­se­gen. Am 8.VI. kam Rap­ha­el Schli­ebs mit mehre­ren Alum­nen aus Pader­born und am 10.VII. P. David Riedl aus dem Nac­hbar­klo­s­ter Rohr, dem Abt Tho­mas die Pri­miz­pre­digt bei der Hei­mat­pri­miz in Neu­sorg hielt.

Das Kon­ven­tl­eben wur­de durch manch wei­te­re Ere­i­g­nis­se bere­ic­hert, die üblic­he Fasc­hing­s­fe­i­er mit Bun­tem Pro­gramm im Mar­tins­sa­al, nach der Ansc­haf­fung eines neu­en Trak­tors eine Fahr­ze­ug­se­g­nung mit ansc­hli­e­ßen­der Brot­ze­it im Fre­i­en auf dem Buc­hhof und am 18.VIII. ein Fußballspi­el gegen die Mini­s­tran­ten (es wur­de 4:1 gewon­nen — im Rück­s­pi­el gab es Revanc­he: 3:5 verloren).

Das ers­te Spi­el war Bes­tand­te­il von zehn­tägi­gen TV-Dre­har­be­i­ten. Die öste­rre­ic­hi­sc­he “Tel­lux” Film­ge­sellsc­ha­ft ers­tellte für das Baye­ri­sc­he Fern­se­hen und für das ORF einen 45minütigen Film über unse­ren Kon­vent. Regis­se­ur Vol­ker Schmidt hat­te nach öfte­ren inten­si­ven Vor­ge­s­präc­hen das Dre­hbuch gesc­hri­eben und die Auf­na­hmen gele­i­tet. Vor­ge­se­he­ne Sen­de­ter­mi­ne sind Sonn­tag, 23. XII., 16.30 Uhr (Pro­gramm 3 sat), 1.Weihnachtsfeiertag 25.XII, 19.00 Uhr (3. Pro­gramm Baye­ri­sc­hes Fern­se­hen) und Dien­stag, 5.II.2002, 19.30 Uhr (3. Pro­gramm Baye­ri­sc­hes Fern­se­hen). Im Rahmen einer Serie über Klös­ter an der Donau wur­de der Film für die Rei­he “Sta­ti­o­nen” im Baye­ri­sc­hen Fern­se­hen gedre­ht. Die Sen­de­ter­mi­ne im Öste­rre­ic­hi­sc­hen Fern­se­hen sind noch nic­ht bekannt.

Der dies­jähr­ige Kon­ven­ta­u­s­flug ging am 18.IX. nach Fre­i­sing. Der Direk­tor des Diöze­sa­n­mu­se­ums, Dr. Ste­i­ner, hielt uns eine umfan­gre­ic­he Führung durch die Son­de­ra­us­s­tel­lung “St. Georg, der Rit­ter mit dem Drac­hen”. Mehre­re Auf­sät­ze des Kata­logs mit dem gle­ic­hen Titel dien­ten uns später als Tisc­hle­sung, die uns unse­ren Patron unter ver­sc­hi­e­de­nen Gesic­ht­s­punk­ten neu nahe brac­hten. Das Mit­ta­ges­sen nahmen wir im Bräu­s­tüberl von Wei­hen­step­han ein. Dann folg­ten Führun­gen durch den Dom mit Für­s­ten­gang und durch die Dom­bi­bli­ot­hek, deren Bes­tän­de z.T. auf den letz­ten Wel­ten­bur­ger Abt vor der Säku­la­ri­sa­ti­on, Bene­dikt Wer­ner, zurück­ge­hen. Er hat­te nach der Klo­s­te­ra­uf­he­bung in Münc­hen gewo­hnt und sei­ne dort auf­ge­ba­u­te umfan­gre­ic­he Pri­vat­bi­bli­ot­hek dem neu­e­rric­hte­ten Semi­nar vererbt. Auf dem Rüc­kweg haben wir in der Fre­i­sin­ger “Wie­s­kirc­he” die Ves­per gesungen.

Die Ver­bun­den­he­it unse­rer Abtei mit ande­ren Klös­tern wird durch gegen­se­i­t­ige Hil­fen, Ein­la­dun­gen, Teil­na­hme an Fes­tlic­hke­i­ten und Beer­di­gun­gen deu­tlich. Darüber hina­us fand in die­sem Jahr das Gene­ral­ka­pi­tel Baye­ri­sc­hen Bene­dik­ti­ner­kon­gre­ga­ti­on (BBK) statt. Daran nahmen in Nie­de­ral­ta­ich Abt Tho­mas und P. Tho­mas (als gewähl­ter Depu­ti­er­ter) teil. Im Ansc­hluss daran ste­ht jewe­ils in den ein­zel­nen Klös­tern die “Ämte­rer­ne­u­e­rung” und Sen­i­o­re­nwa­hl an. Alle Offi­zi­a­len wur­den bes­tätigt und die bis­he­ri­gen Sen­i­o­ren wie­der gewählt.

Fr. Simon hat inzwi­sc­hen mehr als die Häl­f­te der Lehr­ze­it als Schre­i­ner bei der Fir­ma Schmid in Aben­s­berg absol­vi­ert. Fr. Rupert mus­s­te sich mit einer gerin­gen Apfe­lern­te zufri­e­den geben. Dafür waren die Honi­ger­träge um so erfre­u­lic­her. Dem­näc­hst wird er Honig­gläser mit einem eige­nen Klo­s­te­re­ti­kett ver­se­hen. P. Josef konn­te die Bele­gung im Gäs­te­ha­us wei­ter ste­i­gern. Auch die Zahl der Tage­s­ve­ran­stal­tun­gen hat sich ver­me­hrt. Für Anfra­gen gibt es inzwi­sc­hen eine eige­ne E‑Ma­il-Adres­se: gaestehaus@kloster-weltenburg.de. P. Step­han hat nun das Theo­lo­gi­e­stu­di­um in Salz­burg abge­sc­hlos­sen und begann mit Schul­ja­hre­san­fang am Donau-Gym­na­si­um in Kel­he­im das Fach Reli­gi­on zu unte­rric­hten. Er hält mit P. Gre­gor z.Zt. für den Gebet­s­kre­is einen mehr­mo­na­ti­gen Gla­u­ben­s­kurs. Zusätz­lich zu den Hau­pt­fe­s­ten der Bru­der­sc­ha­f­ten wer­den immer wie­der Ein­ke­hr­ta­ge ange­bo­ten. U.a. refe­ri­er­te dabei die bekann­te Kon­ver­ti­tin Gabri­e­le Kuby. Da mit­tle­rwe­ile immer mehr auswär­t­ige Kirc­hen­führer Gru­ppen nach Wel­ten­burg begle­i­ten, hält P. Leo­pold regel­mäßig spe­zi­el­le “Mus­ter­führun­gen”, so daß es ein eini­ger­ma­ßen ein­he­i­tlic­hes Kon­ze­pt gibt. Beson­ders beli­ebt sind bei den zahl­re­ic­hen und gro­ßen Gru­ppen aus den USA sei­ne musi­ka­li­sc­hen Ein­la­gen, näm­lich der Gesang eines Cho­ral­stüc­kes. Für Anfra­gen, die die HVHS und auch die Kirc­hen­führun­gen betref­fen, wird in Kür­ze fol­g­ende E‑Ma­il-Adres­se zur Ver­fügung ste­hen: info@hvhs-weltenburg.de. Nun kann auch der häu­fig geäu­ßer­te Wun­sch nach Orgel­mu­sik aus unse­rer Abte­i­kirc­he erfüllt wer­den. Eine von P. Step­han vor län­ge­rer Zeit an der his­to­ri­sc­hen Bran­den­ste­in-Orgel ein­ge­s­pi­el­te CD ist jetzt fer­tig­ge­s­tellt wor­den und kann im Klo­s­ter­la­den erwor­ben bzw. auch bes­tellt wer­den. P. Pri­or ist mit dem ste­i­gen­den Umsatz seit der Neu­ge­s­tal­tung des Ladens sehr zufri­e­den. Beson­ders der Buc­hver­ka­uf hat zugenommen.

Während die­se Zei­len gesc­hri­eben wer­den, ist aller­dings schon Win­te­rru­he. Wenn zu Aller­he­i­li­gen die Schifffa­hrt ein­ge­s­tellt wird und bald dara­uf die Klo­s­ter­sc­hen­ke schli­e­ßt, kom­men nur noch vere­in­zelt Gäs­te oder gar Gru­ppen zum Klo­s­ter. Das wis­sen aller­dings ger­ade die Besuc­her des Gäs­te­ha­u­ses zu schät­zen, das ledi­glich über Wei­hnac­hten und während der Kon­ven­te­xer­zi­ti­en gesc­hlos­sen ist. Wir wün­sc­hen auch Ihnen jetzt in den Woc­hen der adven­tlic­hen Vor­be­re­i­tun­gen und zu den gro­ßen Fes­ten ein paar stil­le, besinn­lic­he Tage und dann ein fro­hes und gese­g­ne­tes Wei­hnac­ht­s­fest. Möge für uns alle trotz gro­ßen Lei­des und Schrec­kens auf der gan­zen Welt das Jahr des Herrn 2002 ein Jahr des Fri­e­dens wer­den. Dafür hat auch der Papst wie­der Gli­e­der aller Reli­gi­on­s­ge­me­in­sc­ha­f­ten zum Gebet nach Assi­si ein­ge­la­den (24.I.). Ger­ade wir Klös­ter schli­e­ßen uns dem an und hal­ten das Anli­e­gen in unse­ren Gebe­ten immer wie­der leben­dig. Auch Sie alle mit Ihren kle­i­nen und gro­ßen Anli­e­gen schli­e­ßen wir dank­bar für jede Ver­bun­den­he­it in unser Gebet ein.

Dazu grüßen Sie Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg.

Restaurierung der Figuren des Hochaltars

Pres­se­mit­te­i­lung anläßlich der öffen­tlic­hen Präsen­ta­ti­on der abge­sc­hlos­se­nen Res­ta­u­ra­ti­on der Hau­pt­fi­gu­ren am Hochaltar 
22.11.2001 

Fast drei Jahre war der Blick auf den berühm­ten Hoc­hal­tar der Klo­s­ter­kirc­he durch ein Gerüst ver­deckt. In der ers­ten Eta­ppe wur­den die leben­s­gro­ßen Hau­pt­fi­gu­ren, der hl. Georg auf dem Pferd, der den Drac­hen tötet, die König­s­toc­hter, sowie die hll. Mar­tin und Mau­rus restauriert. 

Egid Qui­rin Asam hat die­se Figu­ren zwi­sc­hen 1721 und 1723 gesc­haf­fen. Dazu hat er zunäc­hst ein Stütz­ge­rüst aus Eisen ange­fer­tigt, das er ansc­hli­e­ßend mit Stroh umwic­kel­te, um dara­uf mit grobem Stuck­mör­tel die Form zu model­li­e­ren. Aus Grün­den der Gewic­ht­ser­s­par­nis wur­de der Mör­tel mit Holz­ko­hle­s­tüc­ken ver­setzt. Für die end­gül­t­ige Form­ge­bung und die Ausar­be­i­tung der Ober­fläc­hen fand eine fein­kör­n­ige und dic­hte­re Stuck­mas­se Verwen­dung. Die far­b­ige Fas­sung und Ver­gol­dung der Figu­ren hat möglic­he­rwe­i­se Salo­me Born­sc­hlögl, die Schwe­s­ter der Asam­brüder aus­ge­führt. Ihre Anwe­sen­he­it im Klo­s­ter vom Sep­tem­ber 1723 bis Juli 1724 ist arc­hi­va­li­sch belegt. Für die Aus­führung von Fas­sar­be­i­ten erhält sie in die­ser Zeit täglich einen Gul­den — bei fre­i­er Kost und Logis. 

Schon seit län­ge­rer Zeit waren an den Figu­ren Schäden beo­bac­htet wor­den. 1997 hat des­halb das Klo­s­ter im Ein­ver­ne­hmen mit dem Baye­ri­sc­hen Lan­de­samt für Denk­mal­p­fl­ege eine Unter­suc­hung veran­lasst, um die Ursac­hen und das Aus­maß der Schäden zu klären. Schnell hat sich geze­igt, dass der Bes­tand akut gefähr­det ist und drin­gen­der Hand­lung­s­be­darf bes­te­ht. Die vor­han­de­nen Ver­gol­dun­gen, Ver­sil­be­run­gen und Farb­fas­sun­gen, die bei der letz­ten Reno­vi­e­rung 1960 bis 1962 vollstän­dig erne­u­ert wor­den waren, lös­ten sich zum Teil in gro­ßen Schol­len vom Unter­grund ab. Außer­dem war zu befürc­hten, dass damit auch die zumin­dest in Teil­be­re­ic­hen noch vor­han­de­ne Ori­gi­nal­fas­sung gesc­hädigt wür­de, stel­le­nwe­i­se war sogar die obe­re Stuck­sc­hic­ht in Mitle­i­den­sc­ha­ft gezo­gen. Neben den kli­ma­ti­sc­hen Pro­ble­men des Kirc­hen­ra­u­mes sind auch die frühe­ren Res­ta­u­ri­e­run­gen als ursäc­hlich für die Schäden anzu­se­hen. Es wur­de des­halb ein Res­ta­u­ri­e­rung­s­kon­ze­pt mit dem Ziel entwic­kelt, die Maßna­hmen frühe­rer Bear­be­i­tun­gen möglic­hst rück­gän­gig zu mac­hen und den urs­prün­glic­hen Bes­tand, sowe­it noch vor­han­den, zu kon­ser­vi­e­ren und wo nötig, zu ergänzen. 

Nach Absc­hluss der Vorun­ter­suc­hung und der Anla­ge ver­sc­hi­e­de­ner Arbe­its­mu­s­ter konn­te im Janu­ar 1999 mit den Res­ta­u­ri­e­rung­sar­be­i­ten begon­nen wer­den. Nach der Sic­he­rung und Fes­ti­gung gefähr­de­ter Bere­ic­he wur­de zunäc­hst die tec­hni­sch pro­ble­ma­ti­sc­he Fas­sung und Ver­gol­dung der sec­hzi­ger Jahre ent­fernt. Die Abna­hme erfolg­te größten­te­ils mit Skal­pel­len, zum Teil auch mit Löse­mit­teln. Die ori­gi­na­le Fas­sung fand sich dabei nur noch in Teil­be­re­ic­hen. Zum gro­ßen Teil ist sie bere­its im 19. Jahr­hun­dert ver­lo­ren gegan­gen, vor oder während der umfas­sen­den Res­ta­u­ri­e­rung in den Jahren 1874/75. Größe­re Ober­fläc­hen mit urs­prün­glic­her Metal­la­u­fla­ge und Fas­sung konn­ten am Drac­hen, Gesic­ht des hl. Georg, Pfer­de­dec­ke, König­s­toc­hter und Kopf des hl. Mar­tin fre­i­ge­legt wer­den. Viel­fach ist die Ori­gi­nal­fas­sung jedoch stark redu­zi­ert, nur noch fra­g­men­ta­ri­sch erhal­ten oder vollstän­dig zer­s­tört, so dass in Teil­be­re­ic­hen auch Erne­u­e­run­gen der Fas­sung erfor­der­lich wur­den. Als Anhalt­s­punk­te für die Rekon­struk­ti­on stan­den manc­hmal nur mini­mal­ste Farb­be­fun­de zur Ver­fügung. Zudem war eine harmo­ni­sc­he Abs­tim­mung mit den geal­ter­ten ori­gi­na­len Ober­fläc­hen zu gewähr­le­i­s­ten, was sich als beson­de­re Hera­u­s­for­de­rung erwies. 

Während der Bear­be­i­tung konn­ten inte­res­s­ante Befun­de auf­ge­deckt wer­den, die in Teil­be­re­ic­hen zu einer grund­le­gen­den Verän­de­rung des gewo­hn­ten Ersc­he­i­nung­s­bil­des geführt haben. Am augen­fäl­lig­s­ten ist das bei den bei­den Assi­s­tenz­fi­gu­ren, den hll. Mar­tin und Mau­rus. Bislang waren sie ver­sil­bert und ver­gol­det, jetzt sind sie weiß, in der Wir­kung wie Ste­in­s­kul­p­tu­ren. Der Blick wird damit wie­der mehr auf die gold- und sil­ber­glän­z­ende zen­tra­le Figur des hl. Georg gelenkt. Auch hier gibt es Verän­de­run­gen im Deta­il — der Harni­sch ist jetzt Gold statt Sil­ber, das zuletzt gol­de­ne Bru­st­kre­uz leuc­htet wie­der rot wie im 19. Jahrhundert.