Jahresbericht 2000

Advent 1999 – Advent 2000

„Mil­le­nium“

Das Jahr 2000 – und mit ihm das „Hei­lige Jahr“ oder „Jubel­jahr“- neigt sich dem Ende zu. Am Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn, dem 6.Januar 2001, wird Papst Johannes Paul II. es bes­chließen. In die­sem Jah­res­be­richt schauen wir aber erst ein­mal auf den Anfang zurück. Wir haben das „Hei­lige Jahr 2000“ für Wel­ten­burg mit dem feier­li­chen Ein­zug zur Christ­mette durch das Haupt­por­tal der Abtei- und Pfarr­kirche und einem beson­de­ren Ein­gang­sri­tus sym­bo­lisch eröff­net. Wir haben das Jubel­jahr auch zum Anlaß genom­men, uns noch mehr mit unse­rer Ordens­re­gel zu befas­sen. So wurde begin­nend mit dem I. Advent in die Litur­gie des Nacht­ge­betes ein neues Ele­ment ein­gefügt. Nach der Eröff­nung der Kom­plet wer­den einige Absch­nitte der Bene­dik­tus­re­gel vor­ge­tra­gen, an die sich aus­gewählte zeit­genös­sische Kurz­kom­men­tare anschließen. Dann folgt eine kurze Zeit der Stille zur Besin­nung, der das Schuld­be­kennt­nis folgt. Abt Chris­tian Schütz von Schweikl­berg hat uns dan­kens­wer­ter­weise seine Zusam­mens­tel­lung der Kurz­kom­men­tare zur Verfü­gung ges­tellt. Eine andere Verän­de­rung gab es auf der Wel­te­bene unseres Ordens : Wäh­rend des Äbte­kon­gresses im Sep­tem­ber in Rom trat Abt­pri­mas Mar­cel Roo­ney aus gesund­heit­li­chen Grün­den von sei­nem Amt zurück. Zum Nach­fol­ger wurde Erzabt Not­ker Wolf von St. Otti­lien gewählt. Zu Beginn des Kon­gresses hat Papst Johannes Paul II. am 3.September mit Papst Pius IX. und Papst Johannes XXIII. den Bene­dik­ti­ner Colum­ba Mar­mion, Abt von Mared­sous, in das Ver­zeich­nis der Seli­gen der Kirche auf­ge­nom­men. Er lebte von 1858–1923 und ist beson­ders als geist­li­cher Schrifts­tel­ler bekannt geworden.

Zum Jah­res­wech­sel wurde die sonst übliche Tage­sord­nung verän­dert. Am Sil­ves­te­ra­bend wurde die Kom­plet vor­ver­legt, so daß anschließend Zeit zum gemein­sa­men Feiern war. Um 22 Uhr bete­ten wir die Vigil, anschließend war die Aus­set­zung des Alle­rhei­lig­sten, um das Jahr 2000 in Anbe­tung vor dem Herrn zu begin­nen. Die Mil­le­niums-Feier des Freis­taates Bayern wurde vom 21. – 23. Juli über drei Tage in Regens­burg, der alten baye­ri­schen Haupts­tadt, began­gen. Auf die­sem « Fest der Bayern“, das von einer hal­ben Mil­lion Gäs­ten besucht wurde, waren mit den meis­ten im Bis­tum ansäs­si­gen Ordens­ge­mein­schaf­ten auch die Bene­dik­ti­ne­rab­teien Rohr, Met­ten und Wel­ten­burg durch einen gemein­sa­men Infor­ma­tionss­tand ver­tre­ten. In der Basi­li­ka St. Emme­ram war eine feier­liche Ves­per der baye­ri­schen Äbte und Äbtis­si­nen, der Bischof Man­fred von Regens­burg vors­tand. Geist­liches Rüst­zeug für das ganze Jahr berei­tete uns in den Kon­ven­texer­zi­tien vom 9.–14.Januar Pfar­rer Josef Brand­ner. Der Pries­ter­seel­sor­ger des Erz­bis­tums Mün­chen-Frei­sing führte anhand aus­gewähl­ter Texte durch das Johannes-Evan­ge­lium. Abt Tho­mas hielt das Jahr über mon­tags die Kon­fe­ren­zen für den Konvent, zu denen einige Male auch auswär­tige Refe­ren­ten ein­ge­la­den waren. Pater Dr. Jörg Mül­ler, Palot­ti­ner aus Frei­sing, sprach zum The­ma „Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“. Der Bild­hauer Alfred Böschl aus Adl­hau­sen ver­suchte im Hin­blick auf die Auss­tel­lung „Wel­ten­bur­ger Spu­ren 2000“ in das Verständ­nis zeit­genös­si­scher Kunst ein­zufüh­ren. Beide The­men reg­ten zu einem eifri­gen Aus­tausch an.

Konvent

Für den Konvent gab es in die­sem Jubel­jahr meh­rere Anlässe zu feiern. Den Auf­takt bil­dete am Hoch­fest des Heim­ganges des hl. Ordens­va­ters Bene­dikt, dem 21. März, die Zeit­liche Pro­feß unseres Fr. Simon M., durch die er sich für drei Jahre an unsere Gemein­schaft band. Ende Juli begann der gelernte Zim­mer­mann eine wei­tere Lehre als Schrei­ner bei der Fir­ma Schmid in Abens­berg. Am 13.April vol­len­dete P. Raphael das 75. Lebens­jahr. Er wirkt immer noch rüh­rig als Seel­sor­ger in der Expo­si­tur Ober­ried am Arber. Den 40. Geburts­tag begin­gen in die­sem Jahr Abt Tho­mas M., P. Prior Bene­dikt und P. Gre­gor. Am Hoch­fest des hl. Bene­dikt, des Patrons Euro­pas, am 11.Juli, feierte Altabt Tho­mas in Wel­ten­burg das Gol­dene Pries­ter­ju­biläum. Altabt Emme­ram von Met­ten hielt die Fest­pre­digt. Im Anschluß an das abend­liche Pon­ti­fi­ka­lamt wur­den alle, die den Got­tes­deinst mit­feier­ten, über 300 Gläu­bige, in den Räu­men der Klos­ter­schenke als unsere Gäste bewir­tet. Ein heraus­ra­gendes Erei­gnis war die Pries­ter­weihe von P. Ste­fan am 23. Sep­tem­ber. Aus­ge­rech­net zu die­sem Fest wurde das Klos­ter, wie bereits ein erstes Mal in die­sem Jahr am Anfang des Monats August, wie­der vom Hoch­was­ser der Donau ein­ges­chlos­sen. Die bei­den Hoch­was­ser waren in dem für uns all­jähr­lich „gewohn­ten“ Aus­maß. Bischof Man­fred und alle Festgäste muß­ten über den Frauen­berg kom­men. Der „Loret­to-Gebets­kreis“ aus Salz­burg hatte die musi­ka­lische Ges­tal­tung über­nom­men. Tags darauf beging P. Ste­fan die Klos­ter­pri­miz. Abt Tho­mas M. hielt dazu im sonntä­gli­chen Kon­ven­tamt die Fest­pre­digt. Eine Woche spä­ter, am 1. Okto­ber, nimmt ein großer Teil des Kon­ventes an der Hei­mat­pri­miz in Dis­tel­hau­sen (Tau­ber­bi­schof­sheim) teil. 1000 Gäste aus nah und fern feier­ten den Pri­miz­got­tes­dienst im Fest­zelt mit ; die Pre­digt hielt der durch Med­ju­gorje bekannte P. Jozo Zov­ko OFM. Der Konvent ist zah­lenmäßig gleich groß – bzw. klein – geblie­ben, den­noch hat es einige Verän­de­run­gen gege­ben. Anfang Juni wurde Herr Neven Grgic, ein gebür­ti­ger Kroate, als Kan­di­dat auf­ge­nom­men. Er hat das Theo­lo­gies­tu­dium in Eichstätt mit dem Diplom abges­chlos­sen. Als Auf­ga­ben­ge­biet hat er von Fr. Johannes, der nach Ablauf der zeit­li­chen Gelübde am 14. Sep­tem­ber das Klos­ter ver­las­sen hat, das Refek­to­rium über­nom­men. Am 5. Okto­ber vers­tarb nach lan­ger und schwe­rer Kran­kheit die Mut­ter von P. Prior, Frau Anna Flei­sch­mann. Abt Tho­mas M. hielt die Beer­di­gung in Hohengüß­bach bei Bam­berg, an der auch meh­rere Mit­brü­der teil­nah­men. Am 16. Okto­ber fand der dies­jäh­rige Kon­ven­taus­flug statt, heuer ein­mal nicht per Auto oder Bus, son­dern zu Fuß. An einem son­ni­gen Herbst­tag wan­der­ten wir der Donau ent­lang nach Neus­tadt, wo uns Stadtp­far­rer Johannes Hof­mann, der sich unse­rer Gemein­schaft sehr ver­bun­den fühlt, zum Kirch­weih­mahl ins neue Alten­heim gela­den hatte. Der Gemein­schaft der Wel­to­bla­ten möchte sich Frau Mar­ga­rete Stau­di­gl (Würz­burg) anschließen. Sie begann am 24. Sep­tem­ber das Probejahr.

Arbeits­be­reiche

Heuer gab es eine ganze Reihe von Umbe­set­zun­gen : Zum 1.September wurde P. Josef M. zum Pfar­rer von Wel­ten­burg und Stau­bing ernannt. P. Tho­mas wech­selte zum glei­chen Ter­min nach Ein­muß und über­nahm am 1. Novem­ber dazu noch die Pfar­rei Teuer­ting, von der P. Cle­mens M. ins Klos­ter zurü­ck­kehrte. Am 26. Novem­ber, dem Christkö­nig­sfest, wurde er von den Gläu­bi­gen beim Fest­got­tes­dienst und in der anschließen­den Feiers­tunde verab­schie­det. P. Eus­ta­sius been­dete seine Tätig­keit in Tir­schen­reuth und wurde zum Kaplan für Teuer­ting und Ein­muß ernannt. Der Neu­pries­ter P. Ste­fan wurde zwei­ter Kaplan in Wel­ten­burg und Stau­bing. Nach der Zwang­spause durch die Hoch­was­ser­ka­tas­trophe im Vor­jahr konnte Fr. Rupert aus Gar­ten, Obst­bau und Imke­rei gute Erträge lie­fern. Am Nach­mit­tag des zwei­ten Weih­nachts­feier­tages rich­tete der Orkan „Lothar“ am Buch­hof etliche Schä­den an, sowohl im Klos­ter­wald als auch an den (z.T. erst neu gedeck­ten) Dächern. P. Leo­pold kann eine stei­gende Zahl von Kir­chenfüh­run­gen, auch für ame­ri­ka­nische Grup­pen, ver­mer­ken. Er wird dabei von einer großen Schar von Tou­ris­tikfüh­rern, beson­ders aus Kel­heim und Regens­burg, unterstützt. Er hat sie in die Beson­de­rhei­ten der Abtei­kirche und auch in das bene­dik­ti­nische Leben ein­geführt, daß die Füh­run­gen in unse­rem Sinne ges­che­hen. Da die Bele­gung in der Bege­gnung­stätte St. Georg durch P. Josef M. kon­ti­nuier­lich ges­tei­gert wer­den konnte, wurde Frau Mein­zer zusätz­lich für die Rei­ni­gung der Zim­mer ein­ges­tellt. Frau Kupke wech­selte dabei in die Spei­sesäle, hat aller­dings inz­wi­schen dort gekün­digt. Chef­koch Wolf­gang Küh­nel mit sei­nem Team, aus dem nach lan­gen Kran­ken­zei­ten Frau Meier aus­schied, macht es möglich, auch größere sowie meh­rere Grup­pen glei­ch­zei­tig zu verkös­ti­gen. Die nach den Hoch­was­ser­schä­den des Jahres 1999 voll­stän­dig neu ein­ge­rich­tete Küche mit ihren Nebenräu­men sowie die Gäs­tes­pei­se­zim­mer wur­den am 16. Januar gese­gnet. Anschließend war gemein­sa­mer Kaf­fee mit dem Küchen­per­so­nal und unse­ren bei­den Mau­rern. In der Wäsche­rei wurde Frau Sto­cker zum Schnei­dern und Aus­bes­sern der Habite neu ein­ges­tellt. Mit den Anges­tell­ten unter­nahm P. Prior Bene­dikt am 26. Juli einen Betrieb­saus­flug zum Chiemsee.

Rund ums Kloster

Das Jahr 2000 brachte für die Braue­rei ein beson­deres Jubiläum „950 Jahre Klos­ter­braue­rei Wel­ten­burg“. Sie ist die älteste Klos­ter­braue­rei der Welt. Aus die­sem Anlaß wurde eine neue Bier­sorte, „Anno 1050“, ein­ge­braut, die am 23. Februar vor­ges­tellt wurde. Das Jubiläum wurde auch kir­chlich mit einem fest­li­chen Dank­got­tes­dienst am 2. Juli began­gen, bei dem die H. H. Dom­ka­pi­tu­lare Robert Hütt­ner und Anton Wil­helm, die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­rates der Braue­rei Bischof­shof in Regens­burg sind, kon­ze­le­brier­ten. Beson­dere Beach­tung fand die Fest­pre­digt von Abt Tho­mas M. über das Bier. Außer­dem waren ver­schie­dene Prä­sen­ta­tio­nen und ein „Tag der offe­nen Tür“ am 14./15. Okto­ber, bei dem über 5000 Besu­cher gezählt wur­den. Alle erhiel­ten eine Maß Frei­bier und ein Präsent. Im Jubiläum­sjahr ging der tech­nische Direk­tor der Braue­rei Bischof­shof und der Klos­ter­braue­rei, Herr Herr­mann Weindl, in den Ruhes­tand. Seit dem die ges­chäft­liche Ver­bin­dung zwi­schen bei­den Braue­reien bes­teht, war Herr Weindl auch dem Klos­ter stets sehr ver­bun­den. Unsere Segenswünsche beglei­ten ihn. Die Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft unter der Lei­tung von Prof. Josef Kohlhäu­fl wirkte mehr­fach bei der fest­li­chen Ges­tal­tung des Got­tes­dienstes mit, so am 3. Advent, in der Christ­mette, beim Gol­de­nen Pries­ter­ju­biläum von Altabt Tho­mas sowie zum Jubiläum der Klos­ter­braue­rei. Außer­dem fan­den, wie es schon lange Tra­di­tion ist, zwei Kon­zerte statt, im Som­mer und im Herbst. Beide zogen wie­der zahl­reiche Freunde der geist­li­chen Musik an. Beim Herbst­kon­zert trat der Verein der „Freunde der Bene­dik­ti­ne­rab­tei Wel­ten­burg e.V.“ als Mit­ve­rans­tal­ter auf. Seit sei­ner Grün­dung im Okto­ber 1999 sind ihm inz­wi­schen 140 Per­so­nen, Fir­men und Ins­ti­tu­tio­nen bei­ge­tre­ten. Als kleines „Danke schön“ waren die Mit­glie­der im Anschluß an das Kon­zert zu einem kur­zen Ste­hemp­fang ein­ge­la­den. Es wäre erfreu­lich, wenn sich wei­te­rhin viele durch ihren Bei­tritt „offen als Freunde Wel­ten­burgs beken­nen“ würden.

Vom 29. Juli bis 3. Sep­tem­ber fand erst­mals die Auss­tel­lung zeit­genös­si­scher Kunst unter dem Mot­to „Wel­ten­bur­ger Spu­ren 2000“ statt. Herr Regie­rung­sprä­sident Dr. Wal­ter Zit­zels­ber­ger hat sie in Anwe­sen­heit zahl­rei­cher Gäste und Kunst­freunde offi­ziell eröff­net. Von der Anle­ges­telle der Schiffe an der Donau, über den Klos­te­rhof bis hin zum Frauen­berg sowie im Fest­saal waren die Werke von 15 Künst­lern aus­ges­tellt. Kurze Erklä­run­gen sowie ein Lage­plan lagen für die Besu­cher aus. Beson­ders ver­dient gemacht um die Auss­tel­lung hat sich der Bild­hauer Alfred Böschl durch Idee, Kon­zept und Orga­ni­sa­tion. Inz­wi­schen ist auch ein Kata­log erschie­nen, der im Klos­ter­la­den erwor­ben wer­den kann. Dieses Pro­jekt wurde beson­ders von der Klos­ter­braue­rei im Rah­men ihres Jubiläums geför­dert, wofür Herrn Direk­tor H.J. Moser aufrich­tig gedankt sei. Für die Auss­tel­lung „Natur – in Seide ges­ch­nit­ten“ des „Grö­bal-Ate­liers“, die in den letz­ten Jah­ren meist in den Ferien­wo­chen statt­fand, wurde ein neuer Raum gefun­den, näm­lich der frü­here Hoch­was­sers­tall am Weg zum Frauen­berg. Er kann als Ort für eine Daue­rauss­tel­lung genutzt wer­den. Er erhielt den Namen « Arche Noah“. In den Som­mer­mo­na­ten sol­len Naturfüh­run­gen von dort ihren Aus­gang neh­men. Am 23. Okto­ber wurde der nun reno­vierte Raum den Mön­chen, Anges­tell­ten und Gäs­ten vor­ges­tellt. Im Rah­men dieses Abends trat die „Zau­berkünst­le­rin Janine Sil­ver“ auf und „bezau­berte“ die Anwe­sen­den. Für die Haupt­feste der Bru­der­schaf­ten gewann ihr Präses P. Gre­gor Herrn Prä­lat Lud­wig Scharf aus Regens­burg sowie P. Pro­vin­zial Gre­gor Len­zen von den Pas­sio­nis­ten in Mün­chen als Fest­pre­di­ger. Außer­dem fan­den die für die Mit­glie­der orga­ni­sier­ten Ein­kehr­tage regen Zulauf.

Gäste

Ein beson­deres Erei­gnis, das wohl his­to­risch genannt wer­den kann, war der Besuch unseres Diö­ze­san­bi­schofs Man­fred Mül­ler, des Weih­bi­schofs Vin­zenz Gug­gen­ber­ger und des gesam­ten Dom­ka­pi­tels in Wel­ten­burg am Nach­mit­tag des 18. Sep­tem­ber. Nicht ein feier­li­cher Anlaß führte uns zusam­men, son­dern der Wunsch, unser Klos­ter, auch von innen, etwas näher ken­nen­zu­ler­nen. Nach einer Füh­rung durch die Braue­rei, die Klau­sur und die übri­gen Klos­ter­gebäude san­gen wir mitei­nan­der die Ves­per, der sich das gemein­same Aben­des­sen im Refek­to­rium anschloß. In der zwan­glo­sen Atmos­phäre kamen der Konvent und die hohen Gäste schnell ins Ges­präch mitei­nan­der. Am 16. Januar besuchte der Regie­rung­sprä­sident von Nie­der­bayern, Dr. Wal­ter Zit­zels­ber­ger, mit Gat­tin unsere Abtei. Zu ver­schie­de­nen Anläs­sen weil­ten mehr­mals Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­meier, der auch der 1. Vor­sit­zende des „Vereins der Freunde der Bene­dik­ti­ne­rab­tei Wel­ten­burg e.V.“ ist, Bür­ger­meis­ter Heinz Reiche von Kel­heim und des­sen Stell­ver­tre­ter bei uns. Auch in die­sem Jahr fand wie­der der erste Teil des Kom­mun­no­vi­ziates der baye­ri­schen Bene­dik­ti­ner­kon­gre­ga­tion in unse­rer Abtei statt. Vom 2.–20.Mai hatte unser Konvent Verstär­kung durch sechs Novi­zen. Tra­di­tio­nel­ler­weise fiel das „Kleine Äbte­tref­fen“ in die­sen Zei­traum. Am 22.September unter­nah­men die zeit­li­chen Pro­fes­sen der Kon­gre­ga­tion von St. Otti­lien einen Aus­flug und waren unsere Gäste beim Chor­ge­bet und im Refek­to­rium bei den Mahl­zei­ten. Am Fest der Hl. Schut­zen­gel, dem Patro­zi­nium unse­rer Baye­ri­schen Bene­dik­ti­ner­kon­gre­ga­tion, dem 2.Oktober, spen­dete Abt Tho­mas M. unse­rem mehr­ma­li­gen Gast Mar­tin Nyq­vist aus Obe­rur­sel im Pon­ti­fi­ka­lamt das Sakrament der Firmung.

Wenn auch das Inter­net immer mehr an Bedeu­tung gewinnt, blei­ben doch alle ande­ren Wege der Ver­bun­den­heit wei­te­rhin wich­tig. Für diese möch­ten wir Ihnen ein herz­liches „Vergelt’s Gott“ sagen : Besuche, Post, Spen­den, die Mit­glied­schaft im För­der­ve­rein – und vor allem auch das Gebet. Darin täglich ver­bun­den ver­blei­ben wir herz­lich grüßend mit rei­chen Segenswün­schen zum Weih­nachts­fest und für das neue Jahrtausend

Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg

Ausstellung : Weltenburger Spuren 2000

Die Auss­tel­lung dauerte vom 29. Juli – 3. Sep­tem­ber 2000.

Ein groß­for­ma­ti­ger Kata­log infor­miert ausführ­lich über die Künst­ler und ihre Werke (in S/W‑Fotos). Die­ser Kata­log ist im Klos­ter­la­den für 20,- DM erhält­lich. Er kann auch durch Ein­sen­dung von 25,- DM (inkl. Porto/Verpackung) in bar oder Scheck per Post bezo­gen werden :

Bene­dik­ti­ne­rab­tei Weltenburg 
Klosterladen 
Asam­straße 32 
93309 Kelheim
Bitte ver­ges­sen Sie nicht, Ihre genaue Anschrift anzugeben.

Auss­tel­ler

Alois Achatz, Bild­hauer, Gra­fi­ker (Regens­burg)

Alfred Böschl, Bild­hauer, Zeich­ner (Adl­hau­sen)

Klaus Cas­pers, Objektkünst­ler, Maler, Büh­nen­bild­ner (Regens­burg)

Gau­tam, Bild­hauer (Moers)

Merve Giehl, Objektkünst­le­rin (Kel­heim)

Robert Kaindl-Trätzl, Maler, Gra­fi­ker (Kum­hau­sen)

Her­bert Karl, Maler (Lang­quaid)

Wolf­gang Keu­chl, Objektkünst­ler (Bern­harts­wald)

Anton Kirch­mair, Maler, Objektkünst­ler (Kum­hau­sen)

Anja Mül­ler, Male­rin (Mün­chen)

Ruth Oswald, Glaskünst­le­rin (Obe­rot­ter­bach)

Ste­fan Pie­try­ga, Bild­hauer (Pots­damm)

Hei­ner Rie­pl, Maler (Regens­burg)

Chris­tian Schnu­rer, Objektkünst­ler (Mün­chen)

Man­fed Sill­ner, Maler (Abens­berg)

Ste­fan Weyer­graf gen. Streit, Objektkünst­ler (Och­sen­feld)

Verans­tal­ter 
Klos­ter Wel­ten­burg, Abt Tho­mas Frei­hart OSB

Idee, Kon­zept und Orga­ni­sa­tion
Alfred Böschl

Betreuung und Gast­ge­ber
Anton Röhrl, Wirt der Klos­ter­schänke Weltenburg

Jahresbericht 1999

Advent 1998 – Advent 1999

Die­ser Advent ist zugleich der Advent zum Hei­li­gen Jahr und damit zum neuen Jahr­tau­send. Da unser Klos­ter um 600 gegrün­det wurde, steht eigent­lich ein Jubiläum an. Da sich unser Grün­dung­sjahr nicht exakt ange­ben läßt, wol­len wir das Jahr 2000 nicht mit einem wei­te­ren Anlaß des Feierns „belas­ten“. Die 1400 Jahr-Feier soll zu einem spä­te­ren Zeit­punkt in den kom­men­den Jah­ren sein, nach­dem das Jubiläum ein­ge­hend vor­be­rei­tet wer­den konnte. Das wäre in die­sem Jahr ohne­hin nicht möglich gewe­sen. Denn es war ganz geprägt durch die Hoch­was­ser­ka­tas­trophe am Pfing­st­fest und ihren vielfäl­ti­gen Folgen.

Schon Ende Februar wurde Wel­ten­burg ein erstes Mal von einem Hoch­was­ser klei­ne­ren Aus­maßes heim­ge­sucht. Im Kel­ler waren einige Fahrrä­der ver­ges­sen wor­den. P. Gre­gor ließ sie von den Tau­chern der Feuer­wehr aus dem über­flu­te­ten Kel­ler bergen.

Am Mor­gen des Hoch­festes Chris­ti Him­mel­fahrt trat die Donau wie­der über die Ufer. Das Was­ser stand ungewöhn­lich lange in einer Höhe, die fast den Pegel­stand von 1994 erreichte. In der gesam­ten Asam­straße gab es großen Scha­den. Auf­grund eines bes­chä­dig­ten Gas­tanks in einem Haus bes­tand sogar Explo­sions­ge­fahr. Für meh­rere Stun­den muß­ten alle Zufahr­ten nach Wel­ten­burg ges­perrt wer­den. So wur­den wenig­stens die Feuer­wehr und die wei­te­ren Hel­fer nicht durch die Scha­ren von Tou­ris­ten behin­dert. Im über­flu­te­ten Klos­ter­gar­ten fan­den fast alle unsere Bie­nen den Tod.

Als das Was­ser zurück­ging und die Ins­tand­set­zun­gen began­nen, ahnte wohl kaum jemand, was erst noch bevors­tand. Die Donau stieg durch hef­tige, lang andauernde Regenfälle wie­der sehr rasch an. In Ober­bayern gab es bereits Katas­tro­phe­na­larm und Tode­sop­fer. Am Mor­gen des Pfing­st­festes war abzu­se­hen, daß das Was­ser der Donau noch wei­ter stei­gen wird und daß dies­mal die Abwehr­maß­nah­men der Feuer­wehr­leute, die Tag und Nacht mit schwe­rem Gerät im Ein­satz waren, das Unheil nicht mehr wer­den auf­hal­ten kön­nen. So konn­ten wir nur noch ver­su­chen, so viel wie möglich in Siche­rheit zu brin­gen. Die Waren des Klos­ter­la­dens, das Inven­tar des Refek­to­riums, der Gäs­tes­pei­sesäle und der Küchenräume wur­den mit Hilfe von Gäs­ten und der Feuer­wehr in die obe­ren Eta­gen gebracht. Doch für vieles kam jeder Ein­satz zu spät. Da in der Küche am Vor­mit­tag das Essen gekocht wor­den war, traf sich ein Teil des Kon­ventes noch zum Mit­ta­ges­sen im Refek­to­rium, wäh­rend dort schon das Was­ser durch die Fugen des Pflas­ters ein­drang. Nun mußte auch die FFW auf­ge­ben und ihre Geräte in Siche­rheit brin­gen. Gegen 14 Uhr hieß es : „Das gesamte Klos­ter­gelände wird geflu­tet.“ Inne­rhalb kur­zer Zeit stan­den die Klos­ter­schenke, die Braue­rei, das Kon­vent­gebäude, der Klos­ter­gar­ten mit sei­nen Gebäu­den und die Gara­gen unter Was­ser. Im Erd­ges­choß betrug die Was­se­rhöhe 1,36 m. Nachts drang das Was­ser sogar in die am höchs­ten Punkt des Hofes gele­gene Abtei­kirche ein. Es reichte am Mor­gen des Pfing­st­mon­tages im Chor­raum über die erste Stufe, die zum Hochal­tar hinaufführt. So mußte im Pres­by­te­rium ein Steg errich­tet wer­den, um übe­rhaupt auf die seit­liche Orge­lem­pore zu gelan­gen, da dort die ein­zige Mögli­ch­keit war, um über den Frauen­berg das Klos­ter zu ver­las­sen oder zu betre­ten. Das Chor­ge­bet haben wir im baro­cken Chor­gestühl hin­ter der his­to­ri­schen Orgel gehal­ten. Keine Hore ist aus­ge­fal­len. Die Hl. Mes­sen wur­den in der Kapelle auf dem Frauen­berg gefeiert. Strom, Trink­was­ser und Tele­fon fie­len für meh­rere Tage aus. Auch in Neustadt/Donau, Stau­bing, Stau­sa­cker und im Dorf Wel­ten­burg haben zahl­reiche Bewoh­ner große Schä­den zu bek­la­gen. Der Pegel­stand des „Jah­rhun­der­thoch­was­sers“ von 1965 wurde noch über­trof­fen. Ledi­glich 1845 stand das Was­ser noch etwa einen hal­ben Meter höher. Diese Höhe hätte wie­der erreicht wer­den kön­nen, was durch den Deich­bruch in Neus­tadt bei uns verhin­dert wor­den ist. Meh­rere Tage lang strömte nun das dre­ckige und mit Öl ver­seuchte Was­ser durch das Klos­ter. Darauf schwam­men nicht nur Wil­den­ten, son­dern auch Waren aus den Lagern der Küche und des Klos­ter­la­dens sowie größere Möbel, Türen u.a. mehr. Als der Was­sers­tand zu sin­ken begann, wag­ten sich beherzte Mit­brü­der, Anges­tellte und Hel­fer mit Spe­zialk­lei­dung in das ver­sch­mutzte Naß, um noch einiges an Inven­tar daraus zu bergen.

So schlimm die ganze Situa­tion war, um so ermu­ti­gen­der war die große Hilf­sbe­reit­schaft, die uns aus nah und fern erwie­sen wurde. Nach­barn und Freunde brach­ten zu Essen und Trin­ken, ein Spül­dienst wurde orga­ni­siert, Trans­port­dienste wur­den über­nom­men, von den Schwes­tern des Cabri­ni­heimes in Offens­tet­ten konn­ten wir warmes Mit­ta­ges­sen bekom­men. Zu den Rei­ni­gung­sar­bei­ten, bei denen zunächst große Men­gen Schlamm ent­fernt wer­den muß­ten, mel­de­ten sich Ein­zelne und ganze Grup­pen. Nach und nach wurde erst das Aus­maß der Schä­den sicht­bar : zerstörtes und weg­ges­ch­wemmtes Mobi­liar, zerstörte Holz­vertä­fe­lun­gen und Fußbö­den. Beson­ders hart traf es uns, daß die gesamte Ein­rich­tung des Klos­ter­la­dens, der erst vor einem Jahr eröff­net wor­den war, völ­lig unbrauch­bar war. Dort, wo bisher kein Sanier­putz ange­bracht war, war das ganze Mauer­werk durch die Feuch­tig­keit ver­dor­ben. Die gesamte WC-Anlage der Klos­ter­schenke war defekt, eben­so unsere neue Tele­fo­nan­lage, die schwe­ren Gara­gen­tore waren aus der Mauer geris­sen, an der Hei­zung wur­den größere Repa­ra­tu­ren nötig.

Die Höhe des Gesamt­scha­dens in der Abtei­kirche mit Sakris­tei, im Klos­ter, in der Braue­rei und in der Klos­ter­schenke hat die Mil­lio­nen­grenze über­schrit­ten. Die Kos­ten für die Ins­tand­set­zun­gen erfor­dern noch erhe­bliche finan­zielle Ans­tren­gun­gen. Wohltä­ter – durch Ver­mit­tlung der Abtei Ein­sie­deln sogar auch aus der Schweiz – haben uns durch ihre groß­her­zi­gen Spen­den ihre Ver­bun­den­heit bekun­det und uns in unse­ren Ans­tren­gun­gen unterstützt. Dafür sei an die­ser Stelle für alle Hilfe ein von Her­zen kom­mendes „Vergelt’s Gott“ gesagt.

Die Ver­bun­den­heit zum Klos­ter Wel­ten­burg kann man jetzt auch zei­gen durch den Bei­tritt zum „Freun­des­kreis der Abtei Wel­ten­burg e.V.“, der am 27. Okto­ber gegrün­det wurde. 23 Persön­li­ch­kei­ten des öffent­li­chen Lebens – unter ihnen H. Herr Weih­bi­schof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger, Regie­rung­sprä­sident Dr. Zit­zels­ber­ger, Lan­drat Dr. Fal­ter­meier, 2. Bür­ger­meis­ter Beck­stein – fan­den sich zur Grün­dung­sver­samm­lung ein. Lan­drat Dr. Fal­ter­meier wurde in der sich anschließen­den ers­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung zum 1. Vor­sit­zen­den gewählt. Sein Stell­ver­tre­ter ist sat­zung­sgemäß jeweils der Abt des Klos­ters. Durch Wahl wur­den das Amt des Schatz­meis­ters Herrn Direk­tor Oswald Freidls und das des Schriftfüh­rers Herrn Anton Röhrl jun. über­tra­gen. Der Verein ver­folgt den Zweck, „die Bene­dik­ti­ne­rab­tei Wel­ten­burg bei der Erfül­lung der seel­sor­gli­chen und kul­tu­rel­len Auf­ga­ben ideell und mate­riell zu unterstüt­zen. Er tut dies ins­be­son­dere dadurch, daß er Mit­tel für die Erhal­tung und Res­tau­rie­rung der Abtei­kirche und der Klos­ter­gebäude, für die fest­liche Dur­chfüh­rung der Kir­chen­mu­sik, für die Biblio­thek, für die Erfor­schung der Ges­chichte Wel­ten­burgs und deren Publi­ka­tio­nen gibt“ (Sat­zung des Freun­des­kreises §2.2).

Nach den großen Rei­ni­gung­sak­tio­nen haben wir uns pro­vi­so­risch eingerichtet :

Da wir das Gäs­te­haus für einige Monate schließen muß­ten und das Per­so­nal in die­ser Zeit nicht bes­chäf­ti­gen konn­ten, wurde dort ein Aufen­thalts­raum zum Refek­to­rium umfunk­tio­niert, wei­tere Räume dien­ten als Lager, als Spülküche etc.

Als Ersatz für den Klos­ter­la­den wur­den im Hof drei Holzhüt­ten auf­ge­baut, in denen wenig­stens eine Aus­wahl aus dem Sor­ti­ment ange­bo­ten wer­den kann. Es bot sich ein Anblick wie auf dem Weih­nachts­markt. Als ers­ter reno­vier­ter Raum konnte Ende Juli der Laden wie­der eröff­net werden.

Auf­grund zahl­rei­cher Aufla­gen nahm die Reno­vie­rung der Küche mit ihren Nebenräu­men meh­rere Monate in Ans­pruch, in denen uns dan­kens­wer­ter­weise die Klos­ter­schenke mit Mit­ta­ges­sen ver­sorgte. Am 6. Okto­ber ist es dann soweit, daß wir die Küche und das Refek­to­rium wie­der benut­zen kön­nen, auch wenn noch nicht alles fer­tig ist. Mönche und Per­so­nal kön­nen sich dabei über Erleich­te­run­gen freuen. P. Prior Bene­dikt hatte die Monate hin­durch viel Mühe mit der Bauauf­sicht. Nun konnte P. Josef M. auch das Gäs­te­haus wie­der voll in Betrieb neh­men. Bis auf Herrn Endru­lat nah­men alle Anges­tell­ten wie­der ihren Dienst auf.

Die Res­tau­rie­rung der Sakris­tei mit ihrer baro­cken Ein­rich­tung wird ein län­ger­fris­tiges Pro­jekt, so daß als Ersatz ein Teil des Klau­sur­gangs im ers­ten Stock ver­wen­det wird. Dort fin­den eben­so die Gewän­der aus der Dorf­kirche Platz, denn die Schä­den in der Kirche sind so groß, daß für zwei Jahre dort keine Got­tes­dienste gefeierte wer­den können.

Unabhän­gig vom Hoch­was­ser begann bereits im Januar die Reno­vie­rung der Figu­ren­gruppe „Dra­chen­kampf des hl. Georg“ und der Assis­tenz­fi­gu­ren am Hochal­tar als vor­ge­zo­gene Maß­nahme einer Gesam­tre­no­vie­rung der Abtei­kirche. Bisher wurde die urs­prün­gliche Fas­sung aus der Zeit Asams, soweit sie noch vorhan­den ist, frei­ge­legt. Die Arbei­ten wer­den von der Fir­ma Preis & Preis aus­geführt. Die Not­wen­dig­keit einer Gesamt­maß­nahme wurde nun durch das Hoch­was­ser, das das Raumk­li­ma noch pro­ble­ma­ti­scher machte, verstärkt. Im Laufe des Jahres 2000 wird die endgül­tige Ent­schei­dung darü­ber fal­len, nach­dem in Bälde das Baye­rische Lan­de­samt für Denk­malp­flege ein Gesamt­kon­zept vor­ge­legt hat.

Wer hätte all das gedacht, als Abt Tho­mas an Epi­pha­nie nach dem Pon­ti­fi­ka­lamt die Donau segnete. Das war der Auf­takt zu ver­schie­de­nen Pon­ti­fi­kal­funk­tio­nen, zu denen Abt Tho­mas im Laufe des Jahres unter­wegs war. In meh­re­ren Pfar­reien der Bistü­mer Regens­burg und Eichstätt spen­dete er jun­gen Chris­ten das Sakrament der Fir­mung. Am 21. Juni traf auch die Fir­mung für unsere Klos­terp­far­reien in Wel­ten­burg. Zum Kreuz­fest in Scheyern, zum Gebets­tag des Päpst­li­chen Werkes für Geist­liche Berufe im Rah­men der Regens­bur­ger Wolf­gang­swoche, beim Ska­pu­lier­fest und beim Haupt­fest der Sal­va­tor­bru­der­schaft in Strau­bing und zur Wall­fahrt des Deka­nates Ber­ching auf den Peters­berg feierte Abt Tho­mas das Pon­ti­fi­ka­lamt und hielt die Fest­pre­digt, eben­so zur Monats­wall­fahrt in Tir­schen­reuth, Wörth/Donau, Eichel­berg und Haa­der. Fer­ner wurde er zu Patro­zi­nium­sfeiern in der Hei­mat Rai­ten­buch, in Sand­har­lan­den, Ball­mert­sho­fen, Auf­hau­sen und Lip­pert­sho­fen ein­ge­la­den. Des wei­te­ren nahm er an Jubiläen teil, bei Einfüh­run­gen und Wei­hen, an Tagun­gen für Ordens­leute und Obere, an der Selig­spre­chung von Anna Schäf­fer in Rom und dem ers­ten litur­gi­schen Gedenk­tag der neuen Seli­gen in Min­del­stet­ten mit dem Apos­to­li­schen Nun­tius Erz­bi­schof Gio­van­ni Lajo­lo. Manche die­ser Ter­mine und Tagun­gen tref­fen – wie auch bei ande­ren Mit­brü­dern – jähr­lich zu, so daß wir sie nicht immer neu wie­de­rho­len möchten.

Am 13. Sep­tem­ber haben wir den dies­jäh­ri­gen Kon­ven­taus­flug unter­nom­men. Haupt­ziel war die Bene­dik­ti­ne­rab­tei St. Ger­trud in Tet­ten­weis, die heuer ihr 100jähriges Grün­dung­sju­biläum feiern konnte. Sie hat man uns und Abt Aluin von Han­ga, Tan­sa­nia, der in die­sen Tagen bei uns zu Gast war, lie­be­voll und großzü­gig auf­ge­nom­men und es wurde sogar die Klau­sur auf­ge­ho­ben, so daß wir nach der Mit­tag­shore gemein­sam mit den Schwes­tern das Mit­tag­smahl im Refek­to­rium hal­ten konn­ten. Äbtis­sin Ber­nar­da führte uns vor- und hin­te­rher durch die Klos­te­ran­lage. Nach der fest­li­chen Kaf­fee­ta­fel ging es ins nahe Asbach, wo wir durch den Pfar­rer eine Füh­rung in der ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­kirche erhiel­ten. Das Museum in der frü­he­ren Abtei war lei­der ges­chlos­sen. Dritte Sta­tion war das Augus­ti­ner-Cho­rher­ren-Stift Rei­chers­berg in Öster­reich : Herr Dechant Gre­gor begeis­terte uns mit einer kurz­wei­li­gen Füh­rung. Zusam­men mit dem Konvent san­gen wir dann die Ves­per und wur­den zum gemein­sa­men Aben­des­sen ein­ge­la­den. Nach einer Likör­probe in der Vino­thek tra­ten wir die Heim­fahrt an.

Natür­lich ist der Aus­flug nicht das ein­zige Berich­tens­werte aus dem Konvent :

Etwas spä­ter als üblich, vom 31. Januar bis 5. Februar, hielt uns P. Rek­tor Albert Schmidt OSB (Beuron/S. Ansel­mo) die Kon­ven­texer­zi­tien über die „Ich-bin-Worte“ im Johannes-Evangelium.

Nach der Gelüb­deer­neue­rung im Kon­ven­tamt am 5. Februar band sich Fr. Rupert als Regu­lar-Oblate an unsere Gemein­schaft. Nach dem Ver­lust aller Bie­nenvöl­ker, erhiel­ten wir meh­rere neue von sei­nen Imker­kol­le­gen ges­chenkt. Lei­der mußte er auch bei der Obs­ternte große Ein­bußen hin­neh­men. Es gab nur ca. 10 % der sonst übli­chen Apfelerträge.

Fr. Johannes kehrte am 14. Mai von der Aus­bil­dung in Beu­ron zurück.

Fr. Ste­phan konnte in Salz­burg die Vor­le­sun­gen been­den und kehrte am 9. Juli für einige Zeit ins Klos­ter zurück, um dann am 6. Sep­tem­ber in Regens­burg im Pries­ter­se­mi­nar den Pas­to­ral­kurs zu begin­nen. Dazu gehört auch ein Gemein­de­prak­ti­kum, das er bei Dekan Josef Unsi­cker in der Pfar­rei Wie­sau absolviert.

Für unsere Gebräuche rund um den Beginn der Fas­ten­zeit inter­es­sierte sich das Baye­rische Fern­se­hen und sen­dete am Ascher­mitt­woch inne­rhalb eines Bei­trages einige Minu­ten aus unse­rem Kloster.

In der Mit­tag­shore des Bene­dik­tus-Festes wurde am 20. März Frau Maria Kugler (Altöt­ting) in den Kreis der Wel­to­bla­ten auf­ge­nom­men. In der Ves­per dieses Fest­tages wurde unser Kan­di­dat Mar­kus Strell ein­gek­lei­det. Als Fr. Simon Maria haben wir nun nach eini­ger Vakanz einen eifri­gen Novi­zen. Inz­wi­schen konnte er auch sein beru­fliches Ges­chick als Zim­mer­mann unter Beweis stellen.

Obwohl die dro­hende Hoch­was­ser­flut bereits den Zugang zum Klos­ter ersch­werte, konnte P. Tho­mas doch noch im Kreise von Mit­brü­dern, Ver­wand­ten und Freun­den sei­nen 40. Geburts­tag feiern.

Nach schwe­rer Kran­kheit vers­tarb am 26. Juni der Vater des Abtes, Herr Johann Frei­hart. Zahl­reiche Mit­brü­der nah­men am Begräb­nis in Rai­ten­buch teil.

P. Leo­pold unter­zog sich im Hil­de­gard-Kurhaus am Boden­see bei Dr. Wighard Streh­low einer Kur.

Manche kir­chli­chen Feste wur­den durch das Hoch­was­ser beeinträchtigt :

Die Fron­leich­nam­spro­zes­sion mußte einen ande­ren Ver­lauf neh­men ; sie endete nicht wie üblich an der Dorf­kirche, son­dern führte in die Orts­mitte hinein.

Das Haupt­fest der Drei­fal­tig­keits­bru­der­schaft konnte nur im kleins­ten Raum auf dem Frauen­berg began­gen werden.

Dage­gen konnte zum Fest der Herz-Mariä-Bru­der­schaft der Stur­mius-Chor aus Ful­da zur Fest­li­ch­keit bei­tra­gen. Zu Ein­kehr­ta­gen bei­der Bru­der­schaf­ten und beson­de­ren Gebet­sa­ben­den, gelei­tet von „cha­ris­ma­ti­schen“ und indi­schen Pries­tern kamen sehr viele Gläubige.

Zusätz­lich lei­tet P. Gre­gor nun auch einen Gebets­kreis, der sich im zweiwö­chi­gen Rhyth­mus trifft.

Aus der großen Schar unse­rer Besu­cher wol­len wir hier wie­der eini­ger beson­ders gedenken :

Am 7. Januar besuchte uns Erz­bi­schof Dr. Karl Braun (Bam­berg).

Am 11. Januar tagte bei uns die Deka­nats­kon­fe­renz (Kel­heim).

Am 20. Februar besuchte der frü­here Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Horst See­ho­fer mit Fami­lie Weltenburg.

Im März und Okto­ber setzte Frau Heide Gabler die Tagun­gen für Kir­chliche Biblio­the­kare fort : zum einen zum Fort­schritt unse­rer eige­nen Biblio­thek, zum ande­ren ein guter Erfah­rung­saus­tausch mit Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen, z.T. aus ande­ren Klöstern.

Am 5. April unter­nahm Äbtis­sin Lae­ti­tia Fech O. Cist (Wald­sas­sen) mit eini­gen Mit­sch­wes­tern einen klei­nen Kon­ven­taus­flug zu uns.

Zum Oste­rho­chamt sang das „Spat­zen­quar­tett“ aus Regensburg.

Auch heuer fand wie­der der erste Teil des Kom­mun­no­vi­ziates bei uns statt, des­sen Betreuung nun H. Abt. Fr. Vin­zenz (Nie­de­ral­taich) über­ge­ben konnte. Fr. Simon erhielt drei Wochen „Verstär­kung“ durch vier Mit­no­vi­zen aus Ettal, Schäft­larn und Otto­beu­ren. Abt Berhard (Scheyern) eröff­nete und bes­chloß die Tage, in denen Sr. Judith (Engel­tal), Abt Chris­tian P. Mein­rad (Müns­ter­sch­war­zach) referierten.

Noch wäh­rend des Hoch­was­sers besuchte Herr Regie­rung­sprä­sident Dr. Zit­zels­ber­ger, Land­shut, zusam­men mit Herrn Lan­drat Dr. Fal­ter­meier unser Klos­ter, um sich ein Bild von den Schä­den zu machen. Aus glei­chem Anlaß erfolgte am 17. Juni der Besuch des Baye­ri­schen Umwelt­mi­nis­ters Schnappauf.

Am 20. Juni ges­tal­tete der Tho­mas v. Aquin-Chor aus Michi­gan (USA) das sonntä­gliche Kon­ven­tamt. Am glei­chen Tag kam Bischof Oswald Hir­mer (Umta­ta, Süda­fri­ka) und blieb mit eini­gen Beglei­tern drei Tage bei uns, wäh­rend der er in eini­gen Pfar­reien das Firm­sa­krament spendete.

Am 30. Juli fand im Klos­te­rhof ein Bene­fiz­kon­zert zuguns­ten der Hoch­was­se­rop­fer des Land­kreises statt, zu dem ca. 600 Besu­cher kamen, u.a. Staat­se­kretä­rin Chris­ta Ste­wens vom Umweltministerium.

Im Rah­men der dies­jäh­ri­gen Auss­tel­lung des Grö­bal-Ate­liers im Fest­saal stif­te­ten die Künst­ler eines ihrer hier ges­chaf­fe­nen Bil­der zu einer Vers­tei­ge­rung. Diese nahm Staats­se­kretä­rin Ste­wens am 13. August vor. Der Erlös von 1.700 DM kam der Reno­vie­rung des Refek­to­riums zugute. Am glei­chen Tag besuchte Bun­des­ver­tei­di­gung­smi­nis­ter Schar­ping im Rah­men eines Trup­pen­be­suches bei den Pio­nie­ren in Ingol­stadt unter großen Siche­rheits­vor­keh­run­gen die Abteikirche.

Am 24. August dem Fest des Apos­tels Bar­tho­lomäus, war eine Dele­ga­tion aus Rumä­nien zu Gast, u.a. Metro­po­lit Daniel Cio­bo­tea und Bischof Petru Georg­hu. Staats­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Stamm lei­tete die Gruppe. Am Nach­mit­tag besuchte die Sän­ge­rin Mar­got Hell­wig die Klosterkirche.

Sieb­zig Jahre Ver­bun­den­heit mit Wel­ten­burg bekräf­tigte Weih­bi­schof em. Karl Flü­gel, indem er mit dem Konvent am 20. Okto­ber auf dem Frauen­berg ein Marien-Amt zele­brierte und uns anschließend zum Mit­ta­ges­sen einlud.

Zu den letz­ten Gäs­ten des Berichts­jahres gehö­ren die Teil­neh­mer der AGOM-Herbst­voll­ver­samm­lung, die am 12./13. Novem­ber bei uns statt­fand. Unter ihnen war auch Weih­bi­schof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger, der Ordens­re­ferent der Diö­zese Regensburg.

Nun dan­ken wir für alle Zei­chen der Ver­bun­den­heit und für alle viel­fach erfah­rene Hilfe – beson­ders ange­sichts der Hoch­was­ser­ka­tas­trophe – und wün­schen Ihnen einen besinn­li­chen Advent : Mögen Sie Zei­ten der Stille fin­den, um Ihr Herz für den Erlö­ser zu öff­nen. Er möge Sie im Jahr 2000 nach sei­ner Geburt mit Sei­nem Segen begleiten.

Das wün­schen Ihnen Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg

Jahrhunderthochwasser 1999

Ein Jah­rhun­dert-Hoch­was­ser hat an Pfing­sten 1999 das Klos­ter heim­ge­sucht. Meh­rere Tage stand das gesamte Erd­ges­choß des Klos­ters etwas 1,40 m unter Was­ser. In der Asam-Kirche erreichte das Was­ser eine Höhe von 30–40 cm und hat einen sehr hohen Scha­den hinterlassen. 

Um Fol­ges­chä­den zu ver­mei­den, muß möglichst schnell alles beho­ben wer­den. Sie kön­nen dabei mithel­fen. Jeder Bei­trag ist willkommen : 

Spar­kasse Kelheim 
Kon­to 190 802 116 
BLZ 750 515 65 

Raif­fei­sen­bank Kelheim 
Kon­to 61 61 09 
BLZ 750 690 14 

Bei Angabe der Anschrift kön­nen Sie eine abzug­sfä­hige Spen­den­quit­tung zuges­chickt bekommen.

Jahresbericht 1998

Advent 1997 – Advent 1998

Das gesamte zurü­ck­lie­gende Berichts­jahr war geprägt von der Wahl und der Bene­dik­tion des neuen Abtes. Einer der ers­ten Schritte dazu war die kano­nische Visi­ta­tion. In deren Vor­feld führ­ten die COVI-Mit­glie­der P. Mar­kus (Met­ten) und P. Domi­ni­kus (Scheyern) am 12. März die Wirt­schafts­prü­fung durch. Die eigent­liche Visi­ta­tion hiel­ten dann vom 22.bis 25. März Abt­präses Gre­gor (Schäft­larn), Altabt Emme­ram (Met­ten) und P. Egi­no (Aug­sburg). Am 6. Mai hiel­ten die bei­den äbt­li­chen Visi­ta­to­ren für die Kapi­tu­lare eine Sit­zung zur Vor­be­rei­tung der Abts­wahl. Diese wurde auf den 25. Juni fest­ge­setzt. An die­sem Tag wurde das Kon­ven­tamt als Votiv­messe zum Hei­li­gen Geist gefeiert. Um neun Uhr begann dann die Wahl : Erwar­tungs­gemäß wurde P. Tho­mas Maria Frei­hart, der bereits seit Okto­ber 1995 Prior-Admi­nis­tra­tor war, zum Abt gewählt. Nach­dem sein Pro­feßk­los­ter Planks­tet­ten tele­fo­nisch seine Zus­tim­mung zur Annahme der Wahl gege­ben hatte, nahm Abt­präses Gre­gor um 15 Uhr die Bestä­ti­gung und Ein­set­zung in das Amt vor. Zur Vor­be­rei­tung auf die Bene­dik­tion fand am 14. Sep­tem­ber ein Ein­kehr­tag statt : Abt Fide­lis (Müns­ter­sch­war­zach) hielt zwei Kon­fe­ren­zen über die Abts­ka­pi­tel der Regel. Am Nach­mit­tag setzte Abt Tho­mas P. Bene­dikt zum Prior ein. Dann wur­den P. Tho­mas und P. Josef M. in das Senio­ren­ka­pi­tel gewählt.

Am 17. Sep­tem­ber lie­ferte Fr. Ans­gar aus der Klos­tergärt­ne­rei von St. Boni­faz in Mün­chen ein rie­siges Blu­men­meer, um zur Bene­dik­tion Kirche, Vor­platz, Kreuz­gang und Refek­to­rium vor­tref­flich schmü­cken zu kön­nen. So war für den großen Tag alles gut gerüs­tet : Am 19. Sep­tem­ber ström­ten dann seit den frü­hen Mor­gens­tun­den die über 300 gela­de­nen Gäste her­bei : Zwei Klein­busse über­nah­men den Pen­del­ver­kehr vom Park­platz im Dorf zum Klos­ter. Um 10.30 Uhr setzte sich der Zug der Ordens­leute, Pries­ter und Kon­ze­le­bran­ten in Bewe­gung : als der Thu­ri­fe­rar nach großem Bogen durch den Hof in die Kirche zog, ver­ließ gerade erst Diö­ze­san­bi­schof Man­fred Mül­ler die Klos­terp­forte. Mit ihm kon­ze­le­brier­ten Bischof Fran­ces­co Pio Tam­bur­ri­no (vor­mals Abt von Mon­te­ver­gine), Weih­bi­schof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger, Erzabt Bischof Asz­trik (Pan­non­hal­ma) mit über 20 (Erz)äbten, u.a. aus Tan­sa­nia, Spa­nien, England, Ita­lien und Öster­reich. Unter den zahl­rei­chen Ordens­leu­ten waren die vier Äbtis­sin­nen der baye­ri­schen Fraue­nab­teien, der Prä­mons­tra­ten­se­rabt von Wind­berg, Tho­mas Hand­grä­tin­ger, der Gene­ral­probst der Augus­ti­ner-Cho­rher­ren, Hel­mut Grünke von Paring und der Pro­vin­zial der baye­ri­schen Kapu­zi­ner, P. Wer­ner Labus. Gene­ral­vi­kar Lim­ba­cher ver­trat das Bis­tum Eichstätt. Staats­se­kretär Dr. Merkl über­brachte die Grüße des Minis­ter­prä­si­den­ten Dr. Edmund Stoi­ber. Lan­drat und Bür­ger­meis­ter von Kel­heim ließen sich durch ihre Stell­ver­tre­ter ver­tre­ten. Auch der stell­ver­tre­tende Lan­drat von Neu­markt und der Bür­ger­meis­ter von Ber­ching waren zuge­gen. Beson­ders zahl­reich nah­men die Mit­brü­der aus Planks­tet­ten und die Hei­matp­far­rei Oening/Raitenbach teil. Bischof Man­fred ging in sei­ner Pre­digt vom Wort­spiel amore-more-or-re aus. Zum Abschluß der fast dreistün­di­gen Litur­gie, die von der Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft unter der Lei­tung von Prof. Josef Kohlhäu­fl mit einem Opus des baro­cken Klos­ter­kom­po­nis­ten P. Ben­no Grue­ber ges­tal­tet wurde, erläu­terte der neue Abt sei­nen Wahls­pruch „Cari­ta­tem non dere­lin­quere.- Von der Liebe nicht las­sen.“ (RB IV, 26). Dann schloß sich das Fest­mahl in der Klos­ter­schenke an. Um 16.30 Uhr hielt Abt Tho­mas seine erste Pon­ti­fi­kal­ves­per in der noch­mals voll besetz­ten Kirche. Im Fern­se­hen wie im Radio und vor allem in der Presse fand der Tag regen Nachhall.

Am 28. Sep­tem­ber hielt der Konvent eine kleine Nachfeier.

Natür­lich gab es auch wei­tere Fest­li­ch­kei­ten zu begehen :

Bei der klös­ter­li­chen Weih­nachts­feier wurde ein kost­bares Ges­chenk prä­sen­tiert : der Pri­miz­kelch von H. H. BGR Franz Wawrok.

Am III. Advent und zur Christ­mette san­gen wie­der Mit­glie­der der Wel­ten­bur­ger Musikgemeinschaft.

Die Donau­se­gnung an Epi­pha­nie konnte heuer bei ange­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren voll­zo­gen wer­den. Am Abend began­nen die Kon­ven­texer­zi­tien, in denen P. Prior-Admi­nis­tra­tor Dr. Seve­rin Schnei­der (Seckau) über die Psal­men sprach.

Das Fest der Dars­tel­lung des Herrn wurde zum zwei­ten Mal als „Tag des Gott geweih­ten Lebens“ began­gen, der die Gläu­bi­gen beson­ders auf die Bedeu­tung des Ordens­le­bens für die Kirche hin­wei­sen soll. An die Ker­zen­se­gnung vor der Pforte schloß sich die Lich­ter­pro­zes­sion durch den Hof zum Amt mit Pre­digt an.

Die Lei­tung der Faschings-Feier lag heuer in den Hän­den von Fr. Stephan.

Das Pon­ti­fi­ka­lamt am Palm­sonn­tag zele­brierte der Müns­te­ra­ner Regio­nal-Bischof Dr. Max Georg Frei­herr von Twi­ckel, der mit zehn jun­gen Män­nern von Eichstätt nach Regens­burg wan­derte. Dabei kam erst­mals ein pro­vi­so­risches Podest zum Ein­satz, das Ambo und Pries­ter­sitz im Pres­by­te­rium der Kirche erhöht. Da sich die­ser Ver­such bewährt hat, wurde es spä­ter mit Tep­pich­bo­den verkleidet.

Zum Hoch­fest Chris­ti Him­mel­fahrt hielt Altabt Emme­ram Pon­ti­fi­ka­lamt und ‑ves­per.

An Fron­leich­nam konnte auf­grund star­ker Regenfälle die Pro­zes­sion nur in der Kirche gehal­ten werden.

Zum Bene­dik­tus-Fest am 11. Juli zele­brierte Altabt Domi­ni­kus (Planks­tet­ten) ein Pon­ti­fi­ka­lamt mit Pre­digt in der voll­be­setz­ten Abtei­kirche. Anschließend wur­den die Teil­neh­mer aus den Klos­terp­far­reien im Bier­gar­ten bewirtet.

Am 25. Sep­tem­ber beging P. Leo­pold das Sil­berne Profeß-Jubiläum.

Der heu­rige Konvent-Aus­flug führte zuerst in das ehe­ma­lige Reformk­los­ter Kastl, dann auf den Habs­berg, wo in der Wall­fahrts­kirche das Kon­ven­tamt zele­briert wurde. Des wei­te­ren wurde die ehe­ma­lige Zis­ter­zien­ser­kirche in Seli­gen­por­ten besucht. Von da ging es nach Planks­tet­ten zu einer gemein­sa­men Kaf­fee-Rekrea­tion mit den dor­ti­gen Mit­brü­dern und einer Klos­terfüh­rung durch Abt Gre­gor. Dann hielt P. Josef M. die feier­liche Ves­per, an die sich ein klei­ner Fes­takt zu sei­ner Verab­schie­dung im Prä­la­ten­saal anschloß. Bis zur Kom­plet konn­ten sich dann alle am kal­ten Buf­fet im Gewölbe an den bio­lo­gi­schen Klos­ter­pro­duk­ten laben.

Am 3.November wurde der 60. Geburts­tag von Altabt Emme­ram zusam­men mit Abt Edel­bert (Ettal) und Abt Johannes (Rohr) als Gäs­ten nachgefeiert.

Am 17. Novem­ber feierte Abt Tho­mas in Tet­ten­weis das Fes­tamt mit Pre­digt zum Patro­nats­fest St. Gertrud.

Im Klos­ter wird natür­lich nicht nur gefeiert, son­dern nach der Devise „Ora et labo­ra“ gehört die Arbeit wesent­lich zum bene­dik­ti­ni­schen Leben.

Manche Auf­ga­ben wur­den neu verteilt :

Fr. Rupert wurde Refek­to­riar. Da er auch die Obstbäume und die Bie­nenvöl­ker wei­te­rhin betreut, mußte der Gar­ten vorläu­fig stil­l­ge­legt werden.

P. Gre­gor küm­mert sich um die Opferlichter.

Für ein halbes Jahr war P. Michael Sakris­tan, dann über­nahm P. Josef M. im August diese Auf­gabe. Spä­ter wurde er dann auch Lei­ter der Bege­gnung­sstätte St. Georg und Gastpater.

Am 14. Februar erhielt Fr. Ste­phan die litur­gische Beauf­tra­gung zum Ako­ly­then ; am 5. Sep­tem­ber erteilte ihm Bischof Man­fred Mül­ler die Dia­ko­nen­weihe. Im Novem­ber spielte er auf der Bran­den­stei­nor­gel Stücke für eine CD-Aufnahme.

P. Eus­ta­sius‘ Ein­satz als zwei­ter Kaplan in Tir­schen­reuth wird verlängert.

Zum 15. Okto­ber wird P. Michael Admi­nis­tra­tor der Expo­si­tur Ein­muß. Mitte Novem­ber mußte er sich für einen Monat in eine Kli­nik nach Mün­chen bege­ben. (Aus die­sem Grund konnte die­ser Jah­res­be­richt heuer nicht recht­zei­tig erscheinen.)

P. Raphale und P. Cle­mens ver­se­hen wei­te­rhin die Seel­sorge in Ober­ried bzw. Teuer­ting, und Altabt Tho­mas wohnt noch in sei­nem Pro­feßk­los­ter Ettal.

Zum Teil im Zusam­men­hang mit den Arbeits­ge­bie­ten wur­den auch wie­der ver­schie­dene Tagun­gen besucht :

Im Früh­jahr fuhr P. Tho­mas mit P. Michael nach Planks­tet­ten zu einem Semi­nar der VKB für Klos­ter­bu­ch­hand­lun­gen. Des wei­te­ren setzte P. Tho­mas seine Blo­ck­kurse in Mai­hin­gen und Neu­burg fort.

Abt Tho­mas war im April zur SÄK in Mainz. Zur glei­chen Zeit tag­ten Fr. Rupert und Fr. Johannes mit den Trien­na­len der BBK in Oberschönenfeld.

An den AGOM-Voll­ver­samm­lun­gen nah­men im Früh­jahr in Kos­tenz P. Michael sowie im Herbst in Hof­stet­ten Abt Tho­mas teil.

Ende Mai war die­ser zum Hil­de­gard-Jubiläum in Eibin­gen und Eberbach.

Im Sep­tem­ber lei­tete Frau Gabler mit einem qua­li­fi­zier­ten Team einen Biblio­theks­kurs in unse­rem Haus. Ihr Sohn Joa­chim berät nicht nur in die­sem Bereich, son­dern auch in der Ver­wal­tung in Computerfragen.

Im Okto­ber war P. Prior Bene­dikt zur Zel­le­ra­ren-Tagung in Reutte und P. Michael zu einem Pfarr­ver­wal­tungs­kurs in Freising.

P. Gre­gor setzte im Novem­ber das Wer­den­fel­ser Semi­nar fort.

Ein Teil der Ämte­rer­neue­run­gen ist auf Verän­de­run­gen im Per­so­nal­stand zurückzuführen :

Nach Been­di­gung des Trien­niums hat Fr. Kolum­ban das Klos­ter ver­las­sen. Er strebt die Pries­ter­weihe in sei­nem Hei­mat­bis­tum Speyer an.

Im Juni voll­zog sich mit der Inkar­di­na­tion in das Bis­tum Regens­burg der endgül­tige Aus­tritt von P. Placidus.

Am 1. August kehrte P. Josef M. von der drei­jäh­ri­gen Aushilfe aus Planks­tet­ten zurück.

Am 3. Okto­ber trat der Kan­di­dat Mar­kus Stell aus Titt­mo­ning ein.

Am 3. Novem­ber erneuerte Fr. Rupert die Zeit­liche Profeß.

Im Novem­ber wurde Herr Lau­fer aus Regens­burg, der am 30. August die Pro­be­zeit als Wel­to­blate begon­nen hatte, zum Stän­di­gen Dia­kon geweiht.

Auch bei den Anges­tell­ten gab es man­chen Wechsel :

Da die gesamte Wäsche des Gäs­te­hauses in den Behin­der­ten-Werkstät­ten Offens­tet­ten gewa­schen wird, schied Frau Fröh­ler aus der Wäsche­rei aus. Diese wird nun in verk­lei­ner­tem Umfang von Frau Stein­ber­ger und Frau Hainz weitergeführt.

Für Frau Ober und Frau Pern­peint­ner began­nen in der Küche erst­mals als Koch Herr Endru­lat, unterstützt von Frau Cipzer.

Im Gäs­te­haus hörte auf­grund des Mut­ter­schaft­sur­laubs Frau Putz auf. Ihre Tätig­kei­ten führt nun Frau Kugpke fort.

Die Mau­rer waren das ganze Jahr über mit Ins­tand­set­zun­gen am Gebäude bes­chäf­tigt. So wurde die seit lan­gem fäl­lige Reno­vie­rung der Haus­ka­pelle vor­ge­nom­men, ein Büro für das Gäs­te­haus ein­ge­rich­tet, die Gruft und die Gemein­schaftsräume der Bege­gnung­sstätte neu ges­tri­chen, eben­so zahl­reiche Fenster.

Reno­vie­run­gen waren auch am Kel­hei­mer Wohn­haus sowie auf dem Buch­hof fäl­lig, beson­ders Dacharbeiten.

Größtes Pro­jekt war über meh­rere Monate die Erwei­te­rung des Klos­ter­la­dens : Er wurde von Grund auf saniert, um ein Drit­tel erwei­tert und voll­stän­dig neu ein­ge­rich­tet. Die Ein­wei­hung war am 23.April, dem Patro­zi­nium des Klos­ters. Im Anschluß daran gab es im Fest­saal für die Anges­tell­ten, die betei­lig­ten Fir­men und wei­tere Gäste ein kaltes Buf­fet. Archi­tekt Arnulf Magerl, Ober­trau­bling, und zwei­ter Bür­ger­meis­ter Beck­stein wür­dig­ten das gelun­gene Werk. Wäh­rend der Sai­son konnte bereits ein größe­rer Zulauf von Tou­ris­ten fest­ges­tellt wer­den – dies auch auf­grund der jetzt mögli­chen Zah­lung per Kreditkarte.

Auch heuer wol­len wir eini­ger Gäste beson­ders gedenken :

Am 24. Januar besuch­ten uns acht Schwes­tern aus Kirchschletten.

Vom 27. April bis 16. Mai tagte das Kom­mun­no­vi­ziat der BBK : sechs Novi­zen aus Ettal, Planks­tet­ten, Otto­beu­ren, Aug­sburg und Met­ten. Aus die­sem Anlaß waren in die­sen Tagen Abt Bern­hard (Scheyern) als Mode­ra­tor, Abt Edel­bert (Ettal), Altabt Emme­ram (Met­ten), Prior-Admi­nis­tra­tor Seve­rin (Seckau), Abt Chris­tian (Schwei­kel­berg), P. Mein­rad (Müns­ter­sch­war­zach), Abt Bur­khard (Melk), Äbtis­sin Edel­traud (Eibin­gen) und Abt­präses Gre­gor (Schäft­larn) bei uns, eben­so das „kleine Äbtetreffen“.

Anfang Mai waren die Mit­glie­der der Deka­nats­kon­fe­renz Kel­heim unsere Gäste sowie dreißig unga­rische Aus­land­sseel­sor­ger mit Bischof.

Zahl­reiche Teil­neh­mer kamen zu zwei Gebetsnäch­ten mit den indi­schen Patres Zacha­rias Thu­di­pa­ra und Fer­nandes San­tan­der, sowie zu den Ein­kehr­ta­gen der Bru­der­schaf­ten, die P. Gre­gor neben deren Haupt­fes­ten orga­ni­siert hat.

Zum Drei­fal­tig­keits­fest kam auch eine größere Gruppe Fuß­wall­fah­rer aus Alt­mann­stein. In die­sen Tagen ras­te­ten wei­tere Fuß­pil­ger in Wel­ten­burg : aus Teu­gn (auf dem Weg nach Bett­brunn – wohin auch unser Pfarr­ver­band Wel­ten­burg-Stau­bing nach lan­ger Unter­bre­chung mit über 100 Teil­neh­mern zu Fuß, Fahr­rad, PKW und Bus pil­gerte) und Rie­den­burg (nach Altötting).

Ende Juli spen­de­ten uns zwei Neu­pries­ter den Pri­miz­se­gen : P. Pau­lus Nüss O.Cist. (Stift Hei­li­gen­kreuz NÖ) und P. Bene­dikt Wenzl (Met­ten), der zuvor zu den Weihe-Exer­zi­tien bei uns war.

Schon tra­di­tio­nell im August ist die Auss­tel­lung des Grö­bal-Ate­liers im Festsaal.

Am 21./22. August began­nen bei uns 25 Jugend­liche die vom PWB in Regens­burg orga­ni­sierte zehnte „Wan­der­pre­digt“.

Ende August ver­brach­ten die „Brü­der vom gemein­sa­men Leben“ (Augus­ti­ner der Win­de­shei­mer Kon­gre­ga­tion) ihren Gemein­schaft­sur­laub bei uns.

Anfang Sep­tem­ber berich­tete uns Äbtis­sin Agnes aus Kis­ma­ros (Ungarn) von ihrer Gefan­gen­schaft, dem Auf­bau der Zis­ter­zien­se­rin­nen und dem Bau von Klos­ter und Kirche.

Am 7. Sep­tem­ber wurde noch ein­mal ein Pri­miz­se­gen ges­pen­det : Hr. Ulrich war mit Probst Maxi­mi­lian vom öster­rei­chi­schen Cho­rher­rens­tift Her­zo­gen­burg unser Gast.

Viele wei­tere Gäste waren eine Zeit lang bei uns, z.B. in den Semi­na­ren der HVHS, den Exer­zi­tien-Kur­sen, zum 40. Mal der KKV Nürn­berg ; auch nur für einige Stun­den, z.B. zu den drei Kon­zer­ten in der Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft, den Vor­trä­gen der Gruppe Ges­chichte sowie zu den Got­tes­diens­ten (beson­ders in der Zeit der Erst­kom­mu­nion­feiern), zu zahl­rei­chen Kir­chenfüh­run­gen oder auch ein­fach als Aus­flü­gler und Tou­ris­ten ; dabei gab es aller­dings Ein­schrän­kun­gen durch Nie­drig- oder Hoch­was­ser der Donau mit Eins­tel­lung der Schifffahrt.

So kehrte heuer die Win­ter­pause schon eher ein. Sie ermö­glicht jetzt auch einen besinn­li­chen Advent.

So wün­schen Ihnen allen ein frohes Weih­nachts­fest und Gottes Segen für das Jahr 1999

Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg