Jahresbericht 2002

Advent 2001 – Advent 2002

Vor einem Jahr konn­ten wir an die­ser Stel­le auf die neu reno­vier­te Figu­ren-Grup­pe des Dra­chen­kamp­fes des hl. Georg am Hoch­al­tar unse­rer Abtei­kir­che hin­wei­sen. Es blieb nicht viel Zeit, die­ses Kunst­werk zu bewun­dern. Schon bald wur­de der gan­ze Altar­raum ein­ge­rüs­tet, um die Restau­rie­rung der Fres­ken, des Altar­aus­zu­ges und der Raum­scha­le durch­zu­füh­ren. Das Ende die­ses Bau­ab­schnit­tes steht kurz bevor. An den Kos­ten betei­lig­te sich wie­der in groß­her­zi­ger Wei­se die PRO­JU­VIS-Stif­tung, wofür Herrn Dicker und den Mit­glie­dern sei­nes Stif­tungs­ra­tes unser auf­rich­ti­ger Dank gebührt. Eben­so sei der Baye­ri­schen Spar­kas­sen­stif­tung und der Kreis­spar­kas­se Kel­heim für ihre För­de­rung der Restau­rie­rung gedankt. Wenn auch etwas beengt, konn­ten wir trotz­dem das Chor­ge­bet und die Hl. Mes­se in der Kir­che fei­ern. Die zahl­rei­chen Tou­ris­ten kön­nen wenigs­tens wie­der durch ein Foto in Ori­gi­nal­grö­ße einen klei­nen Ein­druck vom Hoch­al­tar gewin­nen. Vor der Ein­rüs­tung über­leg­ten wir, was mit der sehr sanie­rungs­be­dürf­ti­gen Chor­or­gel gesche­hen sol­le. Wir ent­schie­den uns, sie der Dia­spo­ra-Pfar­rei Brie­selang im Havel­land (bei Ber­lin) zu schen­ken. Jugend­li­che von dort – u. a. der Orga­nist Manu­el Ahrens – kom­men seit vie­len Jah­ren für „Klos­ter auf Zeit“ zu uns. Noch im Janu­ar haben sie die Orgel abge­baut und abge­holt. Manu­el wirk­te übri­gens bei Fern­seh­auf­nah­men in unse­rem Klos­ter Ende Juli mit, die in einer Jugend­sen­dung des Baye­ri­schen Fern­se­hens über „Urlaub ein­mal anders“ aus­ge­strahlt wor­den sind.

Das Inne­re der Abtei­kir­che ist momen­tan aber nicht die ein­zi­ge Bau­stel­le.. Die Außen­re­no­vie­rung des Kon­vent­ge­bäu­des wur­de im Klos­ter­hof und an der Donau­sei­te fort­ge­führt, eben­so die Dach­stuhl­sa­nie­rung und die Neu­ein­de­ckung der Dächer. In deren Rah­men war auch die St. Niko­laus­ka­pel­le betrof­fen. Bei der Ergän­zung der Dach­bal­ken wur­de die Holz­ver­klei­dung abge­nom­men, so dass nun das Gebälk sicht­bar ist. Gegen­über der Kapel­le ent­steht ein Semi­nar- und Medi­ta­ti­ons­raum. Am auf­fäl­ligs­ten ist die kom­plet­te Ein­rüs­tung der Kir­chen­kup­pel. Man­chen erin­nert sie an ein Werk des „Ver­hül­lungs­künst­lers“ Cris­to (vgl. Reichs­tag in Ber­lin). Beson­de­res Auf­se­hen erreg­te am 7. Juni die bei Voll­sper­rung von Kir­che, Laden, Pfor­te und hal­bem Klos­ter­hof vor­ge­nom­me­ne Errich­tung eines rie­si­gen Schutz­da­ches über der Kup­pel mit­tels eines Auto­krans. Sowohl für das Klos­ter­le­ben als auch für den Gäs­te­be­trieb und die Kir­chen­be­su­cher – sei es zu Got­tes­diens­ten oder Kir­chen­füh­run­gen – bedeu­ten die­se Reno­vie­rungs­ar­bei­ten gewis­se Ein­schrän­kun­gen, die immer bei Bau­maß­nah­men in Kauf genom­men wer­den müssen.

Die Reno­vie­rung der Fili­al­kir­che in Reis­sing, die unter Abt Mau­rus Bächl 1739–1740 erbaut wor­den war, wur­de in die­sem Jahr abge­schlos­sen. Am Kirch­weih-Sonn­tag, 20. Okto­ber, nahm Abt Tho­mas in Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pfar­rer P. Tho­mas und Kaplan P. Eusta­si­us sowie zwei vom Ort stam­men­den Pries­tern die fei­er­li­che Wei­he des neu­en Volks­al­ta­res vor, der von der Mün­che­ner Bild­haue­rin Anne­lie Kre­mer geschaf­fen wor­den ist.

All die­se Reno­vie­rungs­ar­bei­ten sind nötig für unser all­täg­li­ches Leben und beson­ders auch für die wür­di­ge Fei­er des Got­tes­lo­bes. Die­ses bil­det das Zen­trum unse­res klös­ter­li­chen Tages­ab­laufs. Um dazu auch neue geist­li­che Anre­gun­gen zu erhal­ten, began­nen wir wie­der das Bür­ger­li­che Jahr mit den Kon­vent-Exer­zi­ti­en: Weih­bi­schof Dr. Bern­hard Haßl­ber­ger (Mün­chen-Frei­sing) hielt uns die Vor­trä­ge anhand aus­ge­wähl­ter Peri­ko­pen aus der Hei­li­gen Schrift. Für Fr. Anto­ni­us dien­ten die­se Exer­zi­ti­en zugleich auch der per­sön­li­chen Vor­be­rei­tung auf die Zeit­li­che Pro­fess, die er am Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn, 6. Janu­ar, im Pon­ti­fi­kal­amt abge­legt hat. Er ver­sorgt das Refek­to­ri­um und hält in eng­li­scher und deut­scher Spra­che Kir­chen­füh­run­gen. Im Früh­jahr hat­te er Unter­richt und Fahr­stun­den, um die Füh­rer­schein­prü­fung zu machen. Am 9. Mai nahm er den Füh­rer­schein in Emp­fang. Gemein­sam mit Fr. Simon nahm er wäh­rend der Oster­wo­che an der Tri­en­na­len-Tagung in Otto­beu­ren teil. Fr. Simon konn­te sei­ne Leh­re im Schrei­ner­hand­werk abschlie­ßen. Am 25. Okto­ber erhielt er sei­nen Gesel­len­brief als Schrei­ner, den als Zim­me­rer hat­te er bereits vor dem Klos­ter­ein­tritt erwor­ben. Der Fir­ma Schmid, Abens­berg, gebührt auf­rich­ti­ger Dank, dass unser Mit­bru­der dort eine gedie­ge­ne Aus­bil­dung erhal­ten hat. Mit­te August konn­te Fr. Simon sein Kön­nen unter Beweis stel­len, als er mit ande­ren Mit­ar­bei­tern die­ser Fir­ma wäh­rend eines neu­er­li­chen Hoch­was­sers die gesam­te Ein­rich­tung des Klos­ter­la­dens, des Refek­to­ri­ums usw. aus­bau­en – und nach den erfor­der­li­chen Rei­ni­gun­gen – nach eini­gen Tagen wie­der ein­bau­en muss­te. Den zahl­rei­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern, die beim Ein- und Aus­räu­men sowie Put­zen aktiv waren, möch­ten wir an die­ser Stel­le ein beson­ders herz­li­ches „Vergelt’s Gott“ sagen! Bei die­sem Hoch­was­ser büß­te Fr. Rupert einen gro­ßen Teil der Ern­te im Klos­ter­gar­ten ein, z. B. den gesam­ten Kräu­ter­gar­ten. Die Bie­nen waren gott­lob dies­mal nicht davon betrof­fen – trotz­dem kann bei wei­tem nicht die Nach­fra­ge nach dem Klos­ter­ho­nig gedeckt wer­den. Ent­ge­gen wei­ten Tei­len Mit­tel­deutsch­lands und ande­rer Län­der Euro­pas und dar­über hin­aus kamen wir bei die­sem Hoch­was­ser noch ein­mal „mit blau­em Auge davon“. Die Gefahr der Über­flu­tung des Klos­ters war sehr groß. Das Was­ser der Donau reich­te bereits 30 cm bis unter die Fens­ter der Klos­ter­schen­ke. Die Feu­er­wehr dich­te­te die Zugän­ge zum Klos­ter­hof mit Sand­sack­bar­rie­ren ab und pump­te das Was­ser aus den Kel­lern. Beun­ru­hi­gend ist, dass die Flu­ten immer häu­fi­ger kom­men. Ein ers­tes Mal trat die Donau schon in der Fas­ten­zeit über die Ufer, so dass am Palm­sonn­tag die Pro­zes­si­on nur ver­kürzt im Klos­ter­hof gehal­ten wer­den konn­te. Ende Sep­tem­ber stand die Asam­stra­ße noch­mals unter Was­ser. So muss­te ein Vor­trag der „Grup­pe Geschich­te“ der Wel­ten­bur­ger Aka­de­mie abge­sagt wer­den – alle ande­ren konn­ten plan­mä­ßig durch­ge­führt wer­den, eben­so die drei Kon­zer­te der „Wel­ten­bur­ger Musik­ge­mein­schaft“. In der ers­ten Hälf­te des Monats Novem­ber war die Donau stän­dig rand­voll. Das Som­mer­kon­zert der Musik­ge­mein­schaft stand unter dem The­ma des Jubi­lä­ums „1000 Jah­re Kai­ser Hein­rich II.“. Die­sem Jubi­lä­um war auch die Baye­ri­sche Lan­des­aus­stel­lung vom „Haus der Baye­ri­schen Geschich­te“ in Bam­berg gewid­met. Sie war das Ziel unse­res Kon­vent­aus­flu­ges am 12. Sep­tem­ber. Im Anschluss an die beein­dru­cken­de Besich­ti­gung lud uns die Fami­lie von P. Pri­or Bene­dikt zum Mit­tag- und Abend­essen nach Hohen­güß­bach ein: dazwi­schen unter­nah­men wir am Nach­mit­tag einen Aus­flug nach Vier­zehn­hei­li­gen, wo uns P. Guar­di­an Klaus OFM eine Kir­chen­füh­rung hielt. Von dort wan­der­ten wir auf den Staf­fel­berg. Das Kon­vent­amt mit Ves­per fei­er­ten wir in der Dorf­kir­che, nur weni­ge Schrit­te von Fami­lie Fleischmann’s Hof entfernt.

Wei­te­re gemein­sa­me Unter­neh­mun­gen des Kon­ven­tes im Lau­fe des Jah­res waren z. B. die schon tra­di­tio­nel­le Faschings­fei­er: Sie stand unter dem Titel unse­res TV-Fil­mes „Zei­ten der Prü­fung“, der inzwi­schen schon sechs mal aus­ge­strahlt wor­den ist. Fast jedes mal gab es im Anschluss an sol­che Über­tra­gun­gen ver­schie­de­ne Anfra­gen an unser Klos­ter. Am 28. April fei­er­te Alt­abt Tho­mas bei uns sei­nen 80. Geburts­tag. Er ist noch recht rüs­tig und viel unter­wegs. Zum Haupt­fest der Herz-Mariä-Bru­der­schaft fei­er­te er das Pon­ti­fi­kal­amt. Dazu sang der Stu­den­ten-Chor aus War­schau, für den P. Gre­gor eine ein­wö­chi­ge Tour­nee in der Umge­bung und Mün­chen orga­ni­siert hat­te. Zum Bene­dik­tus-Fest, 11. Juli, hielt der neue Abt des Nach­bark­los­ters Rohr, Gre­gor Zip­pel, sein ers­tes Pon­ti­fi­kal­amt. Bei schö­nem Wet­ter konn­te im Anschluss die Bewir­tung der Mit­fei­ern­den im Bier­gar­ten statt­fin­den; eben­so beim Som­mer­sin­gen der Pfarrei.

Natür­lich wird nicht nur das gan­ze Jahr gefei­ert. Wir ver­such­ten auch man­ches auf­zu­ar­bei­ten. Dem dien­te die kano­ni­sche Visi­ta­ti­on vom 4.–6.März durch Abt­prä­ses Gre­gor Zasche (Schäft­larn) und P. Rapha­el Lang (Ettal), der am 27. Febru­ar die Wirt­schafts­prü­fung durch die Zel­ler­a­re von Met­ten und Nie­der­al­taich, P. Mar­kus und P. Lau­ren­ti­us, vor­aus­ging. An unse­ren Stim­men arbei­te­ten wir mir Frau Glo­ria Braunstor­fer am 18. Juli. Für P. Cle­mens Maria wur­de eine Ope­ra­ti­on am Grau­en Star erfor­der­lich. Er über­nimmt noch zahl­rei­che seel­sorg­li­che Aus­hil­fen. P. Rapha­el war län­ge­re Zeit im Kran­ken­haus und trat in die­sem Jahr in den Ruhe­stand. Er bleibt im Pfarr­haus sei­ner bis­he­ri­gen Expo­si­tur Ober­ried am Arber wohnen.

Auch aus den Rei­hen der Klos­ter­an­ge­stell­ten tra­ten zum Sai­son­ende eini­ge in den Ruhe­stand: Frau Anna Stro­bel aus Wel­ten­burg und Frau Geor­gi­ne Schwei­ger aus Thal­dorf (Gemah­lin unse­res Brau­meis­ters) been­den ihre lang­jäh­ri­ge Tätig­keit im Klos­ter­la­den. Eine Nach­fol­ge­rin für das kom­men­de Jahr ist schon in Aus­sicht: Frau Mari­an­ne Oss­mann (aus Wel­ten­burg) hat sich bewor­ben, die bis vor kur­zem an der Nord­sei­te des Klos­ters einen Sou­ve­nir-Kiosk betrie­ben und ent­spre­chen­de Übung in die­sem Tätig­keits­be­reich hat. Mit Ende des Berichts­jah­res tritt auch Herr Die­ter Schön­feld, der Bau­meis­ter unse­rer Land­wirt­schaft auf dem Buch­hof, in den Ruhe­stand. Seit 1970 arbei­te­te er mit gro­ßem Ein­satz und Fach­kennt­nis auf unse­rem Hof, den er seit 1995 auch lei­te­te. Wir dan­ken unse­ren ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­tern für die geleis­te­te Arbeit und für ihr treu­es Ste­hen zu unse­rem Haus. Wir wün­schen ihnen noch vie­le gesun­de und geseg­ne­te Jah­re im Kreis ihrer Fami­li­en. Mit den Ange­stell­ten des Klos­ters unter­nahm P. Pri­or Bene­dikt am 8. Juli einen Betriebs­aus­flug, der eben­falls in sei­ne frän­ki­sche Hei­mat führ­te. Für das Kir­che-Put­zen gewann inzwi­schen Frau Rosa Krems­rei­ter eine wei­te­re Hel­fe­rin, Frau Anna Eisen­knap­pel aus Stau­sa­cker, die Mut­ter unse­res Fähr­man­nes. Auch im Gäs­te­be­reich (Raum­pfle­ge, Küche, Ser­vice) brau­chen wir immer mehr zusätz­li­che Kräf­te und sind froh und dank­bar, wenn hier Frau Spiel­mann und ande­re jeweils mit gro­ßer Bereit­schaft und Ein­satz­kraft mit­wir­ken. Die Bele­gung des Gäs­te­hau­ses ist sehr erfreu­lich und man­chen Grup­pen und Ein­zel­gäs­ten muss­ten wir lei­der eine Absa­ge ertei­len, da die Zim­mer-Kapa­zi­tä­ten nicht der stark wach­sen­den Nach­fra­ge genü­gen kön­nen. P. Josef beweist immer wie­der aufs neue sein Impro­vi­sa­ti­ons­ta­lent, wenn man­che Bele­gun­gen bei wei­tem die eigent­li­che Bet­ten­zahl über­stei­gen. Ver­mehr­te Anfra­gen erreich­ten uns jeweils nach der Aus­strah­lung von Fern­seh­auf­nah­men über unser Klos­ter – aber vor allem auch auf­grund der von Herrn Albert Urban her­vor­ra­gend gestal­te­ten Inter­net­sei­te (http://www.kloster-weltenburg.de). Immer wie­der spen­den ihr Besu­cher hohes Lob. Com­pu­ter hal­ten auch ver­mehrt Ein­zug in unse­re ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­be­rei­che. Sie alle wer­den ein­ge­rich­tet und fort­lau­fend betreut von unse­rem Infor­ma­ti­ker Joa­chim Gab­ler, der sich auch gedul­dig der vie­len Fra­gen und Pro­ble­me der PC-Neu­lin­ge annimmt. Sei­ne Mut­ter, Frau Hei­di Gab­ler, küm­mert sich wei­ter­hin um die Biblio­thek und schult nicht nur unse­re drei Biblio­the­ka­re, son­dern zwei­mal jähr­lich auch ande­re in kirch­li­chen Biblio­the­ken täti­ge Per­so­nen in unse­rem Haus. Wir sind auch froh und dank­bar, dass unser Obla­te Fr. Bern­hard (Wolf­gang) Per­cher­mai­er aus Mün­chen mehr­mals im Jahr zur Mit­hil­fe gekom­men ist. Mit Umsicht orga­ni­sier­te er auch gemein­sam mit Prä­fekt Dia­kon Este­rer für sei­ne Maria­ni­sche Män­ner-Kon­gre­ga­ti­on vom Bür­ger­saal in Mün­chen die Exer­zi­ti­en, die Abt Tho­mas für die Soda­len und ihre Ehe­frau­en zu Chris­ti Him­mel­fahrt (6.–10. Mai) gehal­ten hat. Er war den Teil­neh­mern bereits bekannt, weil er im ver­gan­ge­nen Jahr zum Haupt­fest das Pon­ti­fi­kal­amt mit Pre­digt und Andacht in Mün­chen gehal­ten hatte.

Vier bei uns täti­ge und geschätz­te Män­ner ver­star­ben im Berichts­jahr. Herrn Max Lugau­er (64) aus Abens­berg, der jah­re­lang als Schrei­ner der Fir­ma Schmid in allen Berei­chen des Klos­ters tätig war, war nur eine sehr kur­ze Zeit des Ruhe­stan­des gegönnt. Am 8. Juni ende­te nach lan­ger Krank­heit sein irdi­scher Pil­ger­weg. In Lup­burg ver­starb am 28. Juli Herr Karl Men­ner (53), Restau­ra­tor bei der Fir­ma Preis, der – schon von sei­ner schwe­ren Krank­heit gezeich­net – die Restau­rie­rung der Hoch­al­tar-Figu­ren noch voll­enden konn­te. P. Leo­pold trau­ert um die bei­den Rech­nungs­prü­fer der HVHS, Herr Dipl. Ing Thiel und Herr Dr. Raa­be, die kurz hin­ter­ein­an­der ver­star­ben. Ein tra­gi­scher Todes­fall ereig­ne­te sich am 12. Juli in unse­rem Klos­ter­gar­ten. Von einer Behin­der­ten-Grup­pe wur­de ein Mann als ver­misst gemel­det, als er nicht zur Abfahrt des Rei­se­bus­ses zur Stel­le war. Die Feu­er­wehr such­te weit­räu­mig das Gelän­de im und um das Klos­ter ab. Nach eini­ger Zeit wur­de die Lei­che des Ver­un­glück­ten gefun­den, der vom Frau­en­berg her­ab­ge­stürzt war. Die­ser und aller uns gemel­de­ten Ver­stor­be­nen gedach­ten wir im Gebet: Mögen sie ruhen in Got­tes Frieden.

Am 8. Okto­ber fand die Mit­glie­der­ver­samm­lung des „Ver­eins der Freun­de der Bene­dik­ti­ner­ab­tei Wel­ten­burg“ statt, bei der in die­sem Jahr auch Neu­wah­len anstan­den. 1. Vor­sit­zen­der Land­rat Dr. Hubert Fal­ter­mei­er, 2. Vor­sit­zen­der Abt Tho­mas, Schatz­meis­ter Direk­tor Oswald Freidl und Schrift­füh­rer Anton Röhrl wur­den in ihren Ämtern durch die Mit­glie­der bestätigt.

Nicht nur Tou­ris­ten-Grup­pen, ein­zel­ne Aus­flüg­ler, Tagungs­teil­neh­mer usw. kom­men zum Klos­ter. Auch der Kon­vent bekommt immer wie­der per­sön­li­che Gäs­te. Eini­ge möch­ten wir an die­ser Stel­le nen­nen: Am 9. Janu­ar besuch­te Herr Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Wal­ter Zit­zels­ber­ger mit Gat­tin die Abtei, um sich per­sön­lich ein Bild vom Fort­gang der Reno­vie­run­gen zu machen. Eben­falls im Janu­ar war Alt­abt Emmer­am aus Met­ten mit Abt Edel­bert aus Ettal und Alt­abt Bern­hard aus Sche­yern zu Gast. Wir gra­tu­lier­ten ihm noch nach­träg­lich zu sei­nem 30. Abts­wei­he­tag. Tags dar­auf besuch­te uns Kel­heims Bür­ger­meis­ter Heinz Rei­che. Bei der Kom­mu­nal­wahl muss­te er sein Amt an Fritz Mat­thes abge­ben. Am 16. März kam Abt Alku­in aus Han­gar, Tan­sa­nia. Im April fand bei uns das „Klei­ne Äbte­tref­fen“ statt, bei dem Rohr, Plank­stet­ten, Sche­yern und Nie­der­al­taich ver­tre­ten waren. Im April kam Bischof Paul Iby mit zahl­rei­chen Pries­tern sei­nes Bis­tums Eisen­stadt zu einem Kurz­be­such. Am 1. Mai war unser Klos­ter Ziel eines Aus­flu­ges der deutsch­spra­chi­gen Kapu­zi­ner-Pro­vin­zia­le, die in Eich­stätt tag­ten. Ihre Novi­zen (vier an der Zahl) folg­ten Ende Sep­tem­ber. Viel Pro­mi­nenz kam zur Eröff­nung der zwei­ten Aus­stel­lung zeit­ge­nös­si­scher Kunst „Wel­ten­bur­ger Spu­ren“, die Herr Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Wal­ter Zit­zels­ber­ger am 19. Juli in Anwe­sen­heit zahl­rei­cher Gäs­te und Kunst­freun­de eröff­ne­te. Der Ver­ein „Austel­lungs­haus für christ­li­che Kunst e.V.“, Mün­chen, und die BMW AG Werk Regens­burg ermög­lich­ten die­ses Pro­jekt durch eine groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le För­de­rung. Ihnen sei auch an die­ser Stel­le herz­lich gedankt. Die „Wel­ten­bur­ger Spu­ren“ 2002/2003 ste­hen unter dem The­ma „Tugen­den – Wer­te – Wan­del“, zu dem am 8. Okto­ber auch eine anre­gen­de Podi­ums­dis­kus­si­on im Fest­saal statt­fand. Den Anstoß zu die­ser The­men­wahl gab der 200. Gedenk­tag der Säku­la­ri­sa­ti­on im kom­men­den Jahr. Die meis­ten Expo­na­te sind noch bis 2003 zu sehen. Beson­ders ver­dient gemacht um die Aus­stel­lung hat sich der Bild­hau­er Alfred Böschl aus Adlhau­sen durch Idee, Kon­zept und Orga­ni­sa­ti­on. Sein Werk ist inzwi­schen belieb­tes Foto­ob­jekt der Tou­ris­ten gewor­den. Es zeigt vor der Kir­chen­fas­sa­de auf einem sechs Meter hohen Baum­stamm Abt Mau­rus Bächl, den Erbau­er der Asam-Kirche.

Am 16. Janu­ar hat­te Papst Johan­nes Paul II. das Rück­tritts­ge­such unse­res Diö­ze­san­bi­schofs Man­fred Mül­ler ange­nom­men. Weih­bi­schof Vin­zenz Gug­gen­ber­ger wur­de zum Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor gewählt. Seit­her bete­ten wir oft in den Für­bit­ten und beim abend­li­chen Rosen­kranz um einen guten neu­en Bischof. In der glei­chen Inten­ti­on hiel­ten wir auch mehr­mals das Kon­vent­amt. Am 1. Okto­ber läu­te­ten dann nach dem mit­täg­li­chen „Ange­lus Domi­ni“ eine Vier­tel­stun­de sämt­li­che Glo­cken. In Rom und Regens­burg wur­de ver­kün­det, daß der Papst Prä­lat Prof. Dr. Ger­hard Lud­wig Mül­ler zum neu­en Bischof von Regens­burg ernannt hat. Der Ernann­te war seit 1986 Pro­fes­sor für Dog­ma­tik an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Lud­wig-Maxi­mi­li­an-Uni­ver­si­tät in Mün­chen. Er berei­te­te sich im Novem­ber eine Woche in unse­rem Kon­vent auf die Bischofs­wei­he am Christ­kö­nigs­sonn­tag, 24. Novem­ber, vor. In die­sen Tagen ver­fass­te er auch sei­nen ers­ten Hir­ten­brief. Die Gläu­bi­gen unse­res Bis­tums Regens­burg wer­den ihn am ers­ten Advent hören. Des­halb erin­nert Bischof Ger­hard Lud­wig dar­in an die „Ankunft Got­tes in unse­rem Her­zen, in unse­ren Fami­li­en, Gemein­den und Gemein­schaf­ten. Im Advent sol­len wir uns ver­tieft dar­über Gedan­ken machen, was die Ankunft Got­tes in der Welt für uns Chris­ten und für alle Men­schen bedeu­tet. Die Fro­he Bot­schaft vom Sohn Got­tes, der für uns Mensch wur­de, ist das schöns­te Geschenk, das wir unse­ren Mit­men­schen machen können.“

Die­se Wor­te unse­res neu­en Bischofs mögen nicht nur uns im Bis­tum Regens­burg, son­dern Sie alle, die mit unse­rem Kon­vent ver­bun­den sind, ermu­ti­gen und ermun­tern. In die­sem Sin­ne wün­schen wir Ihnen einen geseg­ne­ten Advent, ein fro­hes Weih­nachts­fest und Got­tes Schutz und Geleit durch das neue Jahr,

Ihre Bene­dik­ti­ner von Weltenburg