Hochwasserschutz Kloster Weltenburg 2006

Einwe­i­hung des Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes 

hochwasserschutz01“Wenn wir heu­te den Hoc­hwas­ser­sc­hutz einwe­i­hen kön­nen, dann ist das ein gesc­hic­htlic­hes Ere­i­g­nis. Jede Gene­ra­ti­on der Mönc­he in der 1400jährigen Gesc­hic­hte des Klo­s­ters mus­s­te mit der Gefa­hr der Über­flu­tung durch die Donau leben und mit ihr zurec­ht kom­men Immer wie­der wur­de das Klo­s­ter wur­de auch vom Hoc­hwas­ser heim­ge­suc­ht und hat­te Zer­s­törun­gen und Schäden zu bekla­gen. Mit den im zurüc­kli­e­gen­den Jahr aus­ge­führ­ten Maßna­hmen ist eine stän­d­ige Bedro­hung für die Klo­s­te­ran­la­ge gebannt. Mei­ne Mit­brüder und mich sowie alle, die hier leben und arbe­i­ten, die Klo­s­ter­sc­hen­ke und die Klo­s­ter­bra­u­e­rei, erfüllt darum an die­sem Tag Fre­u­de und Dank­bar­ke­it. Der erric­ht­ete Schutz gibt uns das Gefühl der Sic­her­he­it und lässt uns kün­f­tig ruhi­ger schla­fen.” meinte Abt Tho­mas M. Fre­i­hart, als er die Fest­gäs­te begrüßte, die zur Einwe­i­hung des Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes am 12. Okt­ober 2006 gekom­men waren. Unter ihnen waren Sta­ats­mi­ni­s­ter Dr. Wer­ner Schna­ppa­uf, Baye­ri­sc­hes Sta­ats­mi­ni­s­te­ri­um für Umwelt, Gesund­he­it und Ver­bra­uc­her­sc­hutz, Lan­drat Dr. Hubert Fal­ter­me­i­er, Kel­he­im, Bür­ger­me­i­s­ter Fritz Mat­hes, Kel­he­im, der Lei­ter des Was­se­rwirt­sc­ha­ft­sam­tes Lands­hut, BD Johan­nes Schmu­ker, die Pla­ner, Arc­hi­tekt Arnulf Magerl und Sta­ti­ker Anton Land­graf, sowie die aus­führen­den Firmen. 

 

hochwasserschutz02Ein wei­ter Weg, der nach dem Hoc­hwas­ser im August 2002 sei­nen Anfang genom­men hat­te, ist an sein Ziel gekom­men. Kaum waren die enor­men Schäden des Pfing­st­hoc­hwas­sers 1999 beh­oben, war die­ses Ere­i­g­nis eine “böse Übe­rra­sc­hung” und mac­hte die stän­d­ige Bedro­hung erne­ut bewusst. So begann man die Möglic­hke­i­ten eines Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes für das Klo­s­ter näher zu prüfen. Ein­ge­h­ende Unter­suc­hun­gen von Sei­ten der Was­se­rwirt­sc­ha­ft erbrac­hten schli­e­ßlich als Ergeb­nis die Durc­hführ­bar­ke­it des Schut­zes gegen ein hun­dert­jähri­ges Hoc­hwas­ser. Posi­tiv konn­te auch die Fra­ge bean­twor­tet wer­den, dass die Aus­führung mit einem ver­tret­ba­ren und ver­hält­nis­mäß­ig­em finan­zi­el­lem Aufwand gesc­he­hen kann. Gegen Ende 2005 wur­de mit dem Bau­ma­ßna­hmen begon­nen, die zügig inner­halb eines kna­ppen Jahres durc­hge­führt wurden. 
Nach der Festre­de des Sta­ats­mi­ni­s­ters erfle­hte der Abt den Segen Got­tes für die Hoc­hwas­ser­sc­hutz­ba­u­ten. Geme­in­sam mit dem Mini­s­ter und dem Lan­drat leg­te er ein­ige Dammbal­ken auf als Zeic­hen der offi­zi­el­len Inbe­tri­eb­na­hme des Flutschutzes. 

Hoc­hwas­ser­sc­hutz 

hochwasserschutz05Das welt­be­rühm­te Klo­s­ter Wel­ten­burg liegt am Ein­gang der Wel­ten­bur­ger Enge — einem Durc­hbruch durch den anste­hen­den Jura­fel­sen, den sich die Donau im Lau­fe der Jahr­ta­u­s­ende gesc­haf­fen hat. 

 

Das Klo­s­ter Wel­ten­burg wur­de erst­mals um das Jahr 600 von den iro­sc­hot­ti­sc­hen-kolum­ba­ni­sc­hen Wan­der­mönc­hen Eus­ta­si­us und Agi­lus von Luxe­u­il gegrün­det, und ist somit die älte­s­te klös­ter­lic­he Nie­der­las­sung Bayerns. 
Das der­ze­it vor­han­de­ne Klo­s­ter mit der berühm­ten Asam­kirc­he wur­de vor 200 Jahren von den Gebrüdern Asam unter dem dama­li­gen Abt Mau­rus Bäc­hl erba­ut. Seit Mit­te des 19.Jahrhunderts ste­ht das Klo­s­ter unter Denk­mal­sc­hutz. Auf­grund sei­ner unmit­tel­ba­ren Lage an der Donau leb­te die Abtei Wel­ten­burg schon immer mit Hochwässern. 

In den letz­ten 6 Jahren war die­ser Dona­u­ab­sc­hnitt des öfte­ren von sel­te­nen Hoc­hwas­se­re­re­i­g­nis­sen betrof­fen. Am här­te­s­ten betrof­fen war das Klo­s­ter vom Pfing­st­hoc­hwas­ser 1999. 

Am Pegel Kel­he­im wur­de ein Hoc­hwas­ser­s­tand von 8 Metern erre­ic­ht. Das Was­ser drang im Mai 1999 durch alle Erd­ge­sc­hos­s­fen­ster in das Klo­s­ter ein. Der Innen­hof mit Bra­u­e­rei und Klo­s­ter­sc­hen­ke wur­de kom­plett über­flu­tet — in der welt­be­rühm­ten Asam­kirc­he stand das Was­ser ca. einen hal­ben Meter hoch. 

Der Scha­den wur­de auf ca. 1,5 Mio. € bezif­fert. Ver­te­i­di­gungs­ma­ßna­hmen waren 1999 nic­ht mehr erfolgreich. 
Im August 2002 und 2005 konn­ten durch mas­si­ven logi­s­ti­sc­hen Aufwand größe­rer Schäden abge­wandt wer­den. Das West- und das Nord­tor des Klo­s­ters, sowie die Fen­ster wur­den mit Sand­säc­ken ver­ba­rri­ka­di­ert. Unter Lei­tung der Feu­e­rwe­hr wur­den rund 80 000 Sand­säc­ke zum Schutz vor den Was­ser­mas­sen ein­ge­setzt. Das über den Unter­grund ein­ge­drun­ge­ne Was­ser im Innen­hof wur­de von den Hilf­s­kräf­ten abgepumpt. 
Um solc­he Kata­s­trop­hen in Zukun­ft zu ver­me­i­den, wur­de das Was­se­rwirt­sc­ha­ft­samt Lands­hut bea­u­f­tragt die Mac­hbar­ke­it eines Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes für die­ses denk­mal­ge­sc­hütz­ten Kle­i­nod zu unter­suc­hen. Ein her­kömmlic­her Hoc­hwas­ser­sc­hutz mit Deic­hen und Mau­ern wür­de der Bede­u­tung die­ses Ensem­bles in sei­ner expo­ni­er­ten Lage nic­ht gerec­ht werden. 

Unter­suc­hun­gen zeig­ten, dass die meter­dic­ken Mau­ern des Klo­s­ters dem Hoc­hwas­ser grund­sätz­lich stand­hal­ten kön­nen. Daher ent­sc­hloss man sich in Abs­tim­mung mit der Abtei und dem Denk­mal­sc­hutz ledi­glich die vor­han­de­nen obe­rir­di­sc­hen und unte­rir­di­sc­hen Öffnun­gen zu verschließen. 
Dazu gehören die Fen­ster im Erd­ge­sc­hoss, Türen und Zugang­s­be­re­ic­he des Klo­s­ters — sowie eine Abdic­htung des durc­hläs­si­gen kie­si­gen Untergrundes. 

Für die Unter­suc­hung der Grun­dwas­ser­ver­hält­nis­se, dem möglic­hen Ein­fluss auf den Bra­u­e­re­i­brun­nen, sowie Ermit­tlung der notwen­di­gen Pum­ple­i­s­tung wur­de ein Grun­dwas­ser­mo­dell bei der Tec­hni­sc­hen Uni­ver­si­tät Münc­hen bea­u­f­tragt. Eine Unter­grun­dab­dic­htung bis zum anste­hen­den Fels in bis zu 10 Metern Tie­fe ver­hin­dert den Hoc­hwas­se­ran­drang der Donau über den Unter­grund. Für den stän­di­gen Grun­dwas­se­ra­u­s­ta­u­sch wird ein etwa 150 qm gro­ßes Fen­ster in der Unter­grun­dab­dic­htung am Nord­tor ange­ord­net. Gewählt wur­de eine Abdic­htung im Hoc­hdruc­kin­jek­ti­on­s­ver­fa­hren um das gan­ze Klo­s­ter herum — anbin­dend an die Fun­da­men­te Dabei wird ein Was­ser-Zement­ge­mi­sch unter Hoc­hdruck, das hei­ßt mit bis zu 400 bar, in den Unter­grund gepresst. Dort ver­bin­det es sich mit dem anste­hen­den Kies und Sand zu einer durc­hge­hen­den etwa 1,50m star­ken säu­len­för­mi­gen Dic­htwand. Für das Ein­brin­gen der Dic­htwand war eine kom­plet­te Neu­ord­nung der Bin­ne­nen­twäs­se­rung und aller son­sti­gen Spar­ten notwen­dig. Für die Entlüf­tung der Fun­da­men­te und des Mau­e­rwerks wur­den spe­zi­el­le Maßna­hmen gemäß den Erfor­der­nis­sen des Denk­mal­sc­hut­zes ergrif­fen. Die Bin­ne­nen­twäs­se­rung wur­de gemäß den Ergeb­nis­sen des Grun­dwas­ser­mo­dells an einer Stel­le gesam­melt. Im Hoc­hwas­ser­fall wird dann der fre­ie Aus­fluss zur Donau abge­ri­e­gelt und das anfal­lende Nie­der­sc­hlags — und Grun­dwas­ser von einem zen­tra­len Pum­p­sc­hac­ht vor dem Nord­tor abge­pum­pt. Das Sys­tem ist auf eine Pum­ple­i­s­tung von maxi­mal 250 Liter pro Sekun­de aus­ge­legt. Durch zusätz­lic­he Able­i­tung­s­gräben auf dem Fra­u­en­berg soll ver­hin­dert wer­den, dass das dort anfal­lende Nie­der­sc­hlag­swas­ser in den Klo­s­te­rin­nen­hof gelangt und eben­falls abge­pum­pt wer­den muss. 

 

hochwasserschutz03

Obe­rir­di­sch ist es notwen­dig im Hoc­hwas­ser­fall Dammbal­ken­ver­sc­hlüs­se an den Zugang­s­be­re­ic­hen zu mon­ti­e­ren. Am Nord­tor wur­de die ein­ge­ba­u­te Dic­htwand in das Fun­da­ment für den Dammbal­ken inte­gri­ert und mit Eisen­trägern verstärkt. 
Auf­grund der gro­ßen Höhe von 3,50 Metern des zu mon­ti­e­ren­den Dammbal­kens und der damit ver­bun­de­nen Bela­s­tung von Hoc­hwas­ser wur­de das Fun­da­ment zusätz­lich mit 15 Meter lan­gen Pfählen rüc­k­ve­ran­kert — Hier der fer­tig beto­ni­er­te Fun­da­ment­bal­ken mit den ein­ge­ba­u­ten Ansc­hlüs­sen für die Dammbalkenstützen! 

 

Bei Hoc­hwas­se­rwar­nung wird die mobi­le Schut­zwand von der fre­i­wil­li­gen Feu­e­rwe­hr Kel­he­im auf­ge­ba­ut. Beim erst­ma­li­gen Probe­a­uf­bau konn­te dies in weni­ger als 2 Stun­den erle­digt wer­den. Da die Klo­s­ter­ma­u­ern kei­ne Las­ten auf­ne­hmen dür­fen wur­de in Abs­prac­he mit dem Denk­mal­sc­hutz für die Ein­bin­dung der Rand­s­tüt­zen eine beson­de­re Kon­struk­ti­on gewählt. 

 

Über das West­tor läu­ft die Ver­sor­gung des Klo­s­ters mit Strom, Was­ser und Gas. Des­halb waren hier beson­de­re Vor­ke­hrun­gen bei der Fun­da­men­ti­e­rung der mobi­len Schut­zwand zu tref­fen. Das Sys­tem mit den pas­s­ge­nau zur Ver­fügung ste­hen­den Dammbal­ken bede­u­tet bei zukün­f­ti­gen Ein­satz­fäl­len eine erhe­blic­he Arbe­it­ser­le­ic­hte­rung für die Hilfskräfte. 
Zusätz­lich zu den Zugang­s­to­ren müs­sen bei dro­hen­dem Hoc­hwas­ser auch die 55 Fen­ster im Erd­ge­sc­hoss von außen abge­dic­htet wer­den. Auch die 12 Kel­ler­fen­ster wer­den mit einem Ver­sc­hluss gesichert. 

 

hochwasserschutz04Im Zuge der Aus­sc­hre­i­bung ließ das Was­se­rwirt­sc­ha­ft­samt Lands­hut sich von ver­sc­hi­e­de­nen Her­s­tel­lern Pro­to­typen der Ver­sc­hlüs­se anfer­ti­gen. Die­se Pro­to­typen wur­den an der Uni­ver­si­tät der Bun­de­swe­hr in Münc­hen unter Vollbe­la­s­tung gete­s­tet. Während des Ein­brin­gens der Dic­htwän­de kam ein kle­i­ne­res Hoc­hwas­ser die Donau herab und über­sc­hwemmte kur­zze­i­tig die Bau­s­tel­le. Nen­nen­swer­te Schäden ent­s­tan­den nic­ht. Auch in Zukun­ft wird die Zufa­hrts­s­tra­ße zum Klo­s­ter regel­mäßig von Hoc­hwas­sern betrof­fen sein. 
Ein Ein­drin­gen in die Gebäu­de wird zukün­f­tig bis zum hun­dert­jähr­lic­hen Hoc­hwas­ser verhindert. 

 

(mit fre­und­lic­her Gene­hmi­gung des Was­se­rwirt­sc­ha­ft­sam­tes Landshut) 

1913 – 2013 Weltenburg 100 Jahre wieder Abtei

Im Zuge der Säku­la­ri­sa­ti­on 1803 wur­den nahe­zu aller Klös­ter und Sti­f­te in unse­rem Land auf­ge­h­oben. Durch die­ses Ere­i­g­nis riss auch in Wel­ten­burg eine über 1000jährige Tra­di­ti­on klös­ter­lic­hen Lebens ab. Die­se Unter­brec­hung währ­te glüc­klic­he­rwe­i­se nur 39 Jahre. Con­ti­nue rea­ding “1913 – 2013 Wel­ten­burg 100 Jahre wie­der Abtei”

Abschluss der Gesamtrestaurierung der Klosterkirche

Am Fest Kre­u­zer­höhung, 14. Sep­tem­ber 2008, wur­de der Absc­hluss der Gesam­tre­s­ta­u­ri­e­rung der Abtei- und Pfa­rr­kirc­he gefe­i­ert. Der Hoc­hwür­dig­s­te Herr Diöze­san­bi­sc­hof Dr. Ger­hard Ludwig Mül­ler zele­bri­er­te das Pon­tifi­ka­lamt und seg­n­ete den neu­en Ambo. Die­ser war vom Bild­ha­u­er Alfred Bösc­hl aus Adl­ha­u­sen in Bron­ze­guss gesc­haf­fen wor­den. Er entwarf auch das neue Chor­ge­s­tühl und die Sedi­li­en im Pre­s­byte­ri­um. Die Schre­i­ne­rar­be­i­ten führ­te die Fir­ma Anton Huber aus Rohr aus. Die Wel­ten­bur­ger Musik­ge­me­in­sc­ha­ft trug unter Lei­tung von Herrn Prof. Josef Kohl­häu­fl sehr zur Fei­er­lic­hke­it der Litur­gie bei, indem sie die Mes­se in G‑Dur von Franz Schu­bert erklin­gen ließ. Nach einem fes­tlic­hen Mit­ta­ges­sen mit den Gäs­ten fand in der Kirc­he ein Fes­takt statt. Der baye­ri­sc­he Mini­s­ter­präs­ident Herr Dr. Günt­her Beck­s­te­in gab dem Klo­s­ter die Ehre sei­nes Kom­mens und ric­ht­ete sein Wort an die Fest­ver­sammlung. Der Lei­ter des Sta­a­tlic­hen Bau­am­tes Herr Rein­hard Piper erläu­ter­te die Bau­ma­ßna­hme. Den gro­ßen Fest­vor­trag unter dem Thema „Wel­ten­burg – ein Lob der Schöp­fung“ hielt der Gene­ral­kon­ser­va­tor des Baye­ri­sc­hen Lan­de­sam­tes für Denk­mal­p­fl­ege Herr Prof. Dr. Egon Gre­i­pl. Gru­ßwor­te sprac­hen der Hwst. Herr Diöze­san­bi­sc­hof, Lan­drat Herr Dr. Hubert Fal­ter­me­i­er und der drit­te Bür­ger­me­i­s­ter der Stadt Kel­he­im Herr Alo­is Beck­s­te­in. Herr Bern­hard Hägel­sper­ger und unser P. Step­han umra­hm­ten den Fes­takt mit Stüc­ken für Trom­p­ete und Orgel musi­ka­li­sch. Im Ansc­hluss lud die Klo­s­ter­bra­u­e­rei im Hof alle Anwe­sen­den zu einem Umtrunk und Bre­zen ein.

Einen kur­zen Über­blick über die Gesam­tre­s­ta­u­ri­e­rung gibt die Pres­se­in­for­ma­ti­on des Sta­a­tlic­hen Bau­am­tes, ver­fasst von Ger­hard Haslbeck

Einen umfan­gre­ic­hen Ein­blick in die Gesam­tre­s­ta­u­ri­e­rung bie­tet das Buch “Gesam­tin­stand­set­zung Klo­s­ter­kirc­he Wel­ten­burg”, hera­u­s­ge­g­eben 2008 vom Sta­a­tlic­hen Bau­amt Lands­hut, Redak­ti­on Ger­hard Hasl­beck, 132 Sei­ten mit zahl­re­ic­hen far­bi­gen Abbil­dun­gen (Fotos und Zeichnungen) 
Das Buch kann direkt per Fax oder Bri­ef bes­tellt werden: 
Bes­tellfor­mu­lar (PDF)

Nach Absc­hluss aller Res­ta­u­ri­e­rung­sar­be­i­ten in der Klo­s­ter­kirc­he wur­den neue Pano­ra­ma­a­uf­na­hmen von ver­sc­hi­e­de­nen Stand­punk­ten aus ange­fer­tigt und zu einer vir­tu­el­len Bege­hung zusammengefasst: 
360° Pano­ra­ma der Kirche

Hochwasser 2005

Hoc­hwas­ser im Klo­s­ter Wel­ten­burg 23. — 26. August 2005
 
Immer häu­fi­ger wird Wel­ten­burg in den letz­ten Jahren vom Hoc­hwas­ser heim­ge­suc­ht: Pfing­s­ten 1999, August 2003 und erne­ut im ver­gan­ge­nen Monat, 23. — 26. August 2005. Die star­ken Regen­fäl­le im voral­pi­nen Gebi­et zwi­sc­hen Iller, Lech, Isar und Mang­fall lie­ßen die Flüs­se ansc­hwel­len, die ihr Was­ser der Donau zuführen. 
 
“In der Donau wird sich auf Grund der Zuflüs­se eine Hoc­hwas­se­rwel­le auf­ba­u­en” lau­t­ete die Vor­her­sa­ge in den Beric­hten der Was­se­rwirt­sc­ha­ft. Es zog eine neue Gefa­hr für die Gebi­ete an der Donau auf. Am Nac­hmit­tag des 23. August trat der Fluß bei uns über die Ufer. 
 
Durch den enor­men Ein­satz der Feu­e­rwe­hr konn­te Schlim­me­res ver­hütet wer­den. Zei­twe­i­se waren 100 fre­i­wil­lige Hel­fer im Ein­satz, vor allem in der Nac­ht vom 24. auf den 25. August. Nac­hdem zuerst ein Pegel­stand von 6.80m vor­her­ge­sagt war, mus­s­te die­se Pro­g­no­se am Abend des 24. August korri­gi­ert wer­den: 7.30m — 7.40. Bei einem Stand von 7.20m mußte an Pfing­s­ten 1999 das Klo­s­ter geflu­tet wer­den. Schnell wur­de in der Nac­ht noch das gesam­te Erd­ge­sc­hoß geräumt:Refektorium, Küc­he, Gäs­te­s­pe­i­se­säle. Mönc­he, Mitar­be­i­ter, Kur­s­te­il­ne­hmer, die noch im Haus tag­ten, brac­hten Möbel, Bil­der, Vorräte … in das obe­re Stoc­kwerk. 24 Stun­den lang schwoll die Donau immer mehr an, bis am 25. August 2005, 23.00 Uhr der Sche­i­tel­punkt erre­ic­ht war: 7.29m. 24 Stun­den lang ban­gen, hof­fen, beten: Hal­ten die meter­ho­hen Wäl­le aus Sand­säc­ken den Flu­ten der Donau stand? Schaf­fen es die Pum­pen, das aus dem Unter­grund auf­s­te­i­g­ende Was­ser abzu­pum­pen: In manc­hen Räu­men des Erde­ge­sc­hos­ses ste­ht das Was­ser knöc­hel­hoch. Das Was­ser im Kel­ler unter der Kirc­he wird mit einer beson­ders star­ken Pum­pe abge­pum­pt. Aus der Klo­s­ter­sc­hen­ke ergi­e­ßen sich kle­i­ne Bäc­he in den Klosterhof. 
In den Vor­mit­tags­s­tun­den des 26. August kann man aufat­men: Klo­s­ter Wel­ten­burg konn­te gehal­ten wer­den. Es wur­de von einer neu­er­lic­hen Kata­s­trop­he bewa­hrt. Schnell sinkt der Pegel. 
 
Im Ver­gle­ich zu den Schäden im Jahre 1999 kön­nen wir von einem glim­p­flic­hen Aus­gang sprec­hen. Den­noch ist eine Scha­dens­höhe von ca. 100.000 € zu ver­ze­ic­hnen. Die his­to­ri­sc­he Gar­te­n­ma­u­er aus dem 18. Jahr­hun­dert ist bei der Schiffsan­le­ge­s­tel­le auf einer Län­ge von 22m ein­ge­s­türzt. Wei­te­re Schäden von gerin­ge­rem Umfang sind im Haus auf­ge­tre­ten, deren Behe­bung ange­la­u­fen ist. Die Feuc­htig­ke­it steckt noch stark im Gemäuer. 
 
Schnell hat sich die Lage beru­higt. Am Sonn­tag waren wir zu den Mahl­ze­i­ten bere­its wie­der im Refek­to­ri­um. Die Klo­s­ter­sc­hen­ke hat auch geöffnet. Es kom­men die ers­ten Tou­ri­s­ten, nic­ht zuletzt ange­lockt durch die enor­me Beac­htung, die der “Kam­pf um das Klo­s­ter Wel­ten­burg” in allen Medi­en im In- und Aus­land fand. Das Leben nimmt sei­nen gewo­hn­ten Gang. 
 
Die Pla­nun­gen des Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes, die seit 2003 lau­fen, wur­den ger­ade in den Tagen des Hoc­hwas­sers abge­sc­hlos­sen. Sie lie­gen bei den zus­tän­di­gen sta­a­tlic­hen Stel­len zur Gene­hmi­gung vor. Die Aus­führung wird hof­fen­tlich nic­ht mehr lan­ge auf sich war­ten las­sen, so dass wir dem näc­hs­ten Hoc­hwas­ser gelas­se­ner ent­ge­gen sehen können. 
 
Sie kön­nen bei der Behe­bung der Schäden oder der Aus­führung des Hoc­hwas­ser­sc­hut­zes mit­hel­fen Jeder Bei­trag ist willkommen: 
 
Spar­kas­se Kelheim 
Kon­to 190 802 116 
BLZ 750 515 65 
 
Raif­fe­i­sen­bank Kelheim 
Kon­to 61 61 09 
BLZ 750 690 14 
 
Bei Anga­be der Ansc­hri­ft kön­nen Sie eine abzug­s­fäh­ige Spen­de­nqu­it­tung zuge­sc­hickt bekommen. 
 

Segnung des Benediktusbrunnens 2003

Im Zuge der Res­ta­u­ri­e­rung des Kon­vent- und Abte­i­ge­bäu­des wur­de der Kre­uz­gar­ten in der Kla­u­sur neu gestaltet. 
Der Bild­ha­u­er Alfred Bösc­hl aus Adl­ha­u­sen schuf als Mit­tel­punkt des Innen­ho­fes einen Benediktusbrunnen. 

Der Hoc­hwür­dig­s­te Herr Diöze­san­bi­sc­hof Dr. Ger­hard Ludwig Mül­ler, Regen­s­burg, wird den neu­en Brun­nen am Bene­dik­tu­s­fest segnen. 

Abt und Kon­vent des Klo­s­ters Wel­ten­burg laden herz­lich ein zur Mit­fe­i­er des Hoc­hfe­s­tes des hl. Bene­dikt am Fre­i­tag, 11. Juli 2003 und zur Bege­g­nung mit dem Bischof. 

Tho­mas M. Fre­i­hart OSB 
Abt von Weltenburg 

 
Fre­i­tag, 11. Juli 2003 
 
19.00 Uhr Pon­tifi­ka­lamt in der Abteikirche 
(Hau­pt­ze­le­brant und Pre­di­ger: Bisc­hof Dr. Ger­hard Ludwig Müller) 
 
ansc­hli­e­ßend 
Seg­nung des Benediktusbrunnens 
und 
Gemütlic­hes Bei­sam­men­se­in im Klosterhof